10, 16[1-90] Herbst 1883
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Die Natur muß nach Analogie des Menschen vorgestellt werden, als irrend, versuchend, gut und böse—als kämpfend und sich überwindend.
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Drei Einsamkeiten giebt es, die des Schaffenden, die des Wartenden, die der Scham.— Ich weiß das Wort und Zeichen des Übermenschen; aber ich sage es nicht, ich verhehle es vor mir selber.— In Scham vor einer großen Wahrheit leben.
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In Act II kommen die verschiedenen Gruppen und bringen ihr Geschenk. “Was thatet ihr?”— Sie sagen es.— “So ist es aus dem Geiste Zarathustras gethan.”
Die Lehre der Wiederkunft wird zuerst das Gesindel anlächeln, das kalt und ohne viel innere Noth ist. Der gemeinste Lebenstrieb giebt zuerst seine Zustimmung. Eine große Wahrheit gewinnt sich zuallerletzt die höchsten Menschen: dies ist das Leiden der Wahrhaftigen.
Act I. Einsamkeit aus Scham vor sich: Ein unausgesprochener Gedanke, dem er sich zu schwach fühlt (zu wenig hart) Die Versuchungen, ihn darüber zu täuschen. Die Boten des ausgewählten Volks laden ihn zum Feste des Lebens.
Act II. Er wohnt incognito dem Feste bei. Er verräth sich, als er sich zu geehrt findet.
Act III. Im Glück verkündet er den Übermenschen und dessen Lehre. Alle fallen ab. Er stirbt, als die Vision ihn verläßt, vor Schmerz darüber, welches Leid er geschaffen.
Todtenfeier. “Wir tödteten ihn”— Mittag und Ewigkeit.
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Der Mildeste muß der Härteste werden: und daran zu Grunde gehn. Dies das psychologische Problem.
Herrisch kam das Erlebniß: aber mein Wille sprach zu ihm—da lag es schon bittend auf den Knien.
Trägt nicht der Tänzer sein Ohr in den Zehen?
Noch lebt uns Zarathustra’s Tugend! Ein Stern gieng unter im oeden Raume: aber sein Licht ist noch unterwegs und wandelt—und wann wird es nicht mehr unterwegs sein?
Willst du den Schreitenden zum Anstoß werden? So humple vor dem her, der Eile hat.
Auch was wir unterließen, webt am Gewebe aller Zukunft: auch das Nichts selber ist Weber und Webemeister.
Mancher wird seiner selber müde: und nun erst beginnt sein Glück, das ihm aufgespart war.
Niesen sollt ihr mir noch ob meines Getränkes, und meine schäumenden Weine sollen eure Nase kitzeln und wollüstig machen.
“Es giebt sich”: sagt eure Bequemlichkeit? Nein, es nimmt sich und wird immer mehr sich nehmen.
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Die tiefe Unfruchtbarkeit des 19. Jahrhunderts. Ich bin keinem Menschen begegnet, der wirklich ein neues Ideal gebracht hätte. Am längsten hat mich der Charakter der deutschen Musik zu hoffen verleitet. Ein stärkerer Typus, in dem unsere Kräfte synthetisch gebunden sind—mein Glaube. Anscheinend ist Alles décadence. Man muß dies Zu-Grunde-gehen so leiten, daß es den Stärksten eine neue Existenzform ermöglicht.
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Keine Ungeduld! Der Übermensch ist unsre nächste Stufe! Dazu, zu dieser Beschränkung, gehört Mäßigkeit und Männlichkeit.
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Thut gleich mir: nur der Thäter lernt—nur als Thäter werde ich auch euer Lehrer sein.
Daß ein Blitz in eure Speisen schlüge und eure Mäuler Feuer fressen lernten!
Mit seinen Flügeln peitscht der Stolz meines Adlers meinen Willen: aber an diesem Felsen bricht sich auch des Stolzes Brandung.
Bin ich nicht die Wetterscheide? Kommen alle Winde nicht zu mir und künden mir ihren Willen?
Im dunklen Gewitter will ich verschwinden: und für meinen letzten Augenblick will ich Mensch zugleich und Blitz sein.
Ihr rauscht gegen mich auf—aber was thut es! Ich schlage euch mit meinem Ruder: ihr müßt mir doch den Nachen zur Unsterblichkeit tragen!
Schlief ich je auf meinem Ruhm ein? Wie ein Bett von Stacheln war mir jeder Ruhm.
Vielleicht als Zarathustra III: Dies ist das Buch der sieben Einsamkeiten.
“Und nun glüht auch noch das Eis und die Unschuld meiner Gipfel.”
Dürres Gras und Steppe seid ihr mir: aber ich will laufende Feuer aus euch machen und Verkünder mit Feuerzungen.
Gold blitzt ihm im dunklen Auge: ein goldner Kahn schwimmt drin auf schwarzen Gewässern.
Ihr seid klug und habt kluge Finger: aber erst wenn sich eure Finger in eure Faust verkrochen haben, will ich auch an eure Kraft glauben.
Ich weiß euch meine bunten Decken aufzulegen: und wer sich aufs Pferd versteht, versteht sich wohl auch auf den Sattel.
Noch gleiche ich dem Hahn auf fremdem Gehöfte, nach dem auch die Hennen beißen.
Es ist mehr Ungerechtigkeit im Verehren als im Verachten.
Wie hoch ich wohne? Niemals noch zählte ich, wenn ich stieg, die Treppen bis zu mir: wo alle Treppen aufhören, da beginnt mein Dach und Fach.
Man wird dich noch an den Haaren in deinen Himmel ziehn müssen!
Von besserem Stoffe dünkt ihr euch, ihr Schwärmerischen? Daß ihr euch nur nicht bloß besser auf Kleider und Verkleidung versteht! Ihr wißt euren Stoff besser zu bemänteln!
Bin ich sonst unsichtbar, so will ich doch an den Masten einsamer Schiffer und Entdecker sichtbar werden—als Flamme und Zeichen der Hoffnung.
Stand nicht die Welt still? Wie mit furchtbaren Ringeln umwand und band mich diese Stille!
Das Weib sagte: “wohl brach ich die Ehe. Aber zuerst brach mich die Ehe!”
Den, der uns liebt, zu verführen, daß er thut, worüber er Scham leidet vor sich und uns—das ist das Grausamste der Grausamen.
Und wenn dir nicht die Sterne vom Himmel fallen wollen, so wirf deinen Stern nach dem Himmel—das sei deine ganze Bosheit!
Und wer sich aus der Höhe zu den Menschen herabwirft: was darf dem an gebrochenen Gliedmaßen gelegen sein?
Ihr blickt zurück auch, wenn ihr vorwärts geht: und oft muß man euch wider den Leib rennen.
Ich horchte auf Wiederhall, aber ich hörte nur Lob.
Viel von sich reden ist auch ein Mittel sich zu verbergen.
Wer uns nicht fruchtbar macht, wird uns sicher gleichgültig.
Man handelt wohl für seinen Nächsten, aber man schafft nicht für ihn.
Mitunter siegt wirklich die Wahrheit: irgend ein Irrthum hat für sie gekämpft.
Schon dort, wo eure Redlichkeit aufhört, sieht euer Auge nichts mehr.
Seine schlimmen Eigenschaften lassen es ihn entgelten, wenn sie sich haben von der Tugend überwinden lassen.
Er überredet so, daß er die Gründe selber überredet, ihm nachzulaufen.
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Daß Zarathustra die höchste Noth erreicht und damit erst sein höchstes Glück: er wird schrittweise unglückseliger und glücklicher. Im Augenblick, wo Beides aufs Furchtbarste contrastirt, geht er zu Grunde. Zum Plane.
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“Dies sind die Reden Zarathustra’s von den sieben Einsamkeiten”—: darin soll dargestellt werden, wie die Noth parallel wächst mit dem Glücke. Das Schenken, so wie das Schaffen zeigt sein andres Gesicht. Die Härte in der Tugend: die Qual in Mitleid und Gerechtigkeit: die Vereinsamung und Heimatlosigkeit für den Freund der Kommenden: das Schaffen als ein Zaubern bringt eine Entzauberung mit sich in Bezug auf alles, was da ist: die Unlust an den höchsten Exemplaren entfremdet uns denen, an welchen doch gearbeitet werden muß: usw.
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Mir die ganze Immoralität des Künstlers in Hinsicht auf meinen Stoff (Menschheit) zu erobern: dies war die Arbeit meiner letzten Jahre.
Die geistige Freiheit und Freudigkeit mir zu erobern, um Schaffen zu können und nicht durch fremde Ideale tyrannisirt zu werden. (Im Grunde kommt wenig darauf an, wovon ich mich loszumachen hatte: meine Lieblings-Form der Losmachung aber war die künstlerische: d.h. ich entwarf ein Bild dessen, was mich bis dahin gefesselt hatte: so Schopenhauer, Wagner, die Griechen (Genie, der Heilige, die Metaphysik, alle bisherigen Ideale, die höchste Moralität)—zugleich ein Tribut der Dankbarkeit.
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Es that Noth, mich von dem Wahne zu erlösen, daß die Natur verlernen müsse, Ziele zu haben.
Lösung von der Weltmüdigkeit: Dafür jetzt meine Lehre von der Erlösung des Menschen von sich selber.
“sie haben erkannt, und es ekelt sie zu handeln p. 35 Geburt der Tragödie. “sie rettet die Kunst—und durch die Kunst rettet sie sich das Leben.” Grundgedanke. Mein weiteres Leben ist die Consequenz.
Künstler (Schaffender), Heiliger (Liebender) und Philosoph (Erkennender) in Einer Person zu werden:—mein praktisches Ziel!
Die Bescheidung: um Raum und Kraft und Muth zum Schaffen zu finden. (Begrenzung auf das Menschliche, im Gegensatz zu “Weltprozeß” und “Hinterwelt”)
Um mir Freiheit von den alten Idealen zu schlaffen: wandte ich mich mit Wohlwollen hin nach den entgegengesetzten Idealen : ich suchte das Beste auch an dieser Zeit heraus.
Ich machte mich los: von der Bildung, von der bisherigen Art der Gelehrten
“Pessimist des Intellekts.”
“intellektuales Gewissen” Entstehung: “das Wahre ursprünglich nützlicher und ehrebringender. Vermischte Meinungen und Sprüche p. 13.
Mein Hohn gegen die Weltprozeßler-Unbescheidenheit, mein Unglaube an einen “Trieb nach Erkenntniß in sich,” ich ließ den historischen Sinn nur aus drei Trieben entstehen.— War alles schon vorhanden.
Haß gegen den Kantischen Obscurantismus, gegen die Kantische Lehre vom interesselosen Wohlgefallen und Schweigen des Willens.
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Danke dem, der da nimmt!
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Habe Mitleiden mit deinem Fuße, daß er nicht auf Moorast trete: Den, der seinen Freund verräth, sollst du nicht einmal mit dem Fuße treten.
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Zur Überwindung der bisherigen Ideale (Philosoph, Künstler, Heiliger) that eine Entstehungs-Geschichte noth.
An Stelle des Heiligen-Liebenden stellte ich den, der alle Phasen der Cultur liebevoll-gerecht nachempfindet: den historischen Menschen der höchsten Pietät.
An Stelle des Genies setzte ich den Menschen, der über sich selber den Menschen hinausschafft (neuer Begriff der Kunst (gegen die Kunst der Kunstwerke)
An Stelle des Philosophen setzte ich den freien Geist, der dem Gelehrten, Forscher, Kritiker überlegen ist und über vielen Idealen noch leben bleibt: der ohne Jesuit zu werden, trotzdem die unlogische Beschaffenheit des Daseins ergründet: der Erlöser von der Moral.
Schopenhauer als Erzieher p. 60 “Erst, wenn wir, in der jetzigen oder in einer kommenden Geburt, selber in jenen erhabenen Orden der Philosophen, der Künstler und der Heiligen aufgenommen sind, wird uns auch ein neues Ziel unserer Liebe und unseres Hasses gesteckt sein—einstweilen haben wir unsere Aufgabe.”
| Der Werth des | Irrthums (Wahns) | |
| des Vergessens | ||
| endlich der Werth | des Bösen | |
| der Feindschaft |
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Meine Differenzen mit Rée: Grundgegensatz Gebundenheit an ein Herkommen und Lösung davon—nicht “Egoistisch” und “Unegoistisch”
Es fehlt ihm der historische Blick für die außerordentliche Verschiedenheit in den Werthtafeln des Guten.
M A p. 79.
Andere Ableitung des Gerechtigkeitsgefühls und der Eitelkeit.
Ich bekämpfe den Gedanken, daß der Egoismus schädlich und verwerflich ist: ich will dem Egoism das gute Gewissen schaffen.
Ich behaupte, daß der Heerden-Instinkt das ursprünglich Stärkere und Mächtigere ist: daß das Individuell-Handeln (das Nicht-nach-dem-Herkommen-handeln) als böse empfunden worden ist.
sie sagen: nur als Gewohnheit etwas verwerflich finden
Rée meint, der Nutzen sei etwas Geringeres: seine ganze Betrachtungsart steht unter dem moralischen Vorurtheil.
p. 47 “wenn bei den Strafen nichts daran erinnert, daß sie ein Abschreckungsmittel sind, so muß der Schein entstehn, als ob sie eine Vergeltung sind.” Warum? Was ist denn Vergeltung? Er meint, das Gerechtigkeitsgefühl entstehe, weil etwas Vergeltung scheint. Aber der Begriff Vergeltung ist nicht untersucht. Auch, daß alle Strafe aus der Rache entsteht, übersehen.
“Handlungen, die nothwendig sind, können nicht vergolten werden” p. 49 Gewiß können sie das! Er meint, sie sollten es nicht, es wäre unbillig! d. h. er steht selber unter den moralischen Voraussetzungen.
Gerechtigkeits-Gefühl d. h. verlangen, daß ein vergeltendes Leid geschehe.— Nach Rée die Folge von 2 Irrthümern: 1) daß die Strafe Vergeltung scheint 2) daß man den Willen für frei hält.
Er meint, man würde nicht vergelten, wenn man den Nächsten für unfrei hielte. Nun denke man, was hier vergelten ist: zunächst hindern, hemmen, daß das Schädigen fortgeht. Man vergilt einem fallenden Steine nicht.— Er hat Recht.
Fehlerhaft ist bei Rée, das Gerechtigkeitsgefühl aus dem Strafen und nach dem Strafen entstehn zu lassen: während die Strafen aus ihm entstanden sind.
Unserem Schädiger muß vergolten werden, weil er das Bewußtsein unserer Macht gemindert hat: es ist ein Verbrechen an unserer Selbst-Schätzung.
Es genügt durchaus nicht: einen moralisch guten Zweck haben nur die das Wohl Anderer ihrer selber wegen wollen, sondern was für ein Wohl.
Ihn interessirt nur die Entstehung der Urtheile “gut” und “böse”—aber die bestimmte Beschaffenheit dieser Handlungen, ihre wirkliche Nützlichkeit (im Verhältniß zu der vermeinten) interessirt mich.
Moral zuerst Selbstverherrlichung des Mächtigen und der herrschenden Kaste.
Lust-Unlust sind Begleit-Erscheinungen, keine Zwecke.
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Irrlicht auf einem Sumpfe.
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Ersatz der Rache: sobald man begriffen hat, daß der Eingriff in unser Machtgefühl es war, was uns so kränkte, soll man darüber nachdenken, wie man sich eine Steigerung des Machtgefühls schafft. Es ist eine Geistes-Armut, dabei stehn zu bleiben, daß man den Schädiger selber schädigt und mehr schädigt. Dies ist aber noch der Fall bei unserem Strafrecht. Hier ist das Gemeinde-Machtgefühl beleidigt, wenn Jemand das Gesetz bricht: eine kühne Unternehmung, eine noble Handlung zum Besten des Gemeinwesens könnte recht wohl dagegen gerechnet werden! Es sollten Einzelne einen Schaden so wieder gut machen, den andere Einzelne stiften: gleichsam als überschüssige Gutthäter.— Ist aber der Einzelne beleidigt, so soll er sich eine Stufe höher begeben und so sein Machtgefühl herstellen und erweitern. Die ganze Gemeinheit der Elenden soll ein Sporn und eine Leiter der Edlen werden.— Aber man soll nicht einzelne Handlungen vergelten: Handlungen sind Symptome des ganzen Wesens—es giebt keine einmaligen Handlungen. Sobald ich erkenne: “ein Mensch ist dessen fähig”—so ist meine Gesammt-Stellung zu ihm verändert: von jetzt ab gilt er mir als Feind und ich will ihn nicht nur bekämpfen, sondern vernichten.— “Er gehört nicht mehr zu uns” ist unsere Maßregel.
Mein Programm: Beseitigung der Strafe: für uns. Unsinn in der Wiedervergeltung. (Ist etwas Böse, so thut ja der Wiedervergelter ebenfalls das Böse.) Nicht abschrecken ist der Zweck, sondern sich schützen vor weiterem Schaden (nebst Ärger darüber, daß wir zu arglos waren)
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Gegen Rée: wo Leid ist, da ist etwas gethan worden, was wider den Nutzen war—in der Natur, etwas Zweckwidriges.
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Wenn es wahr ist, daß der Gesichtspunkt der Gemeinde Nützlichkeit den Werth des Uneigennützigen bestimmt hat: so bleibt jetzt noch zu fragen: ist das Urtheil wahr, berechtigt? Ist der Wohlwollende nützlich?
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Wo Lebendiges ist, da giebt es plötzliche Explosionen von Kraft: das subjektive Gefühl ist “freier Wille” dabei. Die Zahl und die Mächtigkeit dieser Explosionen bestimmt zunächst den Werth eines Lebendigen: dann die diesen Explosionen gegebene Richtung. Wenn wir von “Motiven zum Handeln” reden, meinen wir immer nur “die Motive zur Richtung.”
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Ziel: Höherbildung des ganzen Leibes und nicht nur des Gehirns!
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Über die Massen müssen wir so rücksichtslos denken wie die Natur: sie erhalten die Art.
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Hinter meiner ersten Periode grinst das Gesicht des Jesuitismus: ich meine: das bewußte Festhalten an der Illusion und zwangsweise Einverleibung derselben als Basis der Cultur. Oder aber: Buddhismus und Verlangen in’s Nichts (der Schopenhauerische Widerspruch zwischen Theorie und Praxis unhaltbar). Der ersten Gefahr ist W erlegen.
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NB! Geschichte des höheren Menschen. Die Züchtung der besseren Menschen ist ungeheuer viel schmerzhafter. Ideal der dabei nöthigen Opfer bei Zarathustra zu demonstriren: Verlassen von Heimat, Familie, Vaterland. Leben unter der Verachtung der herrschenden Sittlichkeit (verachtet). Qual der Versuche und Fehlgriffe. Lösung von allen den Genüssen, welche die älteren Ideale boten (man empfindet sie theils feindlich, theils fremd auf der Zunge)
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Der Genuß im Wehethun, weil es eine Steigerung des Machtgefühls mit sich bringt. am größten, wenn eine Verminderung vorherging—also in der Rache.
Der Genuß im Wohlthun ist auf ganz gleicher Basis erwachsen—und Großmuth ist eine sublimirte Rache und daher ein sehr großer Genuß.
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Jedes Lebendige greift so weit um sich mit seiner Kraft, als es kann und unterwirft sich das Schwächere: so hat es seinen Genuß an sich. Die zunehmende “Vermenschlichung” in dieser Tendenz besteht darin, daß immer feiner empfunden wird, wie schwer der Andere wirklich einzuverleiben ist: wie die grobe Schädigung zwar unsere Macht über ihn zeigt, zugleich aber seinen Willen uns noch mehr entfremdet—also ihn weniger unterwerfbar macht.
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Die moralische Werthschätzung bezieht sich zuerst auf die Unterscheidung von höheren und niederen Menschen (oder Kasten) Moral ist zuerst Selbst-Verherrlichung der Mächtigen: und in Hinsicht auf die Unmächtigen Verachtung. Nicht “gut” und “böse,” sondern “edel” und “gemein” ist die ursprüngliche Empfindung. Dann erst werden die unterscheidenden Handlungen und Eigenschaften edel genannt, und die ihnen entgegengesetzten gemein.
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Der Dieb handelt nicht, um den Genuß einer Macht zu haben, er versetzt sich nicht in die Wirkung hinein, die seine Handlung im Anderen hervorbringt. Ebenso wenig der Räuber, oder wer den Anderen tödtet, um ihm Etwas zu nehmen. Aber sie verrathen, daß sie sich vor uns fürchten, deshalb
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In wie fern ist Verletzung Unrecht?— Es entsteht bei der Verletzung das Bedürfniß nach Vergeltung: was ist das? Nicht zu verwechseln, das Gefühl, einen Feind erkannt zu haben, dem wir das weitere Schädigen unmöglich machen. Oder die Absicht, das uns Genommene zurückzuerhalten oder ein Äquivalent. Eine Erbitterung ist noch dabei. An sich wird der Feind nicht als schlecht empfunden: aber fast immer ist bei dem Verletzten ein Selbst-Vorwurf: wir waren zu sorglos, unsere Waffen waren nicht in Ordnung, wir hätten uns längst für gewarnt halten können usw. Dieser Verdruß über uns selber—also eine geringere Achtung vor uns—ist der Hauptgrund der Erbitterung in der Rache: und auch der Anlaß zur Feinheit in der Ausführung der Rache.
Daß Alles bezahlt wird und für jedes Ding ein Aquivalent existirt, hat die Phantasie dazu geführt, auch ein Aquivalent von Schaden zu erdenken: und von Vergeltung zu reden. Aber im Grunde ist es auf etwas Andres abgesehn, auf viel mehr als eine Abzahlung. Vergeltung ist nur eine Heuchelei und Schönfärberei des sich Rächenden. “Schuld.”
Das Gefühl der Rachelust hört auf, wenn der Verletzer sich demüthigt, den Schaden gut macht: damit ist er besiegt.
Das Absichtliche im Schädigen ist ursprünglich nicht in’s Auge gefaßt: sondern daß man beschädigt ist und um wie viel. Die Strafe folgt darauf. Das Schädigen wird vergolten—ist die älteste Form, nicht die feindselige Gesinnung. Die Empörung entsteht über die Schädigung also über den Erfolg des Feindes, nicht über die Feindseligkeit. Es ist das Gefühl des Besiegten—das Verlangen nach Vergeltung: nicht das Gefühl, daß Unrecht geschehn sei.
Rache, das Verlangen nach Vergeltung ist nicht das Gefühl, daß Unrecht geschehn sei, sondern daß ich besiegt bin—und daß ich mit allen Mitteln jetzt meine Geltung wieder herstellen muß.
Unrecht entsteht erst, wo ein Vertrag gebrochen ist, wo also Friede und Treue verletzt wird. Dies ist die Empörung über eine unwürdige Handlung, unwürdig der vorausgesetzten Gleichheit der Empfindungen. Also etwas Gemeines, Verächtliches muß daran sein, das auf eine niedrigere Stufe weist. Die Gegen-Absicht kann nur die sein, das unwürdige Wesen auf diese tiefere Stufe zu setzen: also ihn von uns zu trennen, auszustoßen, zu erniedrigen, Schmach anzuthun. Sinn der Strafe.
Der Sinn der Strafe ist nicht abzuschrecken, sondern in der gesellschaftlichen Ordnung Jemanden niedriger zu setzen: er gehört nicht mehr zu den uns Gleichen.
Jede Maßregel, die dies bewirkt, ist ausreichend. “Ächtung.” In dieser Richtung muß sich das Strafwesen entwickeln!
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Zarathustra 3: Die Anderen dürfen gehorchen: und ihre Eitelkeit verlangt, daß sie nicht abhängig von großen Menschen, sondern von “Principien” erscheinen.
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Die Erbitterung über uns selber, bei der Rache, setzt sich bei geringeren Naturen sehr schnell um in Empörung gegen den Feind und den Wunsch, ihn etwas Verächtlichen zu beschuldigen
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Die Vergewaltigung und der Übermuth des Mächtigen in Hinsicht auf den Unterworfenen: die Entwicklung der Klugheit und der Vermenschlichung geht dahin, diese Vergewaltigung und diesen Übermuth immer geistiger werden zu lassen. Aber wie sollte die Macht sich nicht selber genießen wollen!
Das höchste Verhältniß bleibt das des Schaffenden zu seinem Material: das ist die letzte Form des Übermuths und der Übermacht. So erst ist die organische Form zu Ende gebracht: also gleich wie der Leib abhängig ist von den Willens-Impulsen und dabei sich selber genießt, wenn er am besten beherrscht wird.
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Die Erlösung von der Moral.
Organisch-moralisch (Wettstreit der Affekte und Überherrschaft eines Affektes über den Intellekt)
Rache, Unrecht, Strafe.
Wer an gut und böse glaubt, der kann niemals das Böse als Mittel zum Guten behandeln; und jede teleologische Weltbetrachtung, die nicht mit der Sittlichkeit absolut bricht, ist verloren.
Es könnte eine Geschichte der Werthurtheile über Lebensmittel geben: dabei bestünde vollkommen noch die Frage: welchen Werth hat es daß so und so gegessen worden ist?— So bleibt die Frage: welchen Werth hat es, daß so und so zeither gehandelt worden ist?, getrennt von der Frage: was hat man bisher den Handlungen für Werthe zugemessen?— Die Geschichte der bisherigen Werthschätzungen und ihrer Gründe ist etwas anderes als die Schätzung selber.
Kein Mensch wird sagen: daß der Stein falle, das sei Moral. Nun denn! der Mensch steigt—und das ist auch nicht Moral!
Das Collectiv-Gewissen. Der Atavismus in der Schätzung des Unegoistischen.
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Der Schwächere giebt nach und unterwirft sich, wenn die Rache Unsinn ist.
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“Was Zarathustra bestimmt hat, wird geschehen: wie sollte seine große Seele ihren Entschluß ändern können!”
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Halten wir fest, daß der Mensch das Raubthier aller Raubthiere ist! Man sagt, er liebe sich selber: aber das ist herzlich wenig Liebe!
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Zarathustra erkennt, daß er auch nicht für seine Freunde da ist “Wer sind meine Freunde!” Weder fürs Volk, noch für Einzelne! Weder für Viele noch für Wenige! Die Freundschaft zu überwinden! Zeichen seiner Selbst-Überwindung im Anfang von III
Emerson p. 426 Schilderung des Weisen.
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Als er Pana erräth, stirbt Zarathustra vor Mitleid mit ihrem Mitleid. Vorher der Augenblick der großen Verachtung (höchste Seligkeit!)
Alles muß in Erfüllung gehn, namentlich alles aus der Vorrede.
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Der letzte Verhalt, das feinste Stillschweigen verhindert allen großen Erfolg: sobald der M vollkommen der Wahrheit ist, bewegt er die ganze Natur. III Theil Zarathustra
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Es handelt sich um mehr als Schenken: um Schaffen, um Vergewaltigen! Grundgedanke der zweiten Einsamkeit (Beginn vom III.)
Unsere “Geschenke” sind gefährlich!
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Beherrschung der Menschheit zum Zweck ihrer Überwindung
Überwindung durch Lehren, an denen sie zu Grunde geht, ausgenommen die, welche sie aushalten.
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Zuerst wenden sich Alle von Zarathustra ab (dies schrittweise zu schildern!). Zarathustra entzückt, merkt nichts. Pana will ihn tödten. Im Augenblick, wo sie den Dolch führt, versteht Zarathustra alles und stirbt am Schmerz über dieses Mitleiden. Dies ist deutlich zu machen!
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Die “Wahrheit,” die “Vernichtung der Illusionen,” “auch der moralischen Illusion”—als das große Mittel der Überwältigung der Menschheit (ihrer Selbstzerstörung!) III Theil.
NB. Alle hier an Zarathustra dargestellten Leiden der Entwicklung sind viel mehr als Leiden des höheren Menschen an seinen Besuchern darzustellen.
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“Aus Liebe that ich das größte Leid: nun schmelze ich weg an dem Leide das ich that—
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Als alle fort sind, streckt Zarathustra nach der Schlange die Hand aus: “was räth mir meine Klugheit?”—sie sticht ihn. Der Adler zerreißt sie, der Löwe stürzt sich über den Adler. Als Zarathustra den Kampf seiner Thiere sah, starb er.
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Man hat keine Zeit für mich? Gut, so werde ich warten. Was liegt an einer Zeit, die “keine Zeit hat”!
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Zarathustra’s Dankgebet eines Genesenden.
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Zarathustra als “Herbst,” als “Pflugschar” usw.—verschiedene Melodien!
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Rede auf die Unschuld des Werdens. Seligpreisung sub specie aeterni.
Die Weihung des Kleinsten.
Die Gelobenden.
Die neuen Könige.
Das Zerbrechen der Tafeln. (Aus Theil 4 Anfang von Scene 3)
Der große Mensch als Rival mit der großen Natur.
Die zwei Bewegungen (zum letzten Menschen und zum Übermenschen).
Die Erlösung der Bösen.
Eine viel längere Jugend, in vielen Ländern und Gewerben und Künsten umher, als Kind.
Die neuen Lehrer als Vorstufe der höchsten Bildner (ihren Typus aufdrückend)
Die schwerste Erkenntniß als Hammer.
Lob der Barmherzigkeit (zu Gunsten der Kommenden)
Heraufbeschwören der Feinde! (wir haben sie um unseres Ideals willen nöthig!
Unsere ebenbürtigen Feinde in Götter verwandeln und so uns heben und verwandeln!
Einheit des Schaffenden, Liebenden, Erkennenden in der Macht.
Der Wille zum Leiden—zum Tiefnehmen des Leidens, als Mittel der Verwandlung.
Der Parasit als der Schlechte. Wir dürfen nicht nur Genießende des Daseins sein—unvornehm.
Das frohlockende Gewissen: als Gebet.
Gegen Lob und Tadel. Nach Jahrhunderten leuchten; Vorausbestimm der Zukunft.
Die Überwältigung der Vergangenheit: und dann das heilende Vergessen, der göttliche Umkreis.
Das heilige Lachen.
Das Trost-Lied (nach meiner Musik).
Die Lehre der Wiederkehr ist der Wendepunkt der Geschichte.
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Einsamkeit für eine Zeit nothwendig, damit das Wesen ganz und durchdrungen werde—ausgeheilt und hart.
Neue Form der Gemeinschaft: sich kriegerisch behauptend. Sonst wird der Geist matt. Keine “Gärten,” und bloßes “Ausweichen vor den Massen.” Krieg (aber ohne Pulver!) zwischen verschiedenen Gedanken! und deren Heeren!
Neuer Adel, durch Züchtung. Die Gründungs-Feste von Familien.
Der Tag neu eingetheilt; die körperlichen Übungen für alle Lebensalter. Der Wettkampf als Princip.
Die Geschlechts-Liebe als Wettkampf um das Princip im Werdenden, Kommenden.— Das “Herrschen” wird gelehrt, geübt, die Härte ebenso wie die Milde. Sobald ein Zustand meisterlich gekonnt wird, muß ein neuer erstrebt werden.
Sich durch die Bösen belehren lassen und auch ihnen Gelegenheit geben zu Wettkämpfen. Die Entartenden zu benutzen.— Das soll das Recht der Strafe sein, daß der Frevler benutzt werden darf, als Experiment-Objekt (zu neuer Ernährung): dies ist die Weihe der Strafe, daß hier zum höchsten Nutzen der Kommenden einer verbraucht wird.
Wir schonen unsere neue Gemeinde, weil sie die Brücke zu unserem Ideale der Zukunft ist. Und für sie arbeiten wir und lassen die Anderen arbeiten.
Wohnorte.
Art der Gemeinschaft.
Kriege.
Der neue Adel.
Die Versuche (Strafen usw.)
Das Weib im Weibe erlösen.
Die vielen Seelen-Wanderungen des Einzelnen. Lange Jugend.
Die Zeit zur Einsamkeit.
Die Wahl der Wohn-Orte neu (Inder als warnendes Beispiel!)
Das Weib im Weibe erlösen!
Die körperliche Stärke soll auf der Seite des größten Gedankens sein—so lange muß Krieg sein zwischen den verschiedenen Gedanken!
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Plan zu III Zarathustra.
Zarathustra 3: der Übergang vom Freigeist und Einsiedler zum Herrschen-Müssen: das Schenken verwandelt sich—aus dem Geben entstand der Wille, Zwang-zum-Nehmen zu üben. Die Tyrannei des Künstlers zuerst als Selbst-Bezwingung und—Verhärtung!
Psychologie des Herrschenden. (Das Verlangen nach den Freunden entpuppt sich als Verlangen nach Werkzeugen des Künstlers!)
Zarathustra 3: zuerst Flucht vor der “unaussprechlichen Wahrheit” Skepsis, Verhöhnung seiner selber, willkürliche Blindheit, zunehmendes Elend, Schwächegefühl. Die 7 Einsamkeiten—Versuch, irgendwo in einer vergangenen Welt-Betrachtung unterzukommen, auszuruhen. Die Einwände gegen seine Lehre präsentiren sich. Die Verführer auch. (Einzuschieben: “das Trost-Lied.”)
Das schwerste Leid ist, nicht um seiner Willen, sondern daß seine Liebsten an seiner Lehre verbluten.— Aber zugleich erhebt sich Zarathustra nach diesem Erlebniß zur größten Härte gegen sich und die Nächsten und denkt nur noch an die “Zukunft.”
Zuletzt der Löwe als drittes Thier Zarathustra’s—Symbol seiner Reife und Mürbe.
“Dankgebet des Genesenden”: Damit schließt Theil 3.
16 [52]
Die Liebe zu den Freunden möchte Zarathustra zwingen, seine große Wahrheit zurückzuhalten: auch nachdem er sie sich selber eingestanden hat.— Das ist das Problem des Herrschenden: er opfert die, welche er liebt, seinem Ideale.
16 [53]
Der Bund der sich Opfernden auf Zarathustra’s Grabe. Vorher sind sie geflohen: jetzt, als sie ihn gestorben finden, werden sie die Erben seiner Seele und heben sich auf seine Höhe. (Dies die letzte Scene im Zarathustra 4—“der große Mittag”—heiter—tiefer Himmel)
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Alles warnt Zarathustra, weiter zu reden: Vorzeichen. Er wird unterbrochen. Einer tödtet sich, einer wird wahnsinnig. Stimmung eines göttlichen Übermuths im Künstler—: es muß an’s Licht. Als er zugleich die Wahrheit der Wiederkehr und den Übermenschen gezeigt hat, überwältigt ihn das Mitleiden.
Bei ihm zunehmende Erhebung (bei dieser Erhebung macht er alle Stufen des Bösen durch—aber um seines Zieles willen. Er ist da der Lehrer des Bösen, der Härte usw.) und “Alpenglühen”—bei seinen Zuhörern zunehmende Verdüsterung. Zuletzt Regen usw.
16 [55]
Plan zum 4. Zarathustra.
| 1. | Der Sieges-Zug, die Pest-Stadt, der symbolische Scheiterhaufen. 30 | |
| 2. | Die Verkündungen der Zukunft: seine Schüler erzählen ihre Thaten. 30 | |
| 3. | Die letzte Rede mit Vorzeichen, Unterbrechungen, Regen, Tod. 30 | |
| 4. | Der Bund auf seinem Grabe—die Gelobenden—der große Mittag—ahnungsvoll-heiter und schauerlich. 30 |
16 [56]
“Willst du dies noch einmal?”
Hellsichtig über sein Schenken und Lehren, über die Liebe zu seinen Freunden.
Die höchste Verantwortlichkeit fühlt er auf sich liegen.
Was Glück!
Wille zum Leiden und Charakter-Stärke des Wegs (die Kalten, Harten, Parasitischen).
Ein Experiment jedes wirkliche Leben!
Die Moral bisher aus Schwäche: man wollte Autorität und erdichtete sich die Rückenlehnen.
Der Widerspruch der Güte und des Schöpferischen: das ist das Problem der Weisheit.
16 [57]
Auch die Triebe der zukünftigen Menschheit sind schon da und verlangen ihre Befriedigung—ob wir sie gleich noch nicht bewußt kennen. So giebt es auch im großen Individuum eine anscheinende Sorge für noch nicht vorhandene Bedürfnisse.
16 [58]
Dies sind die Reden von den sieben Einsamkeiten, welche Zarathustra zu seinem Herzen redete, als er seine Freunde verlassen hatte und auch seine Thiere; und damals hätte er gerne sich selber verlassen.
16 [59]
Man soll das Weib im Weibe freigeben!
16 [60]
Es ist nicht genug, eine Lehre zu bringen: man muß auch noch die Menschen gewaltsam verändern, daß sie dieselbe annehmen!— Das begreift endlich Zarathustra.
16 [61]
Die Vergangenheit in uns zu überwinden: die Triebe neu combiniren und alle zusammen richten auf Ein Ziel:—sehr schwer! Es sind durchaus nicht nur die bösen Triebe, welche zu überwinden sind—auch die sogenannten guten Triebe müssen überwältigt werden und neu geweiht!
Die Versuchungen:
auszuruhen in der vergangenen Welt-Betrachtung.
Die spöttische Skepsis und Selbst-Zersetzung: was könntest du denn “schaffen”!
“du bist nicht stark genug! Überlaß es Stärkeren!” Genieße deine Müdigkeit selber! Bewundre dich!
überrede dich, daß dein Mitleiden die Tugend ist und daß du dem Glück Anderer deine Erkenntniß opferst.
Gesteh dir doch ein, was dieser Wille zum Schaffen ist—Herrschsucht, welche sich nicht auf dem nächsten Weg befriedigen kann. “Freunde?” Du willst Werkzeuge haben!
Und warum denn diese Wahrheit reden! Selbst wenn du glauben dürftest, daß es Wahrheit ist! Es giebt ja keine Verbindlichkeit mehr für dich! Keine “Pflicht zur Wahrheit”!
Du verleidest Allen den Genuß des Vorhandenen, du bist der Lehrer der großen Müdigkeit selber!
du entkräftest die Tugend und machst sie weniger gelobt, also weniger begehrt. Du selber raubst der Menschheit die Kraft, mit der sie nach dem Ziele laufen könnte!
16 [62]
Der Grad von psychologischer Feinheit entscheidet, ob einer seine Handlungen gut oder böse auslegt. Und nicht nur Feinheit, sondern seine Rachsucht, Verstimmung, Gutartigkeit, Leichtsinnigkeit usw.
16 [63]
NB. Der Gedanke selber wird im dritten Theil nicht ausgesprochen: nur vorbereitet. Zuerst: Kritik alles bisher Gelehrten.
Welche Trostmittel ihm abhanden gekommen sind.
der Glaube und das Zutrauen zu einer höchsten Weisheit und Güte
der Glaube an das Gute, die Stimme der Pflicht usw.
Das böse Gewissen (an das beste Gewissen setzt sich Furcht Selbst-Mißtrauen, Skepsis, Verschweigen-Müssen, Verstellung an usw.)
Das Lied des Fliegenden.
Der Mensch als Rival der großen Natur.
Furcht vor den Folgen der Lehre: die besten Naturen gehen vielleicht daran zu Grunde? Die schlechtesten nehmen sie an?
Lösung Zarathustra III: du mußt dich über die Moral erheben, du hast sie durchschaut—deine ganze Trübsal war ihre Folge.
es giebt kein andres Mittel, wie der Mensch sich selber überwindet.
Das geringste Verschweigen lähmt seine ganze Kraft: er fühlt, daß er einem Gedanken bisher ausgewichen ist,—der stürzt nun mit ganzer Kraft über ihn her! Es ist ein Ringkampf: wer ist stark genug, Zarathustra oder der Gedanke?
Wozu Wahrheit?— Es ist der stärkste Trieb geworden, der Wille zur Wahrheit! Zarathustra kann nicht anders!
— und ob ich von jetzt an rückwärts zähle oder vorwärts: ich halte den Streifen der Unendlichkeit in der Hand und
Die Thoren sagen: “aber da wäre ja eine Unendlichkeit schon vollendet”: doch man soll reinlich sein im Scheiden der Worte und nicht einmal Anfang nennen, was man das andere Mal Ende nennt.
Seine Beruhigung: es läßt sich die Wirkung nicht voraussehn!
der größte Gedanke wirkt am langsamsten und spätesten!
seine nächste Wirkung ist ein Ersatz für den Unsterblichkeitsglauben: er mehrt den guten Willen zum Leben?
Vielleicht ist er nicht wahr—mögen Andere mit ihm ringen!
16 [64]
1. Die Einsamkeit in Scham und Schwäche und Schweigen vor einem großen Gedanken.
Wozu Wahrheit!
2. Die Einsamkeit, der alle alten Trostgründe abhanden gekommen sind.
3. Die Einsamkeit mit den Versuchungen.
4. Die Einsamkeit ohne Freunde, ja mit dem Bewußtsein, die Freunde zu opfern.
5. Die Einsamkeit der höchsten Verantwortlichkeit.
6. Die Einsamkeit in der Ewigkeit, jenseits der Moral: der Schöpferische und die Güte. Es giebt keine Lösung als ein anderes Wesen zu schaffen, das nicht so leidet wie wir.
Determinism: “Ich bin für alles Kommende ein fatum”—ist meine Antwort auf Determinismus!
7. Die Einsamkeit des Kranken. Trostlied. Müdewerden, Stillwerden. Geheiligt durch Leiden.
13 S jede. Jedes Mal der überwindende Gedanke am Schluß.
NB. Alle Bedenken sind Zeichen des Willens zum Leiden, ein Vertiefen des Schmerzes: als der Schmerz am höchsten ist, wirft ihn Zarathustra ab:
größter Schluß-Moment (der Löwe): ich will!!!
Hymnus am Ende: der Siegreiche. (10 Seiten)
16 [65]
Der dritte Theil ist die Selbst-Überwindung Zarathustras, als Vorbild der Selbst-Überwindung der Menschheit—zu Gunsten des Übermenschen.
Dazu ist die Überwindung der Moral nöthig.
Du opferst deine Freunde—sie sind tief genug, um dran zu Grunde zu gehen: und sie haben den Gedanken nicht geschaffen (was mich noch hält!)
Dies als letztes Gegen-Argument, welches sich Zarathustra entgegenstellt—der stärkste Feind. Jetzt wird Zarathustra reif.
Im Theil 4 stirbt Zarathustra, als er den Schmerz seiner Freunde merkt: und sie ihn verlassen.— Aber nach seinem Tode kommt sein Geist über sie.
Die Institutionen als Nachwirkungen großer Einzelner und als Mittel, die großen Einzelnen einzusenken und einzuwurzeln—bis endlich Früchte entstehen.
16 [66]
Ringkampf um die Verwendung der Macht, welche die Menschheit repräsentirt! Zarathustra ruft zu diesem Ringkampfe auf. (4 Th Reden Zarathustra’s)
16 [67]
Die eudämonsocialen Ideale führen die Menschen zurück—sie erzielen vielleicht eine sehr nützliche Arbeiter-Spezies—sie erfinden den idealen Sklaven der Zukunft—die niedere Kaste, die nicht fehlen darf!
Das Glück der Erkennenden. und ihre bisherige Stumpfheit gegen die Ergebnisse der Erkenntniß—Spottlied.
16 [68]
Die kurze Triebkraft der Künstler—sie bleiben bei dem Abbilde ihres Ideals stehn und folgen dem Ideale nicht selber mehr nach—Spottlied. Und gar die Empfänger! Es sollten Lehrer sein—diese Künstler!
16 [69]
Wie viel opfert der Feldherr, Fürst, der Sich-selber-Verantwortliche—das ist hoch zu ehren!
16 [70]
Thatsächlich versuchen die Menschen immer, den großen Einzelnen sich entbehrlich zu machen durch Körperschaften usw. Aber sie hängen ganz ab von jenen Vorbildern.
16 [71]
Der Conflikt des Herrschenden ist die Liebe zu den Fernen in ihrem Kampf mit der Liebe zu den Nächsten.
Schöpfer-sein und Güte sind nicht Gegensätze, sondern Ein- und dasselbe aber mit fernen oder nahen Perspektiven.
16 [72]
Die Schwachen müssen gehorchen.
16 [73]
Maaß und Mitte zu finden im Streben über die Menschheit hinaus: es muß die höchste und kraftvollste Art des Menschen gefunden werden! Die höchste Tendenz fortwährend im Kleinen darstellen—Vollkommenheit, Reife, rothbäckige Gesundheit, mildes Ausströmen von Macht. Wie ein Künstler an dem Tagewerk arbeiten, an jedem Werke uns zur Vollkommenheit bringen, der beste Bruder sein. Die Ehrlichkeit in dem Motive-Sich-Eingestehn, wie es dem Mächtigen geziemt.
NB. mit Wahnsinn der Sehnsucht ist alles zu verderben!
16 [74]
NB. Die inneren Schwierigkeiten des 3. Theils müssen zuletzt als gar nicht nöthig dastehn: sie selber müssen sich aufheben vor der General-Einsicht.
16 [75]
Jedes Opfer, das der Herrschende bringt, wird hundertfach aufgewogen.
16 [76]
General-Einsicht vielleicht: das Organische selber ist das Gesetz, wir können gar nicht anders—Determinism absolut. Die vielen Möglichkeiten, die wir sehen, verwirren uns.
16 [77]
Die größte Masse Kraft des Einzelnen ist so verschwendet, wie die der Sonne. Oder?
16 [78]
Ein Faktum, ein Werk ist für jede Zeit und jede neue Art von Mensch von neuer Beredsamkeit. Die Geschichte redet immer neue Wahrheiten.
16 [79]
Zarathustra 3. Diese ganze Noth, im Widerwillen gegen das Leiden, kam aus dem Gefühl, daß die Kraft noch nicht zureichte—ein Instinkt der schwäche, der zunächst am Handeln hinderte (selbst das Aussprechen des Gedankens hinderte!)— Der Wille zum Leiden ist sofort da, wenn die Macht groß genug ist.
“Die stillste Stunde” war eine Versucherin.
16 [80]
NB. Die Stimmung Zarathustra’s nicht wahnsinnig-ungeduldig nach dem Übermenschen!
sie hat Ruhe, kann warten, aber alles Thun hat Sinn bekommen, als Weg und Mittel dorthin—und muß gut und vollkommen gethan werden.
Ruhe des großen Stroms!!! Weihung des Kleinsten!!! alle Unruhe, heftiges Sehnen, aller Ekel ist im Theil 3 darzustellen und zu überwinden!
(Sanftmuth, Milde des 1 und 2 Theils), usw. alles Zeichen der noch nicht ihrer selber sicheren Kraft!)
Mit der Genesung Zarathustra’s steht Cäsar da, unerbittlich, gütig—zwischen Schöpfer-sein, Güte und Weisheit ist die Kluft vernichtet. Helle, Ruhe, keine übertriebene Sehnsucht, Glück im recht angewendeten, verewigten Augenblick!
16 [81]
Jenseits der Mitte des Lebens—unwiederruflich geopfert—nicht mehr zurück!
16 [82]
(4) Reden: die große Ehrlichkeit in Betreff der Moral—wie es dem Mächtigen gemäß ist
Sammlung ergreifender Dinge des Lebens
16 [83]
(Zarathustra 3.)
Recapitulation: der Übermensch auf alle Weise zu Schaffen. Aber du verliebst dich in deine Freunde und dich selber! Der Gedanke brachte uns eine Last.
| 1. | Die Hellsichtigkeit. auf dem Meere herumgeschlagen | |
| 2. | Heraufbeschwörung der Wahrheit. | |
| 3. | Jenseits der Mitte des Lebens—unwiederruflich geopfert. | |
| 4. | Hohnlied auf die Pessimisten. | |
| 5. | Ich als fatum. | |
| 6. | Die große Natur und der Mensch. | |
| 7. | Lied des Fliegenden. | |
| 8. | Was Freunde! Lob der Freunde (die untergiengen) der stillen Schaffenden Weltverschönerer Preis der Hoffnung—jetzt erst! | |
| 9. | jenseits von Gut und Böse | |
| 10. | Hohn auf die, welche Vertrauen gegen das Leben haben. | |
| 11. | Hohn auf die Künstler. | |
| 12. | Mitgefühl mit den Herrschenden und ihren Leiden. | |
| 13. | Die Skepsis als Versuchung. | |
| 14. | Wahrheit—Lüge. | |
| 15. | Oh daß der da wäre, dem ich fluchen könnte! | |
| 16. | Gespräch mit dem Blitze. Ich selber der Wahrsager | |
| 17. | Einsicht, daß das Gefühl der Schwäche seinen Geist führt. | |
| 18. | Er Sucht, im Verlangen nach Mitgefühl, seine Thiere auf und findet die Höhle zerstört. | |
| 19. | Zarathustra’s “große Verachtung.” | |
| 20. | Versuchung zum Selbstmord. Die Schlange im Hochgebirge. | |
| 21. | Krankheit. Vergessen. | |
| 22. | Regenbogen. Löwin mit Taubenschwarm. Lob der urbestimmten Natur, die sich alles zum Glücke macht. | |
| gegen die Einsiedelei |
16 [84]
(Zarathustra 4.)
| 1. | Die Einladung. | |
| 2. | Der Siegeszug. | |
| 3. | Danklied der Genesenden. | |
| 4. | Der große Mittag. | |
| 5. | Die neue Gemeinschaft. Ich fand den Menschen niedrig geworden, kleine Tugenden, kleine Schlechtigkeiten. | |
| 6. | Wohin? (Die Wohnorte) | |
| 7. | Der neue Adel und seine Erziehung. (Vielheit und Einheit) (Mächtige und die Kleinen) | |
| 8. | Das Weib im Weibe | |
| 9. | Die Bienenstöcke und die Arbeiter. Die Kleinen und ihre Tugenden | |
| 10. | Eintheilung der Zeit und des Tages. Einsamkeit. Die Nahrungssimplicität. “Arm und Reich” überbrückt. | |
| 11. | Die neuen Kriege (gegen die bloß Genießenden). | |
| 12. | Strafe und die Bösen. Die neue Barmherzigkeit zu Gunsten der Kommenden. Die Bösen als Zerstörer ehrwürdig, denn Zerstören ist nöthig. Dann als Quelle von Kraft. | |
| 13. | Das Leben als Versuch: das Glück im Errathen oder Versuchen (Scepsis). Der Tod und die Lust, sich selber als Hemmniß des Lebens weichen zu sehn. | |
| 14. | Das Zerbrechen der Tafeln. Der idealische “Gesetzgeber.” Heroldsruf. | |
| 15. | Das Ich geheiligt. “Selbst-sucht und Herrsch-Sucht” vor Allem. Teichm p. 131. Alle Triebe, bisher verketzert, weil zu stark an falscher Stelle, rehabilitirt. | |
| 16. | Die Erlösung der Vergangenen. Der große Mittag vollgestopft mit vereinigten Gegensätzen. | |
| 17. | Lob der kühlen dialektischen Vernunft, als königlich stark dem Gefühl. Das dankbare Auge. Abwehr des Ungeheuren. | |
| 18. | Die Heiligung des Lachens und des Tanzes. (der Leib als Zeuge des Wachsens) | |
| 19. | Die Ordnung der Feste. | |
| 20. | Die Unschuld des Werdens. Der Kampf mit dem Zufalle. die neue “Unsterblichkeit” “Wille zum Leiden” | |
| 21. | Die große Frage. | |
| 22. | Die Gelobenden. |
16 [85]
Zur Genesung des Zarathustra im Schlusse des dritten Theils.
Zarathustra wie ein Gott darüber sinnend, ob er seinen
Gedanken den Menschen mittheilt. Welche Motive empfindet
ein Gott gegen Menschen?
Die Religion umzudeuten von diesem Standpunkte: der Gott
In seiner Beziehung zu den Menschen.
Zarathustra 3—“Ich selber bin glücklich”—als er die Menschen verlassen hat, kehrt er zu sich zurück. Wie eine Wolke weicht es von ihm. Typus, wie der Übermensch leben muß, wie ein Epicurischer Gott.
ein göttliches Leiden ist der Inhalt des 3. Zarathustra.
der menschliche Zustand des Gesetzgebers wird nur herangezogen zum Beispiel
seine heftige Liebe zu seinen Freunden erscheint ihm als Krankheit—er ist wieder ruhig.
Als die Einladungen kommen, weicht er milde aus.
Hauptlehre: In unserer Macht steht die Zurechtlegung des Leides zu einem Segen, des Giftes zu einer Nahrung. Wille zum Leiden.
Das Menschliche flog mich an, ihr Schatten lag um mich, da fühlte ich Schwäche.
16 [86]
Herrschen? Meinen Typus Andern aufnöthigen? Gräßlich! Ist mein Glück nicht gerade das Anschauen vieler Anderer? Problem.
Gerade jene zum Wettkampfe um Macht aufrufen, welche sich gerne verstecken und für sich leben möchten—auch die Weisen, Frommen, Stillen im Lande! Hohn über ihre genießende Einsamkeit!
Alle schöpferischen Naturen ringen um Einfluß, auch wenn sie allein leben—“Nachruhm” ist nur ein falscher Ausdruck für das, was sie wollen.
Die ungeheure Aufgabe des Herrschenden, der sich selber erzieht—die Art Menschen und Volk, über welche er herrschen will, muß in ihm vorgebildet sein: da muß er erst Herr geworden sein!
Alle Tugend und Selbstüberwindung hat nur Sinn als Vorbereitung des Herrschenden!
Gegen alle bloß Genießenden! Auch die Einsamkeit als Selbstgenuß, selbst die des Selbstquälers.
Ein diamantenes Schwert zerhaut mir jede Finsterniß: nun bin ich hellsichtig worden—war ich doch allzu lange ein Hellsüchtiger!
Gute Tage wollen auf guten Füßen gehen.
Forderung: das neue Gesetz muß erfüllbar sein und aus der Erfüllung muß die Überwindung und das höhere Gesetz wachsen. Zarathustra giebt die Stellung zum Gesetz, indem er das “Gesetz der Gesetze,” die Moral aufhebt.
Gesetze als Rückgrat.
an ihnen arbeiten und schaffen, indem man sie vollzieht. Bisheriger Sklavensinn vor dem Gesetze!
Zarathustra ist selber der Weise geworden, der sich seiner Thorheit freut und der Arme, der sich seines Reichthums freut. Scene: der Narr und der Arme in 4.
Nicht Ein Ideal des Weisen, sondern hundert Ideale des Thoren will ich aufstellen! Zarathustra 4.
Gegen die bärbeißige schauspielerische stoische Herrlichkeit des “Weisen.”
Typus des Gesetzgebers, seine Entwicklung und sein Leiden.
Welchen Sinn hat es überhaupt, Gesetze zu geben?
Zarathustra ist der Herold, der viele Gesetzgeber aufruft.
(Zu 4) Erst die Gesetzgebung. Dann, nachdem durch dieselbe die Aussicht auf Erzeugung des Übermenschen gegeben ist—großer schauerlicher Augenblick! Zarathustra verkündet die Lehre der Wiederkunft—die jetzt erst erträglich ist, ihm selber zum ersten Male!
16 [87]
Wenn die Mitmenschen nur eine Art von unseren Empfindungen sind: so ist folglich Herrschaft nur eine Art von Selbst-Beherrschung: und der Wille, Herr zu sein, ist = der höchsten Besiegung von eigener Furcht und Mitleid und Verwandlung des Anderen in unsere Funktion—also Herstellung eines Organismus.
16 [88]
Die Rechte, die ich mir erobert habe, werde ichAnderen nicht geben: sondern er soll sie sich rauben! gleich mir—und mag sie nehmen und mir abzwingen! Insofern muß ein Gesetz da sein, welches von mir ausgeht, als ob es Alle zu meinem Ebenbilde machen wolle: damit der Einzelne sich im Widerspruch mit ihm entdecke und stärke.
Neue Taxation des Menschen: voran die Frage:
wie viel Macht ist in ihm?
wie viel Vielheit von Trieben?
wie viel Fähigkeit mitzutheilen und aufzunehmen?
Der Herrschende als höchster Typus.
Die Vergangenheit befruchten und die Zukunft zeugen—das sei mir Gegenwart!
Zarathustra selber der Possenreißer, der über den armen Seiltänzer hinwegspringt—zu 3) Hohn gegen sich.
Erste Scene von 3) vielleicht “der Wanderer” und ein Gespräch mit dem Blitze, der plötzlich aufhellt: so hellt sich ihm plötzlich sein Wille auf.
Hohn gegen die sklavenhafte Unterwerfung in der Moral (unter das alte Gesetz irgend eines Menschen)
Ein langdauerndes Individuum bilden (ein Volk), um seine Gedanken in Fleisch Blut und Wille zu übersetzen
Wer ein Recht sich nimmt, wird dies Recht dem Anderen nicht geben sondern ihm Gegner sein, indem er es sich nimmt: die Liebe des Vaters, der dem Sohn widerstrebt.
Der große Erzieher wie die Natur: er muß Hindernisse thürmen, damit sie überwunden werden.
Gegen alle Genießenden:—unvornehm, sich zum Leben nur so zu stellen! Alles Genießen als Ausruhen hinzunehmen! So erst wahrer Genuß!
Wir werden am härtesten für unsere Tugenden bestraft.
Der Mensch macht eine Handlung werthvoll: aber wie sollte die Handlung den Menschen werthvoll machen!
Es ist kühl, der Mond scheint, keine Wolke steht am Himmel,—es lohnt sich nicht zu leben.
16 [89]
Zarathustra 3 Anfang. Recapitulation. Du willst den Übermenschen lehren—aber du hast dich in deine Freunde und dich selber verliebt und aus dem Leben ein Labsal gemacht. Die glückseligen Inseln verweichlichen dich—nun wirst du trübe und leidenschaftlich und schiltst auf deine Feinde. Anzeichen der Schwäche: du weichst einem Gedanken aus.
Aber du sollst die Welt überreden und den Menschen überreden, sich zu zertrümmern.
(Der Reformator in seiner eigenen Gemeinde erschlaffend: seine Feinde sind nicht stark genug. So muß sein größter Feind entstehn, ein Gedanke.
Der Gedanke als Einwand gegen das Leben und Fortleben)
16 [90]
Reue: das ist Rache an sich selber.
und diesen Rath rathe ich meinen Feinden und allen Spuckern und Speiern:
als der Lehrer der großen Verachtung (Im Vorletzten)
Wie ertrüge ichs sonst, euch die große Verachtung zu lehren? —
10, 16[1-90] Herbst 1883
16 [1]
Nature must be conceived by analogy with man, as erring, trying, good and evil—as struggling and overcoming itself.
16 [2]
There are three solitudes: that of the creator, that of the one who waits, that of shame.— I know the word and sign of the Overman; but I do not say it, I conceal it even from myself.— To live in shame before a great truth.
16 [3]
In Act II, the different groups arrive and bring their gift. “What are you doing?”— They say it.— “Thus it is done from the spirit of Zarathustra.”
The doctrine of recurrence will first smile upon the rabble, who are cold and without much inner distress. The most common life drive gives its approval first. A great truth wins over the highest people last of all: this is the suffering of the truthful.
Act I.Loneliness out of shame for oneself: An unspoken thought, which he feels too weak for (too little hard) The temptations, to deceive him about it. The messengers of the chosen people invite him to the feast of life.
Act II. He attends the feast incognito. He betrays himself when he feels too honored.
Act III. In happiness, he proclaims the Overman and his teaching. All fall away. He dies when the vision leaves him, in pain over the suffering he has created.
Funeral. “We killed him”— Noon and Eternity.
16 [4]
The mildest must become the hardest: and perish from it. This is the psychological problem.
Imperiously came the experience: but my will spoke to it—there it lay already pleading on its knees.
Does not the dancer carry his ear in his toes?
Zarathustra’s virtue still lives among us! A star went out in the desolate space: but its light is still on its way and wanders—and when will it no longer be on its way?
Do you want to become a stumbling block to the one who strides forward?So humble before him who has haste.
Even what we omitted weaves into the fabric of all future: even nothing itself is weaver and webmaster.
Some grow weary of themselves: and only then does their happiness begin, the one that was reserved for them.
You should still sneeze at my drink, and my foaming wines should tickle your nose and make it lustful.
“It gives itself”: says your convenience? No, it takes itself and will always take more.
16 [5]
The profound infertility of the 19th century. I have not met a single person who has truly brought forth a new ideal. The character of German music has led me to hope the longest. A stronger type, in which our forces are synthetically bound—my belief. Apparently, everything is décadence. One must guide this going-to-ground in such a way that it enables the strongest to achieve a new form of existence.
16 [6]
No impatience! The Overman is our next stage! To this end, to this limitation, belongs moderation and manliness.
16 [7]
Do as I do: only the doer learns—only as a doer will I also be your teacher.
May a lightning bolt strike your food and your mouths learn to eat fire!
With its wings, the pride of my eagle whips my will: but against this rock, the surge of pride also breaks.
Am I not the weather divide? Do not all winds come to me and reveal their will?
In the dark storm, I wish to vanish: and in my final moment, I wish to be both man and lightning.
You surge against me—but what does it matter! I strike you with my oar: you must still carry the boat to immortality for me!
Did I ever sleep on my fame? Every fame was to me a bed of thorns.
Perhaps as Zarathustra III: This is the book of the seven solitudes.
“And now the ice and the innocence of my peaks also glow.”
You are dry grass and steppe to me: but I want to make running fires of you and heralds with fiery tongues.
Gold flashes in his dark eye: a golden boat floats therein on black waters.
You are clever and have clever fingers: but only when your fingers have crept into your fist will I also believe in your strength.
I know how to lay my colorful blankets upon you: and whoever understands the horse, understands the saddle as well.
I still resemble the rooster on a foreign farmstead, after whom even the hens peck.
There is more injustice in reverence than in contempt.
How high do I live? Never yet have I counted the stairs as I climbed to my place: where all stairs end, there my roof and home begin.
They will have to drag you by the hair into your heaven!
Do you think yourselves of better stuff, you dreamers? Just make sure you don’t merely excel at clothes and disguises! You know how to drape your fabric better!
If I am otherwise invisible, I still want to become visible on the masts of lonely sailors and explorers—as a flame and sign of hope.
Did the world not stand still? How this silence wound and bound me with terrible rings!
The woman said: “I may have broken the marriage. But first the marriage broke me!”
To seduce the one who loves us into doing what makes him ashamed before himself and us—that is the cruelest of cruelties.
And if the stars do not want to fall from the sky for you, then throw your star at the sky—that shall be your only wickedness!
And he who throws himself down from the heights to the people: what does it matter to him if his limbs are broken?
You look back even as you go forward: and often one must run against your body.
I listened for an echo, but I heard only praise.
Much talk about oneself is also a means of hiding.
Whoever does not make us fruitful will surely make us indifferent.
One may act for one's neighbor, but one does not create for him.
Sometimes truth really triumphs: some error has fought for it.
Already where your honesty ends, your eye sees nothing more.
His bad qualities make him pay when they have let themselves be overcome by virtue.
He persuades in such a way that he persuades the reasons themselves to follow him.
16 [8]
That Zarathustra reaches the highest need and thereby first his highest happiness: he becomes step by step more wretched and happier. In the moment when both contrast most terribly, he goes under. To the plan.
16 [9]
“These are the speeches of Zarathustra on the seven solitudes”—: in this, it is to be depicted how the need grows parallel with happiness. Giving, just like creating, shows its other face. The hardness in virtue: the torment in compassion and justice: the isolation and homelessness for the friend of those to come: creating as a kind of magic brings with it a disenchantment with regard to everything, that is there: the displeasure with the highest examples alienates us from those on whom work must nevertheless be done: etc.
16 [10]
To conquer for myself the entire immorality of the artist in relation to my subject (humanity): this was the work of my last years.
The intellectual freedom and joyfulness to conquer for myself, in order to be able to create and not be tyrannized by foreign ideals. (Fundamentally, it matters little from what I had to free myself: my favorite form of freeing myself, however, was the artistic one: i.e., I sketched an image of that which had hitherto bound me: thus Schopenhauer, Wagner, the Greeks (genius, the saint, metaphysics, all previous ideals, the highest morality)—at the same time a tribute of gratitude.
16 [11]
It is necessary to free me from the delusion that nature must unlearn having goals.
Liberation from world-weariness: For this now my teaching of the redemption of man from himself.
“they have recognized, and it disgusts them to act p. 35 Birth of Tragedy. “she saves art—and through art she saves life for herself.” Fundamental idea. My further life is the consequence.
To become an artist (creator), saint (lover), and philosopher (knower) in one person—my practical goal!
The modesty: to find space, strength, and courage to create. (Limitation to the human, in contrast to “world process” and “beyond-world”)
To grant myself freedom from the old ideals: I turned with goodwill toward the opposite ideals: I sought out the best even in this time.
I freed myself: from education, from the previous kind of scholars
“Pessimist of the intellect.”
“intellectual conscience” origin: “the true originally useful and honor-bringing. Mixed Opinions and Maxims p. 13.
My scorn for the world-process arrogance, my disbelief in a “drive for knowledge in itself,” I allowed the historical sense to arise from only three drives.— Everything was already present.
Hatred for Kantian obscurantism, for the Kantian doctrine of disinterested pleasure and the silencing of the will.
16 [12]
Thanks to the one who takes!
16 [13]
Have pity on your foot, that it does not step on swampy ground: You shall not even tread with your foot on him who betrays his friend.
16 [14]
To overcome the previous ideals (philosopher, artist, saint) a history of origin was needed.
In place of the saintly lover, I placed the one who empathetically and justly relives all phases of culture: the historical human of the highest piety.
In place of the genius, I placed the human who transcends humanity itself (new concept of art (against the art of artworks)
In place of the philosopher, I placed the free spirit, who is superior to the scholar, researcher, critic, and remains alive beyond many ideals: who, without becoming a Jesuit, nevertheless explores the illogical nature of existence: the redeemer from morality.
Schopenhauer as Educator p.60 “Only when we, in this life or in a future one, are ourselves admitted into that exalted order of philosophers, artists, and saints, will a new goal be set for our love and our hatred—for now, we have our task.”
| The value of | error (delusion) | |
| forgetting | ||
| finally, the value of | evil | |
| enmity |
16 [15]
My differences with Rée: fundamental opposition between being bound to a tradition and breaking free from it—not “Egoistic” and “Unegoistic”
He lacks the historical perspective on the extraordinary diversity in the value tables of the Good.
M A p. 79.
Different derivation of the sense of justice and vanity.
I combat the idea that egoism is harmful and reprehensible: I want to give egoism a good conscience.
I claim that the herd instinct is the originally stronger and more powerful: that individual action (not acting according to tradition) has been perceived as evil.
they say: only find something reprehensible as a habit
Rée believes that utility is something lesser: his entire way of thinking is under the moral prejudice.
p.47 “if nothing in the punishments reminds us that they are a deterrent, then the appearance must arise that they are a retribution.” Why? What is retribution? He means that the sense of justice arises because something seems like retribution. But the concept of retribution is not examined. Also, that all punishment arises from revenge is overlooked.
“Actions that are necessary can not be retaliated against” p. 49 Certainly they can! He means they should not be, it would be unfair! i.e., he himself stands under the moral presuppositions.
Sense of justice i.e., demanding that a retaliatory suffering occur.— According to Rée, the result of 2 errors: 1) that punishment seems like retribution 2) that one considers the will to be free.
He means one would not retaliate if one considered one’s neighbor unfree.Now consider what is being repaid here: first, to hinder, to restrain, so that the harm does not continue. One does not repay a falling stone.— He is right.
Rée is mistaken in deriving the sense of justice from punishment and after punishment: whereas punishments arose from it.
Our wrongdoer must be repaid because he has diminished the consciousness of our power: it is a crime against our self-esteem.
It is by no means sufficient: to have a morally good purpose only those who want the well-being of others for their own sake, but rather what kind of well-being.
He is only interested in the origin of the judgments “good” and “evil”—but the specific nature of these actions, their actual usefulness (in relation to the presumed) interests me.
Morality first as self-glorification of the powerful and the ruling caste.
Pleasure-displeasure are accompanying phenomena, not purposes.
16 [16]
Will-o'-the-wisp on a swamp.
16 [17]
Substitute for Revenge: once one has understood that it was the interference with our sense of power that so offended us, one should consider how to create a heightening of the sense of power. It is a poverty of spirit to remain fixated on damaging the wrongdoer and damaging them even more. This is still the case with our criminal law. Here, the community's sense of power is offended when someone breaks the law: a bold undertaking, a noble deed for the benefit of the community could very well be counted against it! Individuals should make amends for harm in such a way that other individuals cause: as if they were excessive benefactors.— But if the individual is offended, they should elevate themselves to a higher level and thus restore and expand their sense of power.
The whole meanness of the wretched shall be a spur and a ladder for the noble.— But one should not repay individual actions: actions are symptoms of the whole being—there are no one-time actions. As soon as I recognize: “a person is capable of this”—my overall stance toward him is altered: from now on, he counts as an enemy to me, and I want not only to fight him but to annihilate him.— “He no longer belongs to us” is our measure.My program: Elimination of punishment: for us. Nonsense in retaliation. (If something is evil, then the one who retaliates also does evil.) The purpose is not to deter, but to protect oneself from further harm (along with annoyance that we were too trusting)
16 [18]
Against Rée: where there is suffering, something has been done that was contrary to utility—in nature, something purposeless.
16 [19]
If it is true that the perspective of communal utility has determined the value of the selfless: then the question now remains: is the judgment true, justified? Is the benevolent useful?
16 [20]
Where there is life, there are sudden explosions of power: the subjective feeling is “free will” in this context. The number and the power of these explosions initially determine the value of a living being: then the direction given to these explosions. When we speak of “motives for action,” we always mean only “the motives for direction.”
16 [21]
Goal: Higher education of the whole body and not just the brain!
16 [22]
About the masses we must think as ruthlessly as nature: they preserve the species.
16 [23]
Behind my first period grins the face of Jesuitism: I mean: the conscious adherence to illusion and the forced incorporation of the same as the basis of culture. Or else: Buddhism and the desire for nothingness (the Schopenhauerian contradiction between theory and practice is untenable). W has succumbed to the first danger.
16 [24]
NB! History of the higher human. The breeding of better humans is enormously more painful. To demonstrate the ideal of the necessary sacrifices in Zarathustra: Leaving home, family, fatherland. Living under the contempt of the ruling morality (despised). Agony of attempts and missteps. Detachment from all the pleasures that the older ideals offered (one experiences them partly as hostile, partly as foreign on the tongue)
16 [25]
The pleasure in causing pain, because it brings an increase in the feeling of power. Greatest when a diminution preceded it—thus in revenge.
The pleasure in doing good has grown on exactly the same basis—and generosity is a sublimated revenge and thus a very great pleasure.
16 [26]
Every living thing reaches out with its power as far as it can and subjugates the weaker: thus it has its enjoyment in itself. The increasing “humanization” in this tendency consists in the fact that it is felt ever more subtly how difficult the other really is to incorporate: how crude harm, while showing our power over him, at the same time alienates his will from us even more—thus making him less subjugable.
16 [27]
The moral valuation first relates to the distinction between higher and lower people (or castes). Morality is first the self-glorification of the powerful: and in relation to the powerless, contempt. Not “good” and “evil,” but “noble” and “common” is the original feeling. Then the distinguishing actions and qualities noble are called, and the opposite ones common.
16 [28]
The thief does not act to enjoy the power, he does not imagine the effect his action has on the other. Nor does the robber, or whoever kills the other to take something from him. But they reveal that they fear us, therefore
16 [29]
To what extent is injury wrong?— The need for retribution arises from the injury: what is that? Not to be confused with the feeling of having identified an enemy whom we must prevent from causing further harm. Or the intention to recover what was taken from us or to obtain an equivalent. There is still some bitterness involved. The enemy is not inherently perceived as evil: but almost always, the injured party has a self-reproach: we were too careless, our weapons were not in order, we should have considered ourselves warned long ago, etc. This displeasure with ourselves—thus a diminished respect for ourselves—is the main reason for the bitterness in revenge: and also the occasion for the subtlety in the execution of revenge.
That everything is paid for and that an equivalent exists for every thing has led the imagination to conceive of an equivalent for harm as well: and to speak of retribution. But fundamentally, it is aimed at something different, at much more than mere repayment. Retribution is merely a pretense and whitewashing on the part of the avenger. “Guilt.”
The feeling of vengefulness ceases when the wrongdoer humbles himself and makes amends: thereby he is defeated.
The intentionality in causing harm was not originally considered: rather, that one has been harmed and by how much. Punishment follows from this. Harm is avenged—this is the oldest form, not hostile intent. Indignation arises over the harm, thus over the success of the enemy, not over the hostility.It is the feeling of the defeated—the desire for retaliation: not the feeling that injustice has been done.
Revenge, the desire for retaliation is not the feeling that injustice has been done, but that I have been defeated—and that I must now restore my worth by all means.
Injustice only arises where a contract has been broken, where therefore peace and loyalty are violated. This is the outrage over an unworthy act, unworthy of the presumed equality of feelings.So there must be something mean, contemptible about it that points to a lower level. The counter-intention can only be to place the unworthy being on this *lower level*: to separate him from us, to expel, to humiliate, to disgrace. *Meaning of punishment.* The meaning of punishment is *not* to deter, but to lower someone in the social order: *he no longer belongs to us* equals. Any measure that achieves *this* is sufficient. *"Ostracism."* The penal system must develop in this direction!
16 [30]
Zarathustra 3: The Others may obey: and their vanity demands that they appear not dependent on great men, but on “Principles.”
16 [31]
The bitterness about ourselves, in revenge, quickly turns in lesser natures into indignation against the enemy and the desire to accuse him of something contemptible
16 [32]
The rape and the arrogance of the powerful in relation to the subjugated: the development of wisdom and humanization tends toward making this rape and this arrogance ever more spiritual. But how could power not want to enjoy itself!
The highest relationship remains that of the creator to his material: this is the final form of arrogance and overpowering. Only thus is the organic form brought to completion: just as the body depends on the impulses of the will and thereby enjoys itself when it is best controlled.
16 [33]
The Redemption from Morality.
Organic-moral (competition of affects and dominance of an affect over the intellect)
Revenge, injustice, punishment.
Whoever believes in good and evil can never treat evil as a means to good; and every teleological view of the world that does not absolutely break with morality is lost.
There could be a history of value judgments about food: in this context, the question would still remain entirely: what value does it have that people have eaten in such and such a way?— Thus, the question remains: what value does it have that people have acted in such and such a way up to now?, separate from the question: what values have people hitherto assigned to actions?— The history of previous value assessments and their reasons is something different from the assessment itself.
No one will say: that the stone falls, that is morality. Very well! Man rises—and that is also not morality!
The collective conscience. The atavism in the estimation of the unegoistic.
16 [34]
The weaker yields and submits when revenge is nonsense.
16 [35]
“What Zarathustra has determined will come to pass: how could his great soul change its resolve!”
16 [36]
Let us note that man is the predator of all predators! It is said that he loves himself: but that is very little love!
16 [37]
Zarathustra recognizes that he is not there even for his friends “Who are my friends!” Neither for the people, nor for individuals! Neither for many nor for few! To overcome friendship! Sign of his self-overcoming at the beginning of III
Emerson p. 426 Description of the Wise.
16 [38]
When he guesses Pana, Zarathustra dies of pity for their pity. Before that, the moment of great contempt (highest bliss!)
Everything must come to fulfillment, especially everything from the Preface.
16 [39]
The last behavior, the finest silence prevents all great success: as soon as the M is completely the truth, he moves all of nature. III Part Zarathustra
16 [40]
It is more than giving: it is creating, it is raping! Basic idea of the second solitude (beginning of III.)
Our “gifts” are dangerous!
16 [41]
Mastery of humanity for the purpose of its overcoming
Overcoming through teachings, by which it perishes, except those who endure them.
16 [42]
First, everyone turns away from Zarathustra (this to depict step by step!). Zarathustra, enraptured, notices nothing. Pana wants to kill him. At the moment, when she wields the dagger, Zarathustra understands everything and dies of grief over this compassion. This is to make clear!
16 [43]
The “truth,” the “destruction of illusions,” “even of the moral illusion”—as the great means of overwhelming mankind (its self-destruction!) Part III.
NB. All the sufferings of development depicted here in Zarathustra are to be portrayed much more as sufferings of the higher man in relation to his visitors.
16 [44]
“Out of love I did the greatest suffering: now I melt away from the suffering that I did—
16 [45]
When everyone is gone, Zarathustra reaches out his hand to the snake: “what does my wisdom advise me?”—it bites him. The eagle tears it apart, the lion pounces on the eagle. When Zarathustra saw the fight of his animals, he died.
16 [46]
No one has time for me? Fine, I'll wait. What's the point of a time that "has no time"!
16 [47]
Zarathustra’s Prayer of Thanks of a Convalescent.
16 [48]
Zarathustra as “autumn,” as “plowshare,” etc.—different melodies!
16 [49]
Speech on the innocence of becoming. Beatitude sub specie aeterni.
The consecration of the smallest.
The vowing ones.
The new kings.
The breaking of the tablets. (From Part 4 beginning of Scene 3)
The great man as rival with great nature.
The two movements (toward the last man and toward the overman).
The redemption of the evil.
A much longer youth, in many countries and trades and arts, as a child.
The new teachers as a preliminary stage of the highest educators (imposing their type)
The heaviest knowledge as a hammer.
Praise of mercy (for the sake of those to come)
Summoning the enemies! (we need them for the sake of our ideal!
To transform our equals into gods and thus elevate and transform ourselves!
Unity of the creating, loving, knowing in power.
The will to suffer—to take suffering deeply, as a means of transformation.
The parasite as the evil one. We must not merely be enjoyers of existence—unrefined.
The exultant conscience: as prayer.
Against praise and blame. To shine after centuries; predetermination of the future.
The overcoming of the past: and then the healing forgetting, the divine circumference.
The holy laughter.
The song of consolation (after my music).
The doctrine of recurrence is the turning point of history.
16 [50]
Loneliness for a time necessary, so that the being may become whole and permeated—healed and hard.
New form of community: asserting itself warrior-like. Otherwise the spirit grows weary. No “gardens,” and mere “avoiding the masses.” War (but without gunpowder!) between different thoughts! and their armies!
New nobility, through breeding. The founding festivals of families.
The day newly divided; physical exercises for all ages. Competition as principle.
Sexual love as competition for the principle in the becoming, the coming.— “Ruling” is taught, practiced, hardness as well as gentleness. As soon as a state is mastered, a new one must be strived for.
Let oneself be instructed by the wicked and also give them opportunity for competitions.To use the degenerate.— That shall be the right of punishment, that the wrongdoer may be used as an experimental object (for new nourishment): this is the consecration of punishment, that here for the highest benefit of those to come one is consumed.
We spare our new community because it is the bridge to our ideal of the future. And for it we work and let others work.
Places of residence.
Type of community.
Wars.
The new nobility.
The attempts (punishments, etc.)
To redeem the woman within the woman.
The many soul migrations of the individual. Long youth.
The time for solitude.
The choice of dwelling places anew (Indians as a warning example!)
To redeem the woman within the woman!
Physical strength should be on the side of the greatest thought—as long as there must be war between the different thoughts!
16 [51]
Plan for III Zarathustra.
Zarathustra 3: the transition from free spirit and hermit to having to rule: giving transforms itself—from giving arose the will to exercise compulsion-to-take. The tyranny of the artist first as self-conquest and—hardening!
Psychology of the Ruler. (The desire for friends turns out to be a desire for the artist's tools!)
Zarathustra 3: first flight from the “ineffable truth,” skepticism, mockery of himself, arbitrary blindness, increasing misery, feeling of weakness.The 7 solitudes—attempt to find somewhere in a past world-contemplation to settle, to rest. The objections against his teaching present themselves. The seducers too. (To insert: “the Song of Consolation.”)
The heaviest suffering is not for his sake, but that his beloved ones bleed to death on his teaching.— But at the same time, after this experience, Zarathustra rises to the greatest hardness against himself and his nearest ones and thinks only of the “Future.”
Finally, the lion as the third animal of Zarathustra’s—symbol of his maturity and ripeness.
“Prayer of the Convalescent”: With this, Part 3 closes.
16 [52]
Zarathustra's love for his friends compels him to withhold his great truth: even after he has admitted it to himself.— This is the problem of the ruler: he sacrifices those, whom he loves, to his ideal.
16 [53]
The Bund of those sacrificing themselves on Zarathustra’s grave. Previously they fled: now, as they find him dead, they become the heirs of his soul and elevate themselves to his height. (This the final scene in Zarathustra 4—“the great noon”—cheerful—deeper sky)
16 [54]
Everything warns Zarathustra not to continue speaking: omens. He is interrupted. One kills himself, one goes mad. Mood of divine arrogance in the artist—: it must come to light. When he has simultaneously shown the truth of eternal recurrence and the Overman, compassion overwhelms him.
In him, increasing exaltation (in this exaltation he goes through all the stages of Evil—but for the sake of his goal. He is there the Teacher of Evil, of hardness, etc.) and “Alpenglow”—in his listeners, increasing darkening. Finally, rain, etc.
16 [55]
Plan for the 4. Zarathustra.
| 1. | The triumphal procession, the plague city, the symbolic pyre. 30 | |
| 2. | The proclamations of the future: his disciples recount their deeds. 30 | |
| 3. | The final speech with omens, interruptions, rain, death. 30 | |
| 4. | The covenant at his grave—the vowing ones—the great noon—full of foreboding and cheerful and terrifying. 30 |
16 [56]
“Do you want this again?”
Clairvoyant about his giving and teaching, about the love for his friends.
He feels the highest responsibility resting upon him.
What happiness!
Will to suffer and character-strength of the path (the cold, hard, parasitic).
An experiment every real life!
Morality so far from weakness: one wanted authority and invented the backrests.
The contradiction of goodness and the creative: that is the problem of wisdom.
16 [57]
Even the drives of future humanity are already present and demand their satisfaction—whether we are consciously aware of them yet or not. Thus, there is also in the great individual an apparent concern for needs that do not yet exist.
16 [58]
These are the speeches of the seven solitudes, which Zarathustra spoke to his heart, when he had left his friends and also his animals; and at that time he would have gladly left himself.
16 [59]
One should set the woman free in woman!
16 [60]
It is not enough to bring a teaching: one must also forcibly change people so that they accept it!— Zarathustra finally understands this.
16 [61]
Overcoming the past within us: recombining the drives and directing them all toward one goal—very difficult! It is by no means only the evil drives that must be overcome—even the so-called good drives must be subdued and newly consecrated!
The temptations:
to rest in the past worldview.
The mocking skepticism and self-dissolution: what could you possibly “create”!
“you are not strong enough! Leave it to the stronger!” Enjoy your own weariness! Admire yourself!
persuade yourself that your pity is the virtue and that you sacrifice your knowledge to the happiness of others.
Admit to yourself what this will to create is—lust for power that cannot be satisfied by the nearest path. “Friends?” You want tools!
And why tell this truth! Even if you might believe that it is truth! There is no obligation left for you! No “duty to truth”!
You spoil everyone’s enjoyment of what exists, you are the teacher of great weariness itself!
you weaken virtue and make it less praised, thus less desired. You yourself rob humanity of the strength with which it could run toward the goal!
16 [62]
The degree of psychological subtlety determines whether one interprets his actions as good or evil. And not just subtlety, but his vengefulness, irritation, good-naturedness, recklessness, etc.
16 [63]
NB. The thought itself is not expressed in the third part: only prepared. First: Critique of everything learned so far.
Which consolations have been lost to him.
faith and trust in a highest wisdom and goodness
faith in the good, the voice of duty, etc.
The evil conscience (fear, self-distrust, skepticism, the need to conceal, dissemblance, etc., attach themselves to the best conscience)
The Song of the Flying One.
Man as rival of great nature.
Fear of the consequences of the teaching: might the best natures perish from it? Do the worst adopt it?
Solution Zarathustra III: you must rise above morality, you have seen through it—your entire sorrow was its consequence.
there is no other means than for man to overcome himself.
The slightest concealment paralyzes his entire strength: he feels that he has evaded a thought until now,—it now rushes upon him with full force! It is a wrestling match: who is strong enough, Zarathustra or the thought?
Why truth?— It has become the strongest drive, the will to truth! Zarathustra cannot do otherwise!
— and whether I count backward from now on or forward: I hold the strip of infinity in my hand and
The fools say: “but then an infinity would already be completed”: yet one must be clean in separating words and not call something a beginning one time that one calls an end the next.
His consolation: the effect cannot be foreseen!
the greatest thought acts the slowest and latest!
its immediate effect is a substitute for the belief in immortality: does it increase the good will to live?
Perhaps it is not true—let others wrestle with it!
16 [64]
1. Loneliness in shame and weakness and silence before a great thought.
What use is truth!
2. Loneliness, from which all old grounds of comfort have vanished.
3. Loneliness with temptations.
4. Loneliness without friends, yes, with the awareness of sacrificing friends.
5. Loneliness of the highest responsibility.
6. Loneliness in eternity, beyond morality: the creative and goodness. There is no solution but to create another being that does not suffer as we do.
Determinism: “I am a fatum for everything to come”—is my answer to determinism!
7. The solitude of the sick. Consolation song. Growing weary, growing still. Sanctified through suffering.
13 S each. Every time the overcoming thought at the end.
NB. All doubts are signs of the will to suffer, a deepening of the pain: when the pain is at its highest, Zarathustra casts it off:
greatest concluding moment (the lion): I will!!!
Hymn at the end: the Victorious One. (10 pages)
16 [65]
The third part is Zarathustra's self-overcoming, as an example of humanity's self-overcoming—for the sake of the Overman.
For this, the overcoming of morality is necessary.
You sacrifice your friends—they are deep enough to perish from it: and they have not created the thought (which still holds me!)
This as the final counter-argument that Zarathustra opposes—his strongest enemy. Now Zarathustra becomes ripe.
In Part 4, Zarathustra dies when he notices the pain of his friends: and they abandon him.—But after his death, his spirit comes over them.
Institutions as aftereffects of great individuals and as means to immerse and root great individuals—until finally fruits emerge.
16 [66]
Wrestling for the use of power, which humanity represents! Zarathustra calls for this wrestling match. (4 Th Speeches of Zarathustra)
16 [67]
The eudaimonistic ideals lead people back—they may produce a very useful worker species—they invent the ideal slave of the future—the lower caste, which must not be missing!
The happiness of the knowing. and their previous dullness towards the results of knowledge—mocking song.
16 [68]
The brief driving force of artists—they remain at the image of their ideal and no longer follow the ideal itself—mocking song. And especially the recipients! They should be teachers—these artists!
16 [69]
How much the general, prince, the self-responsible one sacrifices—that is highly honorable!
16 [70]
In fact, people always try to make the great individual dispensable through corporations and the like. But they depend entirely on those role models.
16 [71]
The conflict of the ruler is the love for the distant in their struggle with the love for the near.
Being a creator and goodness are not opposites, but rather one and the same, albeit with distant or near perspectives.
16 [72]
The weak must obey.
16 [73]
Measure and moderation in striving beyond humanity— the highest and most powerful type of human must be found! The highest tendency continually represented in the small—perfection, maturity, ruddy-cheeked health, gentle emanation of power. Like an artist working on the daily task, bringing ourselves to perfection in every work, being the best brother. Honesty in admitting motives, as befits the powerful.
NB. with madness of longing everything is to be ruined!
16 [74]
NB. The inner difficulties of the 3rd part must ultimately stand as not at all necessary: they themselves must cancel themselves out before the General-Insight.
16 [75]
Every sacrifice the ruler makes is repaid a hundredfold.
16 [76]
General insight perhaps: the organic itself is the law, we can do nothing else—absolute determinism. The many possibilities that we see confuse us.
16 [77]
The greatest mass of power of the individual is wasted, like that of the sun. Or?
16 [78]
A fact, a work is of new eloquence for every age and every new kind of human. History always speaks new truths.
16 [79]
Zarathustra 3. This entire distress, in aversion to suffering, arose from the feeling that the strength was still insufficient—an instinct of weakness, which initially prevented action (even prevented the expression of the thought!)— The will to suffer is immediately present when the power is great enough.
“The stillest hour” was a tempter.
16 [80]
NB. Zarathustra’s mood is not madly impatient for the Overman!
it has calm, can wait, but all action has acquired meaning as a path and means to it—and must be done well and perfectly.
Calm of the great river!!! Consecration of the smallest!!! all restlessness, fierce longing, all disgust is to be depicted and overcome! in Part 3
(Gentleness, mildness of parts 1 and 2), etc. all signs of a power not yet secure in itself!)
With Zarathustra’s recovery, Caesar stands there, relentless, kind—between being-a-creator, the chasm between kindness and wisdom is annihilated. Brightness, calm, no excessive longing, happiness in the rightly applied, eternalized moment!
16 [81]
Beyond the middle of life—irretrievably sacrificed—never to return!
16 [82]
(4) Speaking: the great honesty regarding morality—as befits the powerful
Collection of moving things in life
16 [83]
(Zarathustra 3.)
Recapitulation: to create the Overman in every way. But you fall in love with your friends and yourself! The thought brought us a burden.
| 1. | Clairvoyance. tossed about on the sea | |
| 2. | Summoning up the truth. | |
| 3. | Beyond the midpoint of life—irrevocably sacrificed. | |
| 4. | Mocking song about the pessimists. | |
| 5. | I as fatum. | |
| 6. | Great nature and mankind. | |
| 7. | Song of the Flying One. | |
| 8. | What friends! Praise of the friends (who perished) of the silent creative worldenhancer praise of hope—only now! | |
| 9. | beyond good and evil | |
| 10. | Scorn for those who have trust in life. | |
| 11. | Scorn for the artists. | |
| 12. | Compassion for the rulers and their sufferings. | |
| 13. | Skepticism as temptation. | |
| 14. | Truth—Lie. | |
| 15. | Oh that there were someone to whom I could curse! | |
| 16. | Conversation with the lightning. I myself the soothsayer | |
| 17. | Insight that the feeling of weakness guides his spirit. | |
| 18. | He seeks, in longing for compassion, his animals and finds the cave destroyed. | |
| 19. | Zarathustra’s “great contempt.” | |
| 20. | Temptation to suicide. The snake in the high mountains. | |
| 21. | Illness. Forgetting. | |
| 22. | Rainbow. Lioness with a flock of doves. Praise of the primordial nature that makes everything its happiness. | |
| against solitude |
16 [84]
(Zarathustra 4.)
| 1. | The Invitation. | |
| 2. | The Triumphant Procession. | |
| 3. | Song of Thanks of the Convalescents. | |
| 4. | The Great Noon. | |
| 5. | The New Community. I found man become low, small virtues, small vices. | |
| 6. | Whither? (The Dwellings) | |
| 7. | The new nobility and its education. (Plurality and unity) (Powerful and the Small) | |
| 8. | The woman in the woman | |
| 9. | The beehives and the workers. The Small and their virtues | |
| 10. | Division of time and the day. Solitude. The nutritional simplicity. “Poor and rich” bridged. | |
| 11. | The new wars (against the mere enjoyers). | |
| 12. | Punishment and the evil. The new mercy for the sake of the coming. | |
| 13. | Life as an experiment: happiness in guessing or trying (Skepticism). Death and the pleasure of seeing oneself as an obstacle to life yield. | |
| 14. | The breaking of the tablets. The idealistic "legislator." Herald's call. | |
| 15. | The I sanctified. "Self-seeking and dominion-seeking" above all. Teichm p. 131. All drives, hitherto defamed because too strong in the wrong place, rehabilitated. | |
| 16. | The redemption of the past. The great noon stuffed full of united opposites. | |
| 17. | Praise of cool dialectical reason, as royally strong as feeling. The grateful eye. Defense against the monstrous. | |
| 18. | The sanctification of laughter and dance. (the body as witness of growth) | |
| 19. | The order of festivals. | |
| 20. | The innocence of becoming. The struggle with chance. the new “immortality” “Will to Suffering” | |
| 21. | The great question. | |
| 22. | The vowing ones. |
16 [85]
On the recovery of Zarathustra at the end of the third part.
Zarathustra like a god pondering whether to share
his thoughts with mankind. What motives does
a god feel toward humans?
To reinterpret religion from this standpoint: the god
in his relation to humans.
Zarathustra 3—“I myself am happy”—when he has left the people, he returns to himself. Like a cloud it recedes from him. Type, how the Overman must live, like an Epicurean god.
a divine suffering is the content of the 3rd Zarathustra.
the human condition of the lawgiver is only used as an example
his fierce love for his friends appears to him as an illness—he is calm again.
When the invitations come, he gently evades them.
Main teaching: It is within our power to transform suffering into a blessing, poison into nourishment. Will to suffer.
The human touched me, its shadow lay around me, then I felt weakness.
16 [86]
Rule? Impose my type on others? Horrible! Isn't my happiness precisely the contemplation of many others? Problem.
To call precisely those to the competition for power who would prefer to hide and live for themselves—even the wise, the pious, the quiet in the land! Scorn for their enjoying solitude!
All creative natures strive for influence, even if they live alone—“posthumous fame” is only a false expression for what they want.
The immense task of the ruler, who educates himself—the kind of people and nation over whom he wants to rule must be prefigured in him: there he must first have become master!
All virtue and self-overcoming only make sense as preparation for the ruler!
Against all mere enjoyers!
Auch die Einsamkeit als Selbstgenuß, selbst die des Selbstquälers.A diamond sword cleaves every darkness for me: now I have become clairvoyant—was I not all too long a visionary!
Good days want to walk on good feet.
Demand: the new law must be fulfillable and from its fulfillment must grow the overcoming and the higher law. Zarathustra gives the stance toward the law by abolishing the "law of laws," morality.
Laws as backbone.
to work on them and create by fulfilling them. Previous slave mentality before the law!
Zarathustra himself has become the sage who rejoices in his folly and the poor man who rejoices in his wealth.Scene: the Fool and the Poor in 4.
Not one ideal of the wise, but a hundred ideals of the fool I want to set up! Zarathustra 4.
Against the gruff, theatrical, stoic grandeur of the “wise man.”
Type of the Lawgiver, his development and his suffering.
What is the point of giving laws at all?
Zarathustra is the herald who calls forth many lawgivers.
(On 4) First, legislation. Then, once through it the prospect of producing the Overman is given—great, terrifying moment! Zarathustra proclaims the doctrine of recurrence—which is now bearable for the first time, to him for the first time!
16 [87]
If fellow human beings are only a kind of our sensations: then consequently dominion is only a kind of self-mastery: and the will to be master is = the highest conquest of one's own fear and pity and transformation of the other into our function—thus creation of an organism.
16 [88]
The rights that I have conquered for myself, I will not give to others: rather, let them seize them for themselves—just as I did—and let them take them and wrest them from me! To this end, there must be a law that emanates from me, as if it sought to make all in my image: so that the individual may discover and strengthen himself in opposition to it.
New Taxation of man: foremost the question:
how much power is in him?
how much multiplicity of drives?
how much capacity to communicate and receive?
The ruler as the highest type.
To fertilize the past and beget the future—that shall be my present!
Zarathustra himself the jester, who leaps over the poor tightrope walker—3) in mockery of himself.
First scene of 3) perhaps “the Wanderer” and a conversation with the lightning, which suddenly brightens: thus his will suddenly brightens for him.
Scorn for the slavish submission in morality (to the old law of some man)
Forming a long-lasting individual (a people), to translate one's thoughts into flesh, blood, and will
Whoever takes a right for himself will not give this right to the other but will be his opponent by taking it for himself: the love of the father who resists the son.
The great educator, like nature: he must pile up obstacles so that they may be overcome.
Against all those who enjoy:—unrefined to approach life only thus! To accept all enjoyment as rest! Only then true enjoyment!
We are punished most severely for our virtues.
Man makes an action valuable: but how could the action make man valuable!
It is cool, the moon shines, no cloud stands in the sky,—it is not worth living.
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Zarathustra 3 Beginning. Recapitulation. You want to teach the Overman—but you have fallen in love with your friends and yourself and made life a comfort. The blissful islands soften you—now you become gloomy and passionate and rail against your enemies. Signs of weakness: you evade a thought.
But you should persuade the world and persuade man to shatter himself.
(The reformer weakening in his own community: his enemies are not strong enough. Thus his greatest enemy must arise, a thought.
The thought as an objection against life and continuation)
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Remorse: that is revenge on oneself.
and this advice I give to my enemies and all spitters and spewers:
as the teacher of great contempt (In the Penultimate)
How could I otherwise endure teaching you great contempt? —