10, 9[1-59] Mai-Juni 1883

9 [1]

Zu heftig strömt dein Quell; er leert zugleich den Becher, indem er ihn füllen will.

Gräten und Muscheln und was sonst an spaßhaften Dingen vom Tisch des Lebens abfällt

Deine Wohlthaten sollen fallen wie der Thau auf das Gras, dann, wenn die Nacht am verschwiegensten ist.

Gerade von dir, dem ich alles Böse zutraue, erwarte und will ich das Gute

Du sollst Nutzen und Nothdurft heißen, was Nothdurft und Nutzen ist und den Namen der Tugend heilig halten.

Nicht Grund, noch Zweck deines Handelns macht dein Handeln gut, sondern ob deine Seele dabei zittert und erglänzt.

Was wäre eine Gnade üben, wenn es nicht hieße: eine Ungerechtigkeit auf sich nehmen?

Sind deine Schultern stark genug dazu, wohlan, so nimm fremdes Unrecht zu dem deinen hinzu: und man soll deine Gnade preisen.

Erkennen: das heißt: alle Dinge zu unserem Besten verstehen!

“Ich will,” “du sollst,” “er muß”—also verstehen sie Ich Du und Er.

Herrisch tritt das Erlebniß auf mich zu: aber kaum ist es erlebt, so liegt es auch schon auf den Knien.

Fühlst du den Durst und den heißen Athem der Sonne? Sie will am Meere saugen. Siehst du die Begierde des Meeres sich heben mit tausend Busen? Es will geküßt und gesaugt sein vom Durste der Sonne

9 [2]

Um an den Schopenhauerschen Willen zu glauben—dazu gehört ein sehr guter Wille zum Glauben!

9 [3]

Helle der Mitternacht war um mich, Einsamkeit sah mich mit trunknem müdem Auge an.

— schrie meine Stimme aus mir —

Todtenstille schlief und röchelte im Schlafen.

Da lag die Schlaflosigkeit und die Mitternacht mit trunknem Auge.

Da lag die Einsamkeit und neben ihr die Todtenstille: beide schliefen und röchelten.

9 [4]

Gott Lückenbüßer.
Hin zur Unsterblichkeit

9 [5]

Von der Scham des Schenkenden.
Über Gerechtigkeit (Proletarier).
Vom Rausche.
Die neueren Klöster usw.
Historische Bildung—“ich spreche frei.”
Redlichkeit der Erbärmlichen.
Genie’s!
“Strafen” als Feindschaft gegen die Feinde unseres Ideals.
“Ehe” auf Zeit —

9 [6]

die Thür zu werfen

wie lächerlich wäre es, wenn ihr euch zu mir bekehren wolltet!

Ihr kommt zu mir, und ich will euch nicht: aber wie ich geben muß, so müßt ihr nehmen!

“Mensch der Partei”—will ich zum Schimpfe machen.

Ein weißer Stier will ich sein und die Pflugschaar ziehn: wo ich liege, soll Ruhe sein und die Erde nach Erde riechen.

Wild schlägt der Adler seine Flügel: aber seine Brandung bricht sich an meinem Willen.

Sie erleben nichts mehr: ihre Haut wird nur geritzt. Wie Mücken sitzen auf ihrer Haut die Ereignisse.— So bleibt der M jetzt schwer und sich gleich, wie ein Stein in der Sonne.

Kirche: verfälschtes Licht, versüßter Ernst des Weihrauchs, Verführung zu falschen Ängsten, ich mag die Seele nicht, die zu ihrem Gotte hinauf—kniet.

Wie in ein Auge, sah ich in das Leben.

Mönch im Monde, feuchtwangiger! Nimmer nenne ich dich den “Mann” im Monde! Lüstern schleichst du von Fenster zu Fenster um alle dunkeln Ecken! du eifersüchtigster aller Kater: eifersüchtig auf alle Liebenden grinsest du hinein ins Fenster.

9 [7]

Sie wollen mit ihren Tugenden ihren Feinden die Augen auskratzen.

Sie lästern, weil sie nicht Schaffen können.

Sie

9 [8]

Die Tänze Zarathustras.

9 [9]

Ich wollte der Philosoph der unangenehmen Wahrheiten sein—6 Jahre lang!

9 [10]

Zu lange gehörte ich der Einsamkeit: so verlernte ich das Schweigen.

Mund bin ich worden ganz und gar und Brausen eines Bachs aus hohen Felsen: hinab will ich meine Rede stürzen in die Thäler.

Verhaßt sind mir alle Nacht- und Grabwächter und wer sonst in düstere Hörner tutet.

Ich sehne mich und schaue—und nun kommst du, mein Adler: hast du Niemanden gesehen,

Ich lache eures freien Willens, und auch eures unfreien: keinen Willen giebt es. Aus Schmerz und Gedanken gebiert sich ein Wahn—den nennen wir “Wille.”

9 [11]

Ich blicke hinab in das Meer: still steht es und tückisch blickt mir aus ihm ein Bild entgegen.

Ein kostbares Bild mit weißen Brüsten hält es in seinen Armen: träge und tückisch schleicht es über den Sand, daß

also locken mich Meer und Bild der Zukunft

Träge und tückisch wich das Meer von seinen weißen Brüsten.

Halb begrub es der Sand und halb die Eifersucht der Welle.

9 [12]

Determinimus ist so zu beseitigen:

Ich will mich dem Urtheile bestimmter M unterwerfen: es soll meine Erziehung sein, mich anspornen und abschrecken—alles als Mittel, ein Ideal durchzusetzen und zur Herrschaft zu bringen.

Organisch = moralisch ist die Lösung des moralischen Problems.

Man ehrt erst einen Einzelnen, insofern er einen Typus ausdrückt: z. B. “der Priester,” “der Held” usw.—später erst, insofern er “er allein” ist.

Moral giebt es, welche Tugend dahin stellt, daß einer nicht Individuum, sondern Typus werde! daß er schließlich für die Empfindung zusammenfällt mit einem verehrten Typus des Volkes.

9 [13]

Des Ringes Durst, sich wieder zu erreichen—ihn dürste ich.

9 [14]

Noch war euch der Geist keine Sorge und Herzeleid: noch ist euer Brod des Lebens nicht vom Gedanken durchsäuert.

Als Jäger zog Zarathustra aus, häßliche Wahrheiten zu jagen.

Der Zeiger rückte und die Uhr meines L holte Athem: dann sprach sie: nun kam die Stunde, Erlösung zu predigen von Erlösern.

9 [15]

Wie ich alles Menschliche zu verstehen suchte, auch die Erbärmlichen und Mittelmäßigen einst

Hier und da wird auch der Erbärmliche redlich: da soll man auf seine Stimme hören und in seinen Sumpf steigen.

Und auch ich setzte mich einst ins Schilfrohr und hörte den Frosch der Erbärmlichkeit seine Bekenntnisse machen.

Von besserem Stoffe wollt ihr sein? Ich sage euch, ihr versteht euch nur besser zu belügen.

Er kam zu uns, er lebte unter uns—wir selber waren seine Unterwelt.

Glaube es mir, Z starb und ist nicht mehr. Ein Stern erlosch in oedem Raum: aber sein Licht

9 [16]

Zerbrecht mir diese göttlichen grinsenden Larven! war ich der Narr eines göttlichen Grinsens und vergaß die Eingeweide mit denen die Larven gestopft waren?

Zerreißt mir die Häute, auf denen die Seele eines Gottes zu spielen schien!

Schlangen-Eingeweide und -Unflath vergeht aus dem versteckten Leib der Eidechse: der gethürmte geringelte übelriechende

In eines Gottes Larve verkroch sich ein greulicher Ringelwurm.

heilige Gelächter

9 [17]

Ihr seht nur meine Funken: aber ihr seht den Ambos nicht, der ich bin.

Und lieber will ich auf Ochsenhäuten schlafen als auf dem Bett eurer Bequemlichkeit und Liebe,

Werkzeuge und Uhren seid ihr mir: so will ich euch mit meinem Spotte aufziehen, und ihr sollt mir dabei schnurren.

Nicht mit schlangenhaarigem Schrecken will ich euch in Steine verwandeln: durch mein Schild “Schönheit” schütze ich mich vor euch. Am Bild des Schönsten sollt ihr mir stumm werden.

Mit dem Drachen der Zukunft kämpfe ich: und ihr Kleinen, ihr sollt mit Regenwürmern kämpfen.

9 [18]

Ihr seid geschickt und habt kluge Finger: aber ihr versteht es nicht, eine Faust zu machen!

Erst wenn sich eure klugen Finger in die Faust verkriechen, will ich an eure Kraft glauben.

Golden blitzt sein Auge: ein goldener Kahn schwimmt darin auf dunklen Gewässern:

In seinen Augen senkt und hebt sich wieder beim Tanzen und ihr, die ihn tragen

Dürres Gras und Steppe seid ihr mir: aber ich will laufende Feuer aus euch machen und Verkünder mit Flammenzungen.

Als dieser Mond aufgieng, meinte ich, daß er eine Sonne gebären wolle: so breit und trächtig lag er am Horizonte.

Aber ein Lügner ist er mir, dieser Unfruchtbare, mit seiner Schwangerschaft und weder ein Weib ist er, noch Mann.

9 [19]

ein fremder Hahn, nach dem die Hennen beißen

wie ein Mond gieng er auf, aber faul blieb er liegen am Horizonte.

Wer sich aufs Pferd versteht, versteht sich auch auf den Sattel.

9 [20]

That ich euch am wehsten, als ich mir am liebsten that?

Ich that Buße für meine Ungerechtigkeit: ungerechter noch war mein Verehren als mein Verachten.

Ich that Buße mit Nachtwachen für 1000 Lügen des Verehrenden und den Willen seines Auges zur Blindheit.

Mit 1000 Bosheiten nahm ich Rache an aller Verschönerei und Schwarmgeisterei.

Weit verhaßter seid ihr unbewußte Lügner mir als mir die wissenden Lügner sind.

Weil ihr über das, was ist, lügt, darum entsteht euch nicht der Durst nach dem, was werden soll.

9 [21]

sie erstickten an ihrem Nichts: ich gab ihnen ihr Nichts zu fressen.

Sie verdarben an ihrem eigenen Anblick: ich hielt ihrer Häßlichkeit meinen Spiegel vor

Als sie an ihrem Nichts untergiengen und ihr Bild nicht ertrugen, hatten sie ihren höchsten Augenblick.

Und um euch zu vergiften bedürfte ich gläserner Handschuhe

9 [22]

La vie est une tragédie pour ceux qui sentent, et une comédie pour ceux, qui pensent. Horace Walpole.

9 [23]

Ihr wollt nichts davon hören, daß Einer über euren Köpfen wandelt. Und so legt ihr Holz und Erde und Unrath über eure Köpfe: so dämpft ihr die Rede meiner Schritte. Aller Menschen Fehl und Dumpfheit legt ihr zwischen mich und euch: Fehlboden heißt ihr das in euren Häusern. Aber trotzdem wandle ich über euren Gedanken, und sie sollen selber auf meinen Fehlern wandeln.

Ihr beschämt euch durch breite Treppen für göttlich Steigende: und so wie über euch sich hier die Bogen brechen und wider einander spielen

Ihr legtet eure Sehnsucht dem fernen Monde in den Mund: auch über die Worte sehntet ihr euch hinweg und hinauf!

Jene nannten Gott, was ihnen widersprach: ihre Heldenart, den Menschen in sich also zu brechen: aber die Zeit ist um, daß der Mensch sich selber ans Kreuz schlug.

Alle die welche Schaffen, suchen nach neuen Sprachen: müde wurden sie einer abgelaufenen dünnen Zunge: zu lange schon wandelte der Geist auf diesen Sohlen.

Wenn Schönheit nicht zu eurer Nothdurft gehört, was ist mir eure Sucht zum Schönen!

Nicht die Sattheit, sondern die Schönheit soll das Ende des Verlangens sein

So wie ihr seid, seid ihr nur als Ruinen erträglich: und das was euch zu Grunde richtet, Blitz und Tropfenfall und Unkraut: euer Unglück und Ungemach Rechtfertigt euer Dasein,.

Mit Bergen sollt ihr bauen lernen: es ist noch wenig, Berge bloß zu versetzen.

Eure Sprüche “kleine Wahrheiten” in der Nähe des Sumpfes: und irgend ein kalter Frosch sitzt darin.

9 [24]

Mag immerhin mein Adler eine Gefahr für kleine weiße Schafe sein und Raubvogel heißen!

Kennt ihr den Schrecken des Einschlafenden? Bis in die Zehn hinein erschrickt er, darob, daß der Traum beginnt—und oft wacht er vom Schrecken auf.

Dem soll eure Tugend dienen und frommen, um dessentwillen ihr euch am meisten verachtet. Dies allein soll der Dienst und Nutzen eurer Tugend sein!

Was sind mir eure Vater- und Mutterländer? Ich liebe allein meiner Kinder Land, an ihnen will ich gut machen daß ich meiner Väter Kind bin.

Einen Fisch wollte ich fangen und warf ein Netz ins Meer—aber ich zog einen Götter-Kopf herauf: einen Stein gab das Meer mir dem Hungrigen.

eine göttliche Mummerei ist die Natur.

Asche und Gluth weht mich an

laufende Feuer

trocknes Gras

Geknister

9 [25]

Vieles muß zu einer moralischen Handlung zusammenkommen

1) eine starke Spontaneität

2) die äußerste Spannung des Ich-willens

es ist die höchste Gattung organischer Funktionen.

9 [26]

Ich verlange auch noch Anmuth von dem Großgesinnten.

9 [27]

das Dionysische als die mir zugänglichste Seite des Alterthums.

9 [28]

Genie und Stümperei

9 [29]

Corsica und Italien.

Demokratie als Verfall des Staats.

Den Juden ihr Geld nehmen und ihnen eine andere Richtung geben.

das Dionysische als Zugang zu den Griechen.

eine ungeheure Masse hoher Empfindungen, zu denen noch die Gedanken fehlen und die Ziele

den Menschen über sich hinaus steigern, gleich den Griechen, nicht unleibliche Phantasmata.

9 [30]

Noch drückt eure Sünden-Fluth die Erde

Ich komme daher wie ein starker Wind: und also rathe ich meinen Verächtern: hütet euch gegen den Wind zu—speien.

Kaum erhob sich das leibliche Ungethüm aus düsterem Schlamme

Bad und Weihung der Erde heiße ich dies Fest



sich selber sein einziger Zeitgenoß!



Ihr wollt die Krankheit entkräften und entkräftet mir dazu den Kranken, ihr Afterärzte und Heilande!

Wenn der, welcher befehlen könnte, überredet und seine königlichen Hände unter dem Mantel birgt: Höflichkeit heiße ich dies.

Meine wilde Weisheit wurde trächtig auf einsamen Bergen: auf rauhem Gestein gebar sie ihr Junges. Nun läuft sie närrisch durch die harte Wüste und sucht für ihr Jüngstes nach sanftem Rasen, meine alte wilde Weisheit.

9 [31]

Ich glaubte der Reichste zu sein: nun verschenkte ich mich selber.

Ich berühre nicht einmal ihre Haut der Seele!

Immer einsamer und verbannter: immer heißer an Liebe und Hinwollen zu den Menschen.

Die 7 Einsamkeiten.

Alle typischen Leiden das Reformators; und seine Tröstungen.

1) Trost: auf das nächste Jahrtausend lege ich meine Hand.

2) Ich lebe wie in anderen Zeiten: meine Höhe giebt mir Verkehr mit Einsamen und Verkannten aller Zeit

3) Ich hasse nicht ich wehre mich mit der Schönheit.

9 [32]

Mit vielen kleinen Pulvern kann man den Muthigen zum Feigling machen: aber auch den Feigling zum Muthigen.



Kosmische Abhängigkeit



Geh still und mit schlafendem Schwerte an diesen Feinden vorüber: wer sie angreift, der besudelt sich.



Dem Büffel gleich nahe dem Meere und näher noch dem Walde lebe ich.

9 [33]

Triebe hat man so lange wie möglich zu leugnen—Grundsatz der moral-physiolog Forschung.

Was jetzt macht, daß wir einen Menschen schätzen, hat es immer gemacht. Erst M dann erst Handlungen zu Ehren gekommen

9 [34]

Wie ertrüg ich es, wenn ich nicht den Übermenschen mehr liebte als euch?

Wozu gab ich euch den 100fältigen Spiegel?

Ich überwand auch die Liebe zu euch mit der Liebe zum Übermenschen.

Und wie ich euch ertrage, so müßt ihr euch ertragen, aus Liebe zu dem Ü.

Ihr seid mir der Stein, in dem das erhabenste aller Bildwerke schläft

Und wie mein Hammer nach euch schlägt, so sollt ihr mir selber nach euch schlagen: der Hammerruf soll das schlafende Bild aufwecken.



Menschen, die sich verbergen wollten und sich des reinen Himmels schämten, schufen sich diese süß riechenden Höhlen.

Und erst wenn Gras und rother Mohn auf zerstörten Mauern wuchert, will ich diesen Stätten wieder mein Herz zuwenden.

9 [35]

Grabgesänge am Vulkan
Die Stille der Natur—der Donner.
Goldener Sarg.

9 [36]

§ Erlösung von Erlösern lehrt Zarathustra.

§ großmüthig gegen die Erde? nein, gerecht.

§ “Ich spreche frei: denn ich hätte auch so gehandelt”—historische Bildung, mir gräßlich! es heißt: “ich dulde mich selber—folglich!”

“Du sollst? Ich will”

9 [37]

Jedesmal, daß ich eine scharfe Brille aufsetze, wundere ich mich, wie häßlich die M sind und wie man es unter ihnen aushält.

9 [38]

Der Sinn der Causalität wird immer schwächer, nach rückwärts (z. B. Mythen) Folglich müssen die Conceptionen über das Innere besonders wenig vernünftig sein.

Die ältesten Annahmen müssen die dümmsten sein

9 [39]

“Wille” ist ein Begriff, um alle unsere Leidenschaften zu vereinigen.

Leidenschaften sind Gefühle, um gewisse körperliche Zustände, die wir nicht dem Körper zuschreiben, zu bezeichnen.

“Gemeingefühle”

Moralische Gefühle sind Leidenschaften von Werthurtheilen umgewandelt.

Einfluß des Urtheils auf das Gefühl (selbst bei Lust und Schmerz)

Lust und Schmerz sind Werthurtheile

9 [40]

Wie oberflächlich und arm ist alles Innere:

z.B. Zweck (Bild des Kauens und wirkliches Kauen)

z.B. ein Begriff vom Pferd im Vergleich zu einem Pferde,

z.B. das Gefühl der Wärme im Vergleich zu dem, was geschieht

z.B. das Ich im Vergleich zum “Selbst”

z. B. Sehen im Vergleich zur Mechanik des Sehens,

z. B. Gefühl des Herzschlags im Vergleich zu seiner Mechanik

9 [41]

Es giebt nur leibliche Zustände: die geistigen sind Folgen und Symbolik.



Äußere und innere Welt zu trennen wie die Metaphysiker thun, ist schon ein Sinnen-Urtheil.

Auge Ohr sind auch “äußere Welt.”

Gefühle sind uns gegeben und die äußere Welt: und selbst die Gefühle lokalisirt in dieser.



Alle Sinnes-Eindrücke nenne ich “Reize.”

“Schein” hat nur Sinn für das Auge.

Die Metaphysik der Metaphysik” zeigen!



Das Sein der Dinge wird erschlossen: folglich müssen wir schon eine Meinung haben was Sein ist. Die kann ein Irrthum sein! z.B. Ich.

9 [42]

Das Alberne der Moral in ihrer Werthabschätzung nach der Schwierigkeit.



Die “innere Welt” ist viel dünner und kürzer als die mechanische. Überschätzung!



Die unegoistische Handlung eine Selbsttäuschung und Kurzsichtigkeit. “Abkürzung”



Reinigung der inneren Welt.



Es muß irgendwann religiöse ästhetische und moralische Auffassung eins gewesen sein.



Bezeichnung und Werthschätzung unserer leiblichen Zustände—wie?

9 [43]

Ich mußte die Moral aufheben, um meinen moralischen Willen durchzusetzen.

Gesetzt, es gilt die Moral, so darf ich nicht den Nächsten durch mein Richterthum vergewaltigen. Dann auch nicht terrorisiren (abschrecken)

Ja, er ist unschuldig

Ringen um die Macht! Mein Ideal durchsetzen, auf die Weise, die aus meinem Ideal folgt!



Die Handlungen eines Menschen sind schlechterdings nicht aus seinen Motiven zu erklären.



Die Individuen wirken fort in den Antrieben.



Der höhere Geist an einem schwächlichen nervösen Charakter gebunden—ist zu beseitigen.



Die Verachtung des Machtgewinns und -Einflusses ist wider das Princip des Organischen.

9 [44]

1. Leidenschaften = Tugenden und Laster.

2. Die Wertmaaße (das wissenschaftliche Werthmaß fehlte bisher)

Heerde und Einzelne.



Furcht oder Hoffnung treten zu einem Schmerz- oder Lustgefühl hinzu—so bei allen Leidenschaften.

Zorn (und alle Affekte) zuerst ein Zustand des Körpers: der interpretirt wird. Später erzeugt die Interpret frei den Zustand.

9 [45]

nicht nöthig und nicht einmal überflüssig



sie nehmen den Mund voll; man soll meinen, das Herz gehe ihnen über.



Ein Stern gieng unter und verschwand—aber sein Licht ist noch unterwegs, und wann wird es aufhören, unterwegs zu sein?

Bist du ein Stern? So mußt du auch wandern und heimatlos sein.



§ die Gottes-Mord-Büßer und ihr Fest

Euch muß erst der Hunger nach eurer Erkenntniß gelehrt werden.



In der Zehe trägt der Tänzer sein Ohr.



Sich widerstreben ist auch süß und das Haar buschlicher Gefühle zurückzukämmen.



§ den M das Gefühl “Strafe” und “Schuld” verleiden

9 [46]

Man muß alles Organische überwinden. Wenig und oft!



Wie wollte ich leben, wenn ich nicht voraus schaute—über euch hinweg!



Fürchtet den Zurückgezogenen! Zum Springen bereitet sich der Tiger!



Verehren ist selber eine Leidenschaft: ebenso wie das Beschimpfen. Durch Verehren wurden die “Leidenschaften” zu Tugenden.



Ein unbedingtes “Soll” kann ich mir nur selten zurufen: also keine Autorität! Der “moralische Sinn” Kants ist nichts! Das ist die Eitelkeit welche will, daß ein “Soll” Aller Welt “Soll” ist!

9 [47]

Körperschaften—abseits vom Staate.



Unsere Gedanken kommen als Reize irgend woher. (Nichts mit “angenehm” und “unangenehm” zu thun.)



An den Schwachen taxire ich das Gute und das Schlimme gleich.

Der Stärkere als der Edlere.



Für die Einzelerziehung.



Die Arbeiter sollen einmal leben wie jetzt die Bürger: aber über ihnen die höhere Kaste, sich auszeichnend durch Bedürfnißlosigkeit! also ärmer und einfacher, doch im Besitz der Macht.



Recht, seinen eigenen ganz individuellen Straf-Ansatz zu machen.



Willst du dein Eigenstes das individuum nicht vertreten, sondern widersprichst du ihm, so gehört der Widerspruch in die individuelle “Verantwortlichkeit” —

9 [48]

Die einflußreichsten Menschen sind die verborgensten.



Cultur ist nur ein dünnes Apfelhäutchen über einem glühenden Chaos.



Die Menschen nicht gleich: also spricht die Gerechtigkeit.



Nicht das Nützliche, sondern das Schwere bestimmt den Werth: der Edle ist das Resultat vieler Arbeit.



Individuum est aliquid novum: man hat keine Handlung mit jemandem gemeinsam.



Wille ein Wahn.



Die Wahrheit thut weh, weil sie einen Glauben zerstört: nicht an sich.



Erfinder neuer Zustände der Seele sind die eigentlichen Erfinder: man sucht diese Zustände nachzuahmen



Dühring: niemand wünscht sich eine solche geifervolle Seele. Deshalb zieht seine Philosophie nicht an.



Machtgefühl.— Glück ist nicht das Ziel: sondern eine ungeheure Kraft im Menschen und in der Menschheit will sich ausgeben, will schaffen, es ist eine fortwährende Kette von Explosionen, die keineswegs das Glück zum Ziel haben.



Wollt ihr denn bezahlt sein?



“wie ein süßer Geruch”—aber sie mußte sterben.

9 [49]

Reinigung von der Rache ist meine Moral. §
“Wann loderte je solche Flamme? (wie Zarathustra)
Ich hasse den, der vor uns her humpelt.
Wer vorwärts geht und den Kopf rücklings dreht —

Das Meer, das seinen Pfauenschweif sich zur Lust auf dem weichen Sande aufrollt.

9 [50]

§ der Proletarier (“Dühring”)

§ Rausch. Seine gemeine Form im Bußkrampf. Warnen vor Dionysus!

9 [51]

Wir finden bei den verschiedenen Menschen dieselbe Zahl von Leidenschaften: diese aber verschieden genannt, geschätzt und dadurch verschieden gerichtet. Gut und Böse unterscheiden sich durch die verschiedene Rangordnung der Leidenschaften unter einander und die Herrschaft der Ziele.

9 [52]

Ihr meint, Alles sei das wilde Spiel von Riesen? Aber ein Wort, das auf Taubenflügeln kommt, leitet den Willen dieser Wilden: Die stille Quelle

9 [53]

Nacht ist es—nun reden
lauter alle springenden Brunnen
— und auch du, meine Seele
bist ein springender Brunnen.
Nacht ist es—nun erst erwachen
alle Lieder der Liebenden.
Und auch du, meine Seele, bist
das Lied eines Liebenden.

9 [54]

Weihrauch einer Verbrennung.

9 [55]

Das allerbeste Wissen reicht kaum aus zum Glauben.

9 [56]

— der Traum
— der Proletarier
— Rausch. Seine gemeinste Form der Gewissenskrampf
— Erlösung von Erlösern
— “ich spreche frei: denn ich hätte auch so gehandelt.”
— großmüthig gegen die Erde? nein, gerecht!
— Wollt ihr bezahlt sein?
— Vernichtung und Auferstehung der Moral.

9 [57]

Daniel Darc, bréviaire du Parisien (Ollendorf éditeur)
Brehm
Moldenhauer

9 [58]

Sammlung erhabener Zustände und Gegenstände.

9 [59]

Nr 343 V M und Sp

10, 9[1-59] Mai-Juni 1883

9 [1]

Too fiercely flows your spring; it empties the cup even as it seeks to fill it.

Bones and shells and whatever other playful things fall from life's table

Your benefits should fall like the dew upon the grass, when the night is most secretive.

Precisely from you, to whom I attribute all evil, I expect and demand the good.

You shall call necessity and utility what is necessity and utility, and keep the name of virtue sacred.

Neither the reason nor the purpose of your actions makes your actions good, but whether your soul trembles and shines in the process.

What would grace be if it did not mean: to take an injustice upon oneself?

Are your shoulders strong enough for it, well then, add foreign wrong to your own: and your grace shall be praised.

To recognize: that means: to understand all things for our benefit!

“I will,” “you shall,” “he must”—thus they understand I, You, and He.

Dominantly the experience approaches me: but scarcely is it experienced, and it already lies on its knees.

Do you feel the thirst and the hot breath of the sun? It wants to drink at the sea. Do you see the desire of the sea rise with a thousand breasts? It wants to be kissed and drunk by the thirst of the sun.

9 [2]

To believe in the Schopenhauerian will—this requires a very good will to believe!

9 [3]

Brightness of midnight was around me, loneliness looked at me with drunken tired eye.

— screamed my voice from me —

Dead silence slept and rattled in sleeping.

There lay the sleeplessness and the midnight with drunken eye.

There lay the loneliness and next to it the dead silence: both slept and rattled.

9 [4]

God the gap-filler.
Towards immortality

9 [5]

On the Shame of the Giver.
On Justice (Proletarians).
On Intoxication.
The Newer Monasteries, etc.
Historical Education—“I speak freely.”
Honesty of the Wretched.
Geniuses!
“Punishments” as Hostility Toward the Enemies of Our Ideal.
“Marriage” for a Time—

9 [6]

to throw the door

how ridiculous it would be if you wanted to convert to me!

You come to me, and I do not want you: but as I must give, so you must take!

“Man of the Party”—I want to make a mockery of.

A white bull I want to be and pull the plowshare: where I lie, there shall be peace and the earth shall smell of earth.

Wildly the eagle beats its wings: but its surge breaks against my will.

They experience nothing more: their skin is only scratched.

Like mosquitoes sitting on their skin, the events.— So the M now remains heavy and unchanged, like a stone in the sun.

Church: falsified light, sweetened solemnity of incense, seduction into false fears, I do not like the soul that kneels up to its God.

As into an eye, I looked into life.

Monk in the moon, moist-cheeked! Never again will I call you the “man” in the moon! Lustfully you creep from window to window around all dark corners! You, the most jealous of all tomcats: jealous of all lovers, you grin into the window.

9 [7]

They want to scratch out their enemies' eyes with their virtues.

They slander because they cannot create.

They

9 [8]

The Dances of Zarathustras.

9 [9]

I wanted to be the philosopher of unpleasant truths—for 6 years!

9 [10]

Too long I belonged to loneliness: thus I unlearned silence.

Mouth have I become entirely and roaring of a brook from high cliffs: down I want my speech to plunge into the valleys.

Hateful to me are all night- and grave-watchers and whoever else blows into gloomy horns.

I long and look—and now you come, my eagle: have you seen no one,

I laugh at your free will, and also at your unfree: no will exists. From pain and thoughts a delusion is born—we call it “will.”

9 [11]

I look down into the sea: still it stands and treacherously a picture looks back at me.

A precious picture with white breasts it holds in its arms: sluggish and treacherous it creeps over the sand, so that

thus the sea and the picture of the future lure me

Sluggish and treacherous the sea receded from its white breasts.

Half buried it in the sand and half in the jealousy of the wave.

9 [12]

Determinimus is so to be eliminated:

I want to submit myself to the judgment of certain M: it shall be my education, to spur me on and deter me—all as a means to enforce an ideal and bring it to dominance.

Organic = moral is the solution to the moral problem.

One honors an individual first insofar as he expresses a type: e.g., “the priest,” “the hero,” etc.—only later insofar as he is “he alone.”

Morality exists that places virtue in the fact that one does not become an individual, but rather becomes a type! that he ultimately coincides in feeling with a revered type of the people.

9 [13]

The ring's thirst, to reach itself again—I thirst for it.

9 [14]

Yet the spirit was no concern and heartache to you: your bread of life is not yet leavened by thought.

As a hunter, Zarathustra set out to hunt ugly truths.

The pointer moved and the clock of my L drew breath: then it spoke: now the hour has come to preach deliverance from deliverers.

9 [15]

How I sought to understand all that is human, even the wretched and mediocre once

Here and there even the wretched become honest: then one should listen to their voice and descend into their swamp.

And I too once sat in the reeds and listened to the frog of wretchedness make its confessions.

Do you want to be of better stuff? I tell you, you only know better how to deceive yourselves.

He came to us, he lived among us—we ourselves were his underworld.

Believe me, Z died and is no more. A star went out in empty space: but its light

9 [16]

Shatter these divine grinning masks for me! Was I the fool of a divine grin and forgot the entrails with which the masks were stuffed?

Tear apart the skins for me, on which the soul of a god seemed to play!

Snake entrails and filth decay from the hidden body of the lizard: the towering, ringed, foul-smelling

Into a god's mask crept a hideous ringed worm.

holy laughter

9 [17]

You see only my sparks: but you do not see the anvil that I am.

And I would rather sleep on ox hides than on the bed of your comfort and love,

You are tools and clocks to me: so I will wind you up with my mockery, and you shall purr for me.

Not with snake-haired terror will I turn you to stone: with my shield “Beauty” I protect myself from you. At the image of the most beautiful, you shall fall silent before me.

I fight the dragon of the future: and you little ones, you shall fight with earthworms.

9 [18]

You are skilled and have clever fingers: but you do not know how to make a fist!

Only when your clever fingers curl into a fist will I believe in your strength.

Golden flashes his eye: a golden boat floats therein on dark waters:

In his eyes it sinks and rises again while dancing, and you who carry him

Dry grass and steppe you are to me: but I want to make running fires of you and heralds with fiery tongues.

When this moon rose, I thought it wanted to give birth to a sun: so broad and pregnant it lay on the horizon.

But a liar it is to me, this barren one, with its pregnancy, and neither a woman is it, nor a man.

9 [19]

a strange rooster, after which the hens bite

like a moon he rose, but lazily he lay on the horizon.

Who understands the horse, also understands the saddle.

9 [20]

That I did you the most harm when I did what was dearest to myself?

I did penance for my injustice: more unjust still was my reverence than my contempt.

I did penance with night vigils for 1000 lies of the reverent and the will of his eye to blindness.

With 1000 malices I took revenge on all embellishment and swarm-spiritedness.

Far more hateful to me are you unconscious liars than the knowing liars.

Because you lie about what is, therefore the thirst for what is to come does not arise in you.

9 [21]

they suffocated on their nothingness: I gave them their nothingness to eat.

They rotted at the sight of themselves: I held up my mirror to their ugliness

When they perished on their nothingness and could not bear their image, they had their highest moment.

And to poison you, I would need glass gloves

9 [22]

Life is a tragedy for those who feel, and a comedy for those who think. Horace Walpole.

9 [23]

You do not want to hear that one walks above your heads. And so you lay wood and earth and filth over your heads: thus you muffle the sound of my footsteps. You place all human error and dullness between me and you: you call that the "false floor" in your houses. But still I walk above your thoughts, and they shall walk upon my errors.

You are ashamed by broad stairs for divine climbers: and just as the arches here break above you and play against each other

You put your longing into the mouth of the distant moon: you even longed beyond words and upward!

They called God what opposed them: their heroic way of thus breaking man within themselves: but the time is past when man nailed himself to the cross.

All those who create seek new languages: tired they became of a worn-out thin tongue: for too long the spirit has walked on these soles.

If beauty is not among your necessities, what is your craving for the beautiful to me!

Not satiety, but beauty should be the end of desire.

As you are, you are only tolerable as ruins: and what destroys you, lightning and dripping and weeds: your misfortune and distress justify your existence,.

You should learn to build with mountains: it is still little to merely move mountains.

Your sayings “little truths” near the swamp: and some cold frog sits in it.

9 [24]

May my eagle at least be a danger to little white sheep and be called a bird of prey!

Do you know the terror of the one falling asleep? Up to the count of ten, he is startled because the dream begins—and often he wakes from the terror.

Your virtue should serve and benefit that for which you most despise yourselves. This alone should be the service and use of your virtue!

What are your fatherlands and motherlands to me? I love only the land of my children, through them I will make amends for being the child of my fathers.

I wanted to catch a fish and cast a net into the sea—but I pulled up a god's head: the sea gave me a stone, the hungry one.

nature is a divine masquerade.

Ash and embers blow upon me

running fires

dry grass

crackling

9 [25]

Many things must come together for a moral action

1) a strong spontaneity

2) the utmost tension of the I-will

it is the highest kind of organic functions.

9 [26]

I also demand grace from the magnanimous.

9 [27]

the Dionysian as the side of antiquity most accessible to me.

9 [28]

Genius and Bungling

9 [29]

Corsica and Italy.

Democracy as the decline of the state.

Take the Jews' money and give them a different direction.

The Dionysian as access to the Greeks.

an enormous mass of high feelings, to which thoughts and goals are still lacking

elevate people beyond themselves, like the Greeks, not disembodied phantasms.

9 [30]

Still your flood of sins presses down upon the earth

I come therefore like a strong wind: and thus I advise my despisers: beware of spitting against the wind.

Barely did the bodily monster rise from the gloomy sludge

Bath and consecration of the earth I call this feast



to be one's own sole contemporary!



You wish to weaken the illness and thereby weaken the sick for me, you quack doctors and healers!

When he who could command is persuaded and hides his royal hands beneath his cloak: I call this politeness.

My wild wisdom became pregnant on lonely mountains: on rough stone she bore her young. Now she runs foolishly through the hard desert and seeks soft grass for her youngest, my old wild wisdom.

9 [31]

I believed myself to be the richest: now I gave myself away.

I do not even touch the skin of their soul!

Ever more solitary and exiled: ever hotter in love and longing for people.

The 7 solitudes.

All typical sufferings of the reformer; and his consolations.

1) Consolation: upon the next millennium I lay my hand.

2) I live as in other times: my height gives me intercourse with the solitary and the unrecognized of all time

3) I do not hate I defend myself with beauty.

9 [32]

With many small powders one can turn the brave into a coward: but also the coward into the brave.



Cosmic dependence



Pass by these enemies quietly and with sleeping sword: he who attacks them defiles himself.



Like the buffalo near the sea and even closer to the forest I live.

9 [33]

Drives must be denied for as long as possible—principle of moral-physiological research.

What now makes us value a person has always done so. Only M then actions have been honored

9 [34]

How could I endure it if I did not love the Overman more than you?

Why did I give you the hundredfold mirror?

I overcame even my love for you with my love for the Overman.

And as I endure you, so must you endure yourselves, out of love for the Overman.

You are to me the stone in which the most sublime of all statues sleeps.

And as my hammer strikes you, so shall you strike yourselves: the hammer's call shall awaken the sleeping image.



People who wanted to hide and were ashamed of the pure sky created these sweet-smelling caves for themselves.

And only when grass and red poppies grow on ruined walls will I turn my heart to these places again.

9 [35]

Funeral chants at the volcano
The silence of nature—the thunder.
Golden coffin.

9 [36]

§ Redemption from redeemers teaches Zarathustra.

§ generous towards the earth? no, just.

§ “I speak freely: for I would have acted the same way”—historical education, horrible to me! it means: “I tolerate myself—therefore!”

“You shall? I will”

9 [37]

Every time I put on sharp glasses, I wonder how ugly the Ms are and how one can bear them.

9 [38]

The meaning of causality becomes increasingly weaker backward (e.g., myths). Consequently, conceptions about the inner must be particularly unreasonable.

The oldest assumptions must be the dumbest.

9 [39]

“Will” is a term to unite all our passions.

Passions are feelings to denote certain physical states that we do not attribute to the body.

“Common feelings”

Moral feelings are passions transformed from value judgments.

Influence of judgment on feeling (even in pleasure and pain)

Pleasure and pain are value judgments

9 [40]

How superficial and poor is everything inner:

e.g. purpose (image of chewing and actual chewing)

e.g. a concept of a horse compared to an actual horse,

e.g. the feeling of warmth compared to what actually happens

e.g. the ego compared to the “self”

e.g. seeing compared to the mechanics of seeing,

e.g. the feeling of the heartbeat compared to its mechanics

9 [41]

There are only bodily states: the mental ones are consequences and symbolism.



To separate outer and inner world as the metaphysicians do is already a judgment of the senses.

Eye ear are also “outer world.”

Feelings are given to us and the outer world: and even the feelings localized in this.



All sensory impressions I call “stimuli.”

“Appearance” has meaning only for the eye.

The metaphysics of metaphysics” show!



The being of things is inferred: consequently we must already have an opinion of what being is. This can be an error! e.g. I.

9 [42]

The absurdity of morality in its valuation according to difficulty.



The “inner world” is much thinner and shorter than the mechanical one. Overestimation!



The unselfish action is a self-deception and shortsightedness. “Shortcut”



Purification of the inner world.



At some point, religious, aesthetic, and moral conceptions must have been one.



Designation and valuation of our bodily states—how?

9 [43]

I had to abolish morality to enforce my moral will.

Assuming morality applies, I must not violate my neighbor through my judgment. Then also not terrorize (deter)

Yes, he is innocent

Struggle for power! Enforce my ideal, in the manner that follows from my ideal!



A person's actions are simply not to be explained by their motives.



Individuals continue to act in the drives.



The higher spirit bound to a weak, nervous character—must be eliminated.



The contempt for gaining power and influence is against the principle of the organic.

9 [44]

1. Passions = virtues and vices.

2. The value measures (the scientific value measure was missing so far)

Herds and individuals.



Fear or hope are added to a pain or pleasure sensation—as with all passions.

Anger (and all affects) first a state of the body: which is interpreted. Later, the interpretation freely produces the state.

9 [45]

not necessary and not even superfluous



they take the mouth full; one should think the heart goes over them.



A star went under and disappeared—but its light is still on the way, and when will it cease to be on the way?

Are you a star? Then you must also wander and be homeless.



§ the God-murder penitents and their feast

You must first be taught the hunger for your knowledge.



In the toe, the dancer carries his ear.



To resist each other is also sweet and to comb back the bushier hair of feelings.



§ to make the feeling of “punishment” and “guilt” unpalatable to M

9 [46]

One must overcome everything organic. Little and often!



How would I live if I did not look ahead—beyond you!



Fear the withdrawn! The tiger prepares to pounce!



Reverence is itself a passion: just like reviling. Through reverence, the “passions” became virtues.



An unconditional “shall” I can rarely call out to myself: thus no authority! Kant’s “moral sense” is nothing! It is the vanity that wills that a “shall” be the “shall” of all the world!

9 [47]

Corporations—apart from the state.



Our thoughts come as stimuli from somewhere. (Nothing to do with “pleasant” and “unpleasant”.)



In the weak, I assess the good and the bad equally.

The stronger as the nobler.



For individual education.



The workers should one day live as the citizens do now: but above them the higher caste, distinguished by their lack of needs! thus poorer and simpler, yet in possession of power.



Right to make one’s own entirely individual punishment approach.



If you do not want to represent your very own, the individual, not represent, but contradict it, then the contradiction belongs in the individual “responsibility”—

9 [48]

The most influential people are the most hidden.



Culture is only a thin apple skin over a glowing chaos.



People are not equal: thus speaks justice.



Not the useful, but the difficult determines the value: the noble is the result of much labor.



Individuum est aliquid novum: one has no action in common with anyone.



Will is a delusion.



The truth hurts because it destroys a belief: not in itself.



Inventors of new states of the soul are the true inventors: one seeks to imitate these states



Dühring: no one desires such a fervent soul. That is why his philosophy does not appeal.



Feeling of power.— Happiness is not the goal: rather, an immense power in man and in mankind wants to express itself, wants to create; it is a continuous chain of explosions that by no means have happiness as their goal.



Do you want to be paid then?



“like a sweet scent”—but she had to die.

9 [49]

Cleansing from revenge is my morality. §
“When did such a flame ever blaze? (like Zarathustra)
I hate the one who limps ahead of us.
Who moves forward and turns his head backward —

The sea, which rolls up its peacock tail in pleasure on the soft sand.

9 [50]

§ the proletarian (“Dühring”)

§ Rausch. Its common form in the penitential spasm. Warning against Dionysus!

9 [51]

We find in different people the same number of passions: but these are named, valued, and thereby directed differently. Good and Evil differ through the varying hierarchy of passions among each other and the dominance of goals.

9 [52]

You think everything is the wild game of giants? But a word that comes on dove's wings guides the will of these wild ones: The silent source

9 [53]

Night it is—now speak
all the leaping fountains
— and you too, my soul
are a leaping fountain.
Night it is—now awaken
all the songs of lovers.
And you too, my soul, are
the song of a lover.

9 [54]

Incense of a combustion.

9 [55]

The very best knowledge is hardly enough for faith.

9 [56]

— the dream
— the proletarian
— intoxication. Its most common form: the pang of conscience
— redemption from redeemers
— “I speak freely: for I would have acted the same.”
— magnanimous toward the earth? no, just!
— Do you want to be paid?
— destruction and resurrection of morality.

9 [57]

Daniel Darc, breviary of the Parisian (Ollendorf publisher)
Brehm
Moldenhauer

9 [58]

Collection sublime states and objects.

9 [59]

No 343 V M and Sp

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