11, 28[1-67] Herbst 1884

28 [1]

Allen Schaffenden geweiht.

Welt-Unabtrennliche
Laßt uns sein!
Das Ewig-Männliche
Zieht uns hinein.

28 [2]

jeder Buckel krümmt sich schiefer —
jeder Christ treibt Juden-Schacher —
die Franzosen werden tiefer —
Und die Deutschen täglich flacher!

28 [2]

jeder Buckel krümmt sich schiefer —
jeder Christ treibt Juden-Schacher —
die Franzosen werden tiefer —
Und die Deutschen täglich flacher!

28 [3]

Sonnen-Bosheit.

Bei abgehellter Luft,
Wenn schon des Thaus Tröstung
Zur Erde nieder quillt,
Unsichtbar, auch ungehört — denn zartes Schuh werk trägt
Der Tröster Thau, gleich allen Milden —
Gedenkst du da, gedenkst du, heißes herz,
Wie einst du durstetest,
Nach himmlischem Thaugeträufel
Versengt und müde durstetest,
Dieweil auf sanften Gras-Pfaden
Schweigsam abendliche Sonnenblicke
Durch dunkle Bäume um dich liefen,
Boshafte Sonnen-Gluthblicke,
So aber fragte dich die Sonne schweigend:
Was trägst du Narr
Eine zerrissene Larve?
Eine Götter-Larve? Wem rissest du sie vom Gesichte?
Schämst du dich nicht, unter Menschen nach Göttern
lüstern hinauszuschnüffeln?
Wie oft schon!

Der Wahrheit Freier? also stöhnte ich —
Nein! Nur ein Dichter!
Nach Larven lüstern, selbst verkleidet.
Zerrissene Larve selber! Götter-Larventrug!

Bei abgehellter Luft,
wenn schon des Monds Sichel
grün zwischen Purpurröthen
und neidisch hinschleicht
— mit jedem Schritte heimlich
an Rosen-Hängematten
hinsichelnd bis sie sinken
nacht-abwärts blaß versinken
dieweil er röther

stets und röther,
schlechter That sich schämend, — — —

28 [4]

Die Wüste wächst: weh, zur Wüste ward!
Wüste ist Hunger, der nach Leichen scharrt.
Ob Quell und Palme sich hier Nester baun —
Der Wüste Drachenzähne kahn und kahn
Denn Sand ist Zahn an Zahn, vielfräßige Pein
reibt ewig hier
Kinnladen nimmer müd — — —
Vielfräßiger Hunger malmt hier Zahn an Zahn
Der Wüste Drachenzähne — — —
Sand ist Gebiß, ist Drachen-Zähnesaat
Das malmt und malmt—das malmt sich nimmer matt — — —
Sand ist die Mutter die ihr Kind gekaut
Mit fliegendem Dolche in deren Haut — — —

28 [4]

Die Wüste wächst: weh, zur Wüste ward!
Wüste ist Hunger, der nach Leichen scharrt.
Ob Quell und Palme sich hier Nester baun —
Der Wüste Drachenzähne kahn und kahn
Denn Sand ist Zahn an Zahn, vielfräßige Pein
reibt ewig hier
Kinnladen nimmer müd — — —
Vielfräßiger Hunger malmt hier Zahn an Zahn
Der Wüste Drachenzähne — — —
Sand ist Gebiß, ist Drachen-Zähnesaat
Das malmt und malmt—das malmt sich nimmer matt — — —
Sand ist die Mutter die ihr Kind gekaut
Mit fliegendem Dolche in deren Haut — — —

28 [5]

Du Stachel Schmerz, wie weit wirst du mich treiben?
Schon hab’ ich Himmel umgestürzt
Mit neuen Himmeln, Würzen überwürzt
Die Götter ehrten—siegreich dir zu bleiben!
Du Stachel Schmerz, dem ich die Hand verkürzt
Dem ich die muntren Katzenfüße lähmte
Was that ich einst, das mich beschämte
— — — Knoten geschürzt
— — — zähmte
— — — Fell
— — — -eiben
— — — anbequemte
— — — schnell
— — — treiben

28 [6]

Baum im Herbste.

Was habt ihr plumpen Tölpel mich gerüttelt
Als ich in seliger Blindheit stand:
Nie hat ein Schreck grausamer mich geschüttelt
— Mein Traum, mein goldner Traum entschwand!

Nashörner ihr mit Elephanten-Rüsseln
Macht man nicht höflich erst: Klopf! Klopf?
Vor Schrecken warf ich euch die Schüsseln
Goldreifer Früchte —an den Kopf.

28 [7]

auf neuem Weg zum alten Griechenthum
ich dachte in dir den Deutschen zu erlösen
dein Siegfried-Zerrbild Parsifal!

28 [8]

Fern brummt der Donner übers Land
Der Regen tropft und tropft:
Geschwätzig früh schon, der Pedant,
Dem Nichts das Maul mehr stopft.
Der Tag schielt boshaft nach mir hin
Löscht mir die Lampe aus!
Oh gute Nacht! Oh Einsamkeit!
Oh Buch! Oh Tintenfaß!
Nun wird mir alles grau und leid

28 [9]

Nun, da der tag
Des Tages müde ward, und aller Sehnsucht Bäche
Von Neuem Trost plätschern,
auch alle Himmel, aufgehängt in Gold-Spinnetzen,
zu jedem Müden sprechen: “ruhe nun,” —
was ruhst du nicht, du dunkles Herz,
was stachelt dich zu fußwunder Flucht

weß harrest du?

du Verzweifelnder! Weißt du auch,—
wie viel Muth machst du denen,
die dir zuschaun

ach wie du Klagst! wohin meine Flucht?
Ach wen du weidest!
Gefangne noch weidest du.
Wie sicher ist den Unstäten
doch ein Gefängniß!
wie ruhig schlafen verbrecherische
Seelen, eingefangen —

Nun, da die Maus den Berg gebar —

Wo bist du Schöpferisches?

Oh wärmt mich! liebt mich
gebt heiße Hände
erschreckt ob meines Eises nicht!
Zu lange gespensterhaft auf Gletschern — — —

umhergetrieben, aufgewirbelt
auf welchem Spiegel habe ich nicht gesessen —
ich Staub auf allen Oberflächen
außer sich, vor Hingebung
dem Hunde gleich

Hohl, Höhle, voller Gift und Nachtgeflügel
umsungen und umfürchtet,
einsam —.

Ihr Wegelagerer! Euer bin ich nun!
Was wollt ihr Lösegelds?
Wollt Viel—so räth mein Stolz.
Und redet kurz—das räth mein andrer Stolz.

Ich liege still —
ausgestreckt,
Halbtodtem gleich, dem man die Füße wärmt
— die Käfer fürchten sich vor mir

ihr fürchtet mich? Ihr fürchtet den gespannten Bogen nicht?
Wehe es könnte Einer seinen Pfeil dranlegen

28 [10]

Nun wird mir Alles noch zu Theil
Der Adler meiner Hoffnung fand
Ein reines, neues Griechenland
Der Ohren und der Sinne Heil —

Aus dumpfem deutschem Ton-Gedräng
Mozart Rossini und Chopin
Ich seh nach griechischen Geländen
Das Schiff dich, deutscher Orpheus, wenden.

Oh zögre nicht nach südlichen Geländen,
Glücksel’gen Inseln, griechischem Nymphen-Spiel
Des Schiffs Begierde hinzuwenden
Kein Schiff fand je sein schöner Ziel —

Nun wird mir alles noch zu Theil
Was je mein Adler mir erschaute —:
Ob manche Hoffnung schon vergraute.
— Es sticht dein Klang mich wie ein Pfeil
Der Ohren und der Sinne Heil,
Das mir vom Himmel niederthaute

Der Ton, der auf mich niederthaute

Hinaus, zu griechischen Geländen
Das schönste Musen-Schiff zu wenden

28 [11]

Arthur Schopenhauer.

Was er lehrte ist abgethan,
Was er lebte, wird bleiben stahn:
Seht ihr nur an!
Neimandem war er unterthan!

28 [12]

1) Ihr Wege-lagernden Gedanken
Fleiß ehemals
Qual des Schaffens
2) nach Liebe suchend—und immer die Larve,
die verfluchte Larve finden und zerbrechen müssen!

28 [13]

Die Liebe ist’s die mich mitgehen heißt,
Die heiß ersehnte!

28 [14]

Schafe.

Den Adler seht! sehnsüchtig starr
blickt er hinab in den Abgrund,
in seinen Abgrund, der sich dort
in immer tiefere Tiefen ringelt!
Plötzlich, geraden Flugs,
scharfen Zugs
stürzt er auf seine Beute.
Glaubt ihr wohl, daß es Hunger ist?
Eingeweiden-Armut? —
Und auch Liebe ist es nicht
— was ist ein Lamm einem Adler!
er haß die Schafe
Also stürze ich mich
abwärts, sehnsüchtig,
auf diese Lämmer-Heerden
zerreißend, blutträufend,
Hohn gegen die Gemächlichen
Wuth gegen Lämmer-Dummheit — — —

28 [15]

— die Sträflinge des Reichthums
ihre Gedanken klirren gleich schweren Ketten

28 [16]

sie erfanden die heilige lange Weile
und die Begierde nach Mond- und Werkeltagen

28 [17]

Seid kurz: gebt mir zu rathen
oder ihr ermüdet den Stolz meines Geistes

28 [18]

Hartnäckige Geister, fein und kleinlich

28 [19]

kuhmüthiges Wohlwollen

28 [20]

Die Bösen liebend.

Ihr fürchtet mich?
Ihr fürchtet den gespannten Bogen?
Wehe, es könnte Einer seinen Pfeil darauf legen!

Ach, meine Freunde?
Wohin ist, was man gut hieß!
Wohin sind alle “Guten”!
Wohin, wohin ist die Unschuld aller dieser Lügen!

Die einst den Menschen schauten
so sehr Gott als Bock

Der Dichter, der lügen kann
wissentlich, willentlich
Der kann allein Wahrheit reden

“Der Mensch ist böse”
so sprachen noch alle Weisesten —
mir zum Troste.

sündlich-gesund und schön
gleich buntgefleckten Raubthieren

wer gleich Katzen und Weibern
in der Wildniß heimisch ist,
und durch Fenster springt

was still starr kalt glatt macht,
was zum Bilde und zur Säule macht,
was man vor Tempeln aufstellt,
zur Schau aufstellt
—Tugend—?

28 [21]

Der Wahrheit Freier? Sahst du ihn?
Still, starr, kalt, glatt,
Zum Bilde worden und zur Säule, aufgestellt
Vor Tempeln—sprich,
Deß gelüstet dich?
Nein, Larven suchst du
Und Regen-Bogen-Häute
Wild-Katzen-Muthwille, der durch Fenster springt,
hinaus in allen Zufalls Wildniß!
Nein, Urwald brauchst du,
deinen Honig zu schlürfen,
sündlich-gesund und schön
gleich buntgefleckten Raubthieren

28 [22]

Die Weltmüden

denkendere Zeiten, zerdachtere Zeiten
als unser Heut und Gestern ist

ohne Weiber, schlecht genährt
und ihren Nabel beschauend
— des Schmutzes Holde
Übelriechende!
also erfanden sie sich die Wollust Gottes

bei bedecktem Himmel
wo man Pfeile und tödtende Gedanken
nach seinen Feinden schießt,
da verleumdeten sie die Glücklichen

sie lieben ach! und werden nicht geliebt
sie zerfleischen sich selber
weil Niemand sie umarmen will.

ihr Verzweifelnden! wie viel Muth
macht ihr denen, die euch zuschauen!

sie verlernten Fleisch essen,
mit Weiblein spielen,
— sie härmten sich über die Maaßen.

wie sicher ist dem Unstäten auch
ein Gefängniß!
wie ruhig schlafen die Seelen
eingefangner Verbrecher!
Am Gewissen leiden nur
Gewissenhafte!

28 [23]

Jenseits der Zeit.

Diese Zeit ist wie ein krankes Weib
laßt sie nur schreien, rasen, schimpfen und Tisch und Teller zerbrechen.

umhergetrieben, aufgewirbelt
— auf allen Oberflächen habt ihr schon gesessen,
auf allen eiteln Spiegeln schon geschlafen
— Staub

solche macht man mit Gründen mißtrauisch
mit erhabnen Gebärden überzeugt man sie

Zurück! Ihr folgt mir zu nahe auf den Füßen!
Zurück, daß meine Wahrheit euch nicht den Kopf zertrete!

erreglich gleich greisen Völkern
an Gehirn und Schamtheilen

außer sich, dem Hunde gleich, vor Hingebung

28 [24]

Es erhob sich ein Geschrei um Mitternacht
— das kam von der Wüste her

28 [25]

Lob der Armut.

Den Sträflingen des Reichthums,
deren Gedanken kalt
wie Ketten klirren, gilt mein Lied

28 [26]

Oh gute Seit, die jetzt mir blüht
Oh feierliche große Jahreszeit —
Vom Nord zum Süd
Die Götter-Gäste—fremd und unbekannt,
die Namenlosen
Ihr göttlich-königlichen Gäste
Von aller Höhe strömt mir Verkündigung
Gleich Wohlgerüchen
Gleich ahnungsvollen Winden läuft
Vom Nord zum Süd
Mein Herz, dem seine Festzeit blüht

Einsiedler soll nicht länger einsam sein!

Die Zeit ist nahe, die feierliche schöne große Jahreszeit,
wo meine Gäste kommen—des Jahres Mitte,
nun gleiche ich dem Liebenden
dessen Sehnsucht Stunden abzählt,
der späht und steht und sieht, unmuthig-selig,
bis er, gedrückt von engen Stuben,
sich in des Zufalls dunkle Gasse wirft
— Und wenn der Wind des Nachts an’s Fenster klopft,
Mit Blüthen-Zweigen boshaft Schläfer weckend

28 [27]

6. Der Dichter—Qual des Schaffenden

Ach, Wegelagerer! Nun bin euer
Was wollt ihr, Lösegelds?
Wollt Viel—so räth mein Stolz—und redet kurz: das räth mein andrer Stolz
zu rathen lieb’ ich: leicht ermüdet’s mich

wohin meine Flucht?

Ich liege still,
ausgestreckt,
Halbtodtem gleich, dem man die Füße wärmt
— die Käfer fürchten sich vor meinem Schweigen
— ich warte

Alles heiße ich gut
Laub und Gras, Glück, Segen und Regen

28 [28]

von eurem Kommen
von eurem Nahen
— sie lieben mich

Sie warten Alle—Allen sprach ich ja
von euch, ihr

28 [29]

Sind die Dinge nicht gemacht
spitz für Tänzerfüße

langsam kommt, wie Trampelthiere,
Mensch und Mensch vorüber

28 [30]

Hohl, Höhle, voller Nacht-Geflügel
Umsungen und umfürchtet

28 [31]

Hier saß ich sehend, sehend—doch hinaus!
Die Finger spielend im zerpflückten Strauß
Und wenn die Thräne aus dem Lide quoll
Schamhaft-neugierig: ach wem galt sie wohl!

Da — — —

Hier saß ich liebend, liebend—unbewegt,
Dem See gleich, der — — —
Wer diesen Spiegel-See als Zauber sieht:
Drinn eint sich Milch und Veilchen und Granit.

28 [32]

1 Das rothe Blatt
Daß mir Vieles Gute nicht entschlüpft und ich undankbar scheide
2 an den Vormittag.
3 allen Gefängnissen entschlüpft (Ehe Amt I Ort usw.)
4 südliche Musik
5 an die Griechen (in Verhältniß zu Deutschen)
6 an die Christen (ich habe das Christenthum nicht nöthig)
7 Haß gegen die Engländer (dagegen deutsch-russisch)
8 Sehnsucht nach einer hohen Seele
9 Honigopfer-Dank
10 gegen den Frühling (Hohn)
11 Lob des kriegerischen Geistes als mich vorbereitend
12 der ernsteste Knabe—oh daß du im Alter Kind wirst!
13 an Schopenhauer als den philosophischen Jüngling
14 an Napoleon (corsica) wo ist der Mann von Granit?
15 Von der langen Leiter
16 Mit Jedermann leutselig, auch mit Gräsern noch
17 Humor eines, der über Alles gesiegt hat.
18 Hohnlied über die Oberflächlichkeit der Menschen
19 Der Verborgenste (Hohn eines ewig-unvermerkt Maskirten)
20 An den Schlaf (3 Stunden Abwartens, segnend)
21 kein Märtyrer! Dafür auch zu listig, ich entschlüpfe! (und ich habe es schlimmer gehabt als ihr Alle!)
22 der gute Europäer
23 die Mitternachts-Abreise
24 Calina braunroth, alles zu scharf in der Nähe
im höchsten Sommer. Gespenstisch (meine jetzige Gefahr!)
25 an Richard Wagner

28 [33]

Mittags-Gedanken.”
Von
Friedrich Nietzsche.

1 An Napoleon (Corsica: wo ist der Mann von Granit?)
2 Von der längsten Leiter
3 Mit Jedermann leutselig, auch noch mit Gräsern.
4 Humor eines, der über Alles gesiegt hat.
5 Hohnlied über die Oberflächlichkeit der Menschen.
6 Der Verborgenste (Hohn über die ewig-unvermerkt Maskerade)
7 An den Schlaf (drei Stunden Abwartens. Ihn segnend)
8 Kein Märtyrer! (Dafür auch zu listig: ich entschlüpfe. Und doch habe ich’s schlimmer gehabt als ihr Alle!
9 Die guten Europäer.
10 Die Abreise um Mitternacht.
11 Calina: meine jetzige Gefahr, im höchsten Sommer, gespenstisch, braun-roth, alles zu scharf in der Nähe
12 An Richard Wagner.
13 Das rothe Blatt (daß mir vieles Gute nicht entgehe und ich undankbar scheide!
14 An den Vormittag.
15 allen Gefängnissen entschlüpft (wie Amt , Ehe usw.)
16 An die Griechen (gegen die Deutschen)
17 Südliche Musik
18 an die Christen (ich habe euer Christenthum nicht nöthig)
19 Haß gegen die Engländer (dagegen deutsch-russisch
20 Sehnsucht nach einer hohen Seele.
21 Honig-Opfer. Große Danksagung.
22 gegen den Frühling (Hohn).
Bitte um Blindheit (an die Sonne
23 Lob des kriegerischen Geistes—mich vorbereitend.
24 Der ernsteste Knabe (d.h. daß du im Alter Kind wirst!)
25 An Schopenhauer (als an den philosophischen Jüngling).

28 [34]

Dem Fleißigen neid’ ich seinen Fleiß:
goldhell und gleich fließt ihm der Tag herauf
goldhell und gleich zurück,
hinab ins dunkle Meer,—
und um sein Lager blüht Vergessen, gliederlösendes.

28 [35]

Des Nachts—was schlägt mir an das Fenster?

28 [36]

Das Honig-Opfer.

Bringt Honig mir, eis-frischen Waben-Goldhonig!
Mit Honig opfr’ ich Allem, was da schenkt,
Was gönnt, was gütig ist—: erhebt die Herzen!

28 [37]

Herolds Rufe

reich an Geist
aus Nichts und Witz geschaffen

28 [38]

Der du eifersüchtig des Nachts auf meinen Athem horchst
und in meine Träume schleichen möchtest

28 [39]

Einst—wie fern dies Einst! und ach! süß das Wort schon
“Einst,” verirrtem Glockentone gleich,
da kam der Tag, die Pflicht, die Pflugschaar,
des Stiers Gebrüll, — — —

28 [40]

Oh die ihr spielt,
Ihr Kinder im Walde, ihr lachenden,
Flieht nicht davon—nein! schützt mich,
Versteckt das gehetzte Wild,
Bleibt, hört! Denn was mich hetzt,
seit grauem Morgen durch alle Irrniß hetzt,
sind’s Jäger? Wegelagerer? sind’s Gedanken?
Nicht weiß ich’s noch,
und Kinderspiele — — —

28 [41]

Der schönste Leib—ein Schleier nur,
In dem sich schamhaft—Schönres hüllt —

28 [42]

An Hafis.
Frage eines Wassertrinkers

Die Schenke, die du dir gebaut,
ist größer als jed Haus,
Die Tränke, die du drin gebraut,
die trinkt die Welt nicht aus.
Der Vogel, der einst Phönix war,
der wohnt bei dir zu Gast,
Die Maus, die einen Berg gebar,
die—bist du selber fast!
Bist Alles und Keins, bist Schenke und Wein,
Bist Phönix, Berg und Maus,
Fällst ewiglich in dich hinein,
Fliegst ewig aus dir hinaus —
Bist aller Höhen Versunkenheit,
Bist aller Tiefen Schein,
Bist aller Trunkenen Trunkenheit
— wozu, wozu dir—Wein?

28 [43]

So sprach ein Weib voll Schüchternheit
Zu mir im Morgenschein:
“Bist schon du selig vor Nüchternheit
Wie selig wirst du—trunken sein!”

28 [44]

Wer hier nicht lachen kann, soll hier nicht lesen!
Denn, lacht er nicht, faßt ihn “das böse Wesen.”

28 [45]

An die deutschen Esel.

Dieser braven Engeländer
Mittelmäßige Verständer
Nehmt ihr als “Philosophie”?
Darwin neben Goethe setzen
Heißt: die Majestät verletzen
majestatem Genii!

Aller mittelmäßigen Geister
Erster—das sei ein Meister,
Und vor ihm auf die Knie!
Höher ihn herauf zu setzen
Heißt — — —

28 [46]

Heil euch, biedere Engländer
Eurem Darwin heil, verständ er
Euch so gut wie als sein Vieh!

Billig ehrt ihr Engländer
Eurem Darwin hoch, verständ er
Auch nicht mehr als Zucht von Vieh.

Nur—zu Goethen ihn zu setzen
Heißt die Majestät verletzen
Majestatem genii!

28 [47]

Beim Anblick eines Schlafrocks.

Kam, trotz schlumpichtem Gewande,
Einst der Deutsche zu Verstande,
Weh’, wie hat sich Das gewandt!
Eingeknöpft in strenge Kleider
Überließ er seinem Schneider,
Seinem Bismarck—den Verstand!

28 [48]

An Richard Wagner.

Der du an jeder Fessel krandst,
Friedloser, unbefreiter Geist,
Siegreicher stets und doch gebundener,
Verekelt mehr und mehr, zerschundener,
Bis du aus jedem Balsam Gift dir trankst —,
Weh! Daß auch du am Kreuze niedersankst,
Auch du! Auch du—ein Überwundener!

28 [49]

An Spinoza.

Dem “Eins in Allem” liebend zugewandt,
Amore dei, selig, aus Verstand —
Die Schuhe aus! Welch dreimal heilig Land! —
— Doch unter dieser Liebe fraß
ein heimlich glimmender Rachebrand,
Am Judengott fraß Judenhaß! .....
Einsiedler! Hab ich dich—erkannt?

28 [50]

Für falsche Freunde.

Du stahlst, dein Auge ist nicht rein —
Nur Einen Gedanken stahlst du?— Nein,
Wer darf so frech bescheiden sein!
Nimm diese Handvoll obendrein —
Nimm all mein Mein —
Und friß dich rein daran, du Schwein!

28 [51]

Römischer Stoßseufzer.

Nur deutsch! Nicht teutsch! So will’s jetzt deutsche Art.
Nur was den “Babst” betrifft, so bleibt sie—hart!

28 [52]

Der ächte Deutsche.”

“Ô peuple des meilleurs Tartuffes,
Ich bleibe dir treu, gewiß!”
— Sprach’s, und mit dem schnellsten Schiffe
Fuhr er nach Cosmopolis.

28 [53]

Das neue Testament.

Dies das heiligste Gebet-
Wohl- und Wehe-Buch?
— Doch an seiner Pforte steht
Gottes Ehebruch!

28 [54]

Räthsel.

Löst mir das Räthsel, das dies Wort versteckt:
“Das Weib erfindet, wenn der Mann entdeckt — —”

28 [55]

Der Einsiedler spricht.

Gedanken haben? Gut!— so sind sie mein Besitz.
Doch sich Gedanken machen, —das verlernt’ ich gern!
Wer sich Gedanken macht—der ist besessen
und dienen will ich nimmer und nie.

28 [56]

Entschluß.

Will weise sein, weil’s mir gefällt
Und noch nach eignem Ruf.
Ich lobe Gott, weil Gott die Welt
So dumm als möglich schuf.

Und wenn ich selber meine Bahn
So krumm als möglich lauf’ —
Der Weiseste fieng damit an,
Der Narr—hört damit auf.

28 [57]

Der Welle steht nicht still,
Nacht liebt lichten Tag —
Schön klingt das Wort “ich will”
Schöner noch “ich mag!”

Alle ewigen Quell-Bronnen
Quellen ewig hinan:
Gott selbst—hat er ja begonnen?
Gott selbst—fängt er immer an?

28 [58]

Der Wanderer.

Es geht ein Wandrer durch die Nacht
Mit gutem Schritt;
Und krummes Thal und lange Höhn —
Er nimmt sie mit.
Die Nacht ist schön —
Er schreitet zu und steht nicht still,
Weiß nicht, wohin sein Weg noch will.
Da singt ein Vogel durch die Nacht:
“Ach Vogel, was hast du gemacht!
Was hemmst du meinen Sinn und Fuß
Und gießest süßen Herz-Verdruß
In’s Ohr mir, daß ich stehen muß
Und lauschen muß — —
Was lockst du mich mit Ton und Gruß?” —

Der gute Vogel schweigt und spricht:
“Nein, Wandrer, nein! Dich lock’ ich nicht
Mit dem Getön —
Ein Weibchen lock’ ich von den Höhn —
Was geht’s dich an?
Allein ist mir die Nacht nicht schön.
Was geht’s dich an? Denn du sollst gehn
Und nimmer, nimmer stille stehn!
Was stehst du noch?
Was that mein Flötenlied dir an,
Du Wandersmann?”

Der gute Vogel schweig und sann:
“Was that mein Flötenlied ihm an?
Was steht er noch? —
Der arme, arme Wandersmann!”

28 [59]

Im deutschen November.

Dies ist der Herbst: der—bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort! —
Die Sonne schleicht zum Berg
Und steigt und steigt
und ruht bei jedem Schritt.
Was ward die Welt so welk!
Auf müd gespannten Fäden spielt
Der Wind sein Lied.
Die Hoffnung floh —
Er klagt ihr nach.

Dies ist der Herbst: der—bricht dir noch das Herz.
Fliege fort! fliege fort!
Oh Frucht des Baums,
Du zitterst, fällst?
Welch ein Geheimniß lehrte dich
Die Nacht,
Daß eis’ger Schauder deine Wange,
Die Purpur-Wange deckt? —

Du schweigst, antwortest nicht?
Wer redet noch? — —

Dies ist der Herbst: der—bricht dir noch das Herz.
Fliege fort! fliege fort! —
“Ich bin nicht schön
— so spricht die Sternenblume —
Doch Menschen lieb’ ich
Und Menschen tröst’ ich —
sie sollen jetzt noch Blumen sehn,
nach mir sich bücken
ach! und mich brechen —
in ihrem Auge glänzet dann
Erinnerung auf,
Erinnerung an Schöneres als ich: —
— ich seh’s, ich seh’s—und sterbe so.” —

Dies ist der Herbst: der—bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort!

28 [60]

Am Gletscher.

Um Mittag, wenn zuerst
Der Sommer in’s Gebrige steigt,
Der Knabe mit den müden, heißen Augen:
Da spricht er auch,
Doch sehen wir sein Sprechen nur.
Sein Athem quillt wie eines Kranken Athem quillt
In Fieber-Nacht.
Es geben Eisgebirg und Tann’ und Quell
Ihm Antwort auch,
Doch sehen wir die Antwort nur.
Denn schneller springt vom Fels herab
Der Sturzbach wie zum Gruß
Und steht, als weiße Säule zitternd,
Sehnsüchtig da.
Und dunkler noch und treuer blickt die Tanne,
Als sonst sie blickt
Und zwischen Eis todtem Graugestein
Bricht plötzlich Leuchten aus — —
Solch Leuchten sah ich schon: das deutet mir’s. —

Auch todten Mannes Auge
Wird wohl noch Ein Mal licht,
Wenn harmvoll ihn sein Kind
Umschlingt und hält und küßt:
Noch Ein Mal quillt da wohl zurück
Des Lichtes Flamme, glühend spricht
Des Todten Auge: “Kind!
Ach Kind, du weißt, ich liebe dich!” —
Und glühend redet Alles—Eisgebirg
Und Bach und Tann —
Mit Blicken hier das selbe Wort:
“Wir lieben dich!
Ach Kind, du weißt, wir lieben, lieben dich!”

Und er,
Der Knabe mit den müden heißen Augen,
Er küßt sie harmvoll,
Inbrünst’ger stets,
Und will nicht gehn;
Er bläst sein Wor wie Schleier nur
Von seinem Mund,
Sein schlimmes Wort
“mein Gruß ist Abschied,
mein Kommen Gehen,
ich sterbe jung.”

Da horcht es rings
Und athmet kaum:
Kein Vogel singt.
Da überläuft
Es schaudernd, wie
Ein Glitzern, das Gebirg.
Da denkt es rings —
Und schweigt — —

Um Mittag war’s,
Um Mittag, wenn zuerst
Der Sommer ins Gebirge steigt,
Der Knabe mit den müden heißen Augen.

28 [61]

Der Wanderer und sein Schatten.”
Ein Buch

Nicht mehr zurück? Und nicht hinan?
Auch für die Gemse keine Bahn?

So wart’ ich hier und fasse fest,
Was Aug’ und Hand mich fassen läßt!

Fünf Fuß breit Erde, Morgenroth,
und unter mir—Welt, Mensch und Tod!

28 [62]

Yorick als Zigeuner.

Dort der Galgen, hier die Stricke
Und des Henkers rother Bart,
Volk herum und gift’ge Blicke —
Nichts ist neu dran meiner Art!
Kenne dies aus hundert Gängen,
Schrei’s euch lachend in’s Gesicht:
Unnütz, unnütz, mich zu hängen!
Sterben? Sterben kann ich nicht!

Bettler ihr! Denn euch zum Neide,
ward mir, was ihr—nie erwerbt:
Zwar ich leide, zwar ich leide —
Aber ihr—ihr sterbt, ihrsterbt!
Auch nach hundert Todesgängen
Bin ich Athem, Dunst und Licht —
Unnütz, unnütz, mich zu hängen!
Sterben? Sterben kann ich nicht!

Einst erklang, in Spaniens Ferne
Mir das Lied zum Klapperblech,
Trübe blickte die Laterne,
Hell der Sänger, froh und frech.
Froh gedacht’ ich meiner bösen
Feinde da mit sel’gem Hohn:
Kann ein Fluch euch nicht erlösen,
Thut’s ein heller Freuden-Ton.

28 [63]

Yorick-Columbus.

Freundin! sprach Columbus, traue
Keinem Genueser mehr!
Immer starrt er in das Blaue —
Fernstes lockt ihn allzusehr!

Fremdestes ist nun mir theuer!
Genua—das sank, das schwand —
Herz, bleib kalt! Hand, halt das Steuer!
Vor mir Meer—und Land?—und Land?

Dorthin will ich—und ich traue
Mir fortan und meinem Griff.
Offen ist das Meer, ins Blaue
Treibt mein Genueser Schiff.

Alles wird mir neu und neuer,
Weit hinaus glänzt Raum und Zeit —
Und das schönste Ungeheuer
Lacht mir zu: die Ewigkeit

28 [64]

Der Freigeist.

Abschied

“Die Krähen schrei’n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnei’n —
Wohl dem, der jetzt noch—Heimat hat!

Nun stehst du starr,
Schaust rückwärts ach! wie lange schon!
Was bist du Narr
Vor Winters in die Welt—entflohn?

Die Welt—ein Thor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer Das verlor,
Was du verlorst, macht nirgends Halt.

Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschalft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg’, Vogel, schnarr’
Dein Lied im Wüsten-Vogel-Ton! —
Versteck’, du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrei’n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wir es schnei’n,
Weh dem, der keine Heimat hat!”

Antwort.

Daß Gott erbarm’!
Der meint, ich sehnte mich zurück
In’s deutsche Warm,
In’s dumpfe deutsche Stuben-Glück!

Mein Freund, was hier
Mich hemmt und hält ist dein Verstand,
Mitleid mit dir!
Mitleid mit deutschem Quer-Verstand!

28 [65]

Dich lieb’ ich, Gräbergrotte!
Dich, Marmor-Lügnerei!
Ihr macht zum freisten Spotte
Mir stets die Seele frei.
Nur heute steh’ ich, weine,
Lass’ meinen Thränen Lauf
Vor dir, Bild im Steine,
Vor dir, du Wort darauf!

Und—Niemand braucht’s zu wissen —
Dies Bild—ich küßt’ es schon.
Es giebt so viel zu küssen:
Seit wann küßt man denn—Thon!
We Das zu deuten wüßte!
Wie! Ich ein Grabstein-Narr!
Denn, ich gesteh’s, ich küßte
Das lange Wort sogar.

28 [66]

2.
Freund Yorick, Muth!
Und wenn dich dein Gedanke quält,
Wie jetzt er thut,
Heiß’ Das nicht—“Gott”! Denn, weit gefehlt,
Es ist ja nur dein eigen Kind,
Dein Fleisch und Blut,
was dich da drangsalirt und quält,
Dein kleiner Schelm und Thu-nicht-gut!
— Sieh zu, wie ihm die Ruthe thut!

Und kurz, Freund Yorick! laß die düstre
Philosophie—und daß ich hier
Noch einen Spruch als Medizin
Und Haus-Recept ins Ohr dir flüstre
mein Mittel gegen solchen spleen —:
“Wer seinen ‘Gott’ liebt, züchtigt ihn.”

28 [67]

Dort der Galgen, hier die Stricke,
Henker hier, und Henkers Art,
Rothe Nasen gift’ge Blicke —
Und des Priesters Würden-Bart:
Kenne euch aus hundert Gängen —
Spei’ euch gerne in’s Gesicht —
Wozu hängen?
Sterben? Sterben—lernt’ ich nicht.

Bettler ihr! Denn, euch zum Niede
Mir ward, was ihr—nie erwerbt.
Zwar ich leide, zwar ich leide
Aber ihr—ihr sterbt, ihr sterbt!
Auch nach hundert Todesgängen
Find’ ich mich zurück zum Licht —
Wozu hängen?
Sterben? Sterben—lernt’ ich nicht.

Also klang, in Spaniens Ferne,
Mir das Lied zum Klapper-Blech.
Düster blickte die Laterne,
Hell der Sänger, froh und frech.
Wie ich horchend in die Tiefe
Meiner tiefsten Wasser sank,
Dünkte mich’s, ich schliefe, schliefe
Ewig heil und ewig krank.

11, 28[1-67] Herbst 1884

28 [1]

Dedicated to all creators.

World-Indivisible
Let us be!
The Eternal-Masculine
Draws us in.

28 [2]

every hump bends more crookedly —
every Christian drives Jewish trade —
the French grow deeper —
And the Germans daily flatter!

28 [2]

every hump bends more crookedly —
every Christian drives Jewish haggling —
the French become deeper —
And the Germans daily flatter!

28 [3]

Sun-Malice.

In lightened air,
When already the dew's consolation
To earth trickles down,
Invisible, also unheard—for delicate shoe work wears
The comforter dew, like all the gentle—
Do you remember then, do you remember, hot heart,
How once you thirsted,
For heavenly dew-droplets
Scorched and weary thirsted,
While on soft grass-paths
Silent evening sun-glances
Through dark trees around you ran,
Malicious sun-glow glances,
Thus the sun asked you silently:
What do you carry, fool,
A torn mask?
A god-mask? From whom did you tear it from the face?
Are you not ashamed, among humans to sniff lustfully after gods?
How often already!

The truth's suitor? thus I groaned—
No! Only a poet!

Longing for larvae, disguised oneself.
Torn larva itself! Gods-larva-deception!

In dimmed air,
when already the moon's sickle
green between purple-reds
and enviously creeps by
— with every step secretly
toward rose-hammocks
creeping until they sink
nightward, pale, vanishing
while it grows redder

ever redder,
ashamed of evil deeds, — — —

28 [4]

The desert grows: woe, it has become a desert!
Desert is hunger, clawing at corpses.
Whether spring and palm build nests here —
The desert's dragon teeth gnaw and gnaw
For sand is tooth by tooth, voracious torment
grinds eternally here
Jaws never weary — — —
Voracious hunger grinds here tooth by tooth
The desert's dragon teeth — — —
Sand is a jaw, is dragon-tooth seed
That grinds and grinds—that grinds itself never weary — — —
Sand is the mother who chewed her child
With a flying dagger in her skin — — —

28 [4]

The desert grows: woe, it has become a desert!
Desert is hunger, which scratches at corpses.
Whether spring and palm build nests here —
The desert's dragon teeth gnaw and gnaw
For sand is tooth by tooth, voracious torment
grinds eternally here
Jaws never weary — — —
Voracious hunger grinds here tooth by tooth
The desert's dragon teeth — — —
Sand is a jaw, is dragon-tooth seed
That grinds and grinds—that grinds itself never weary — — —
Sand is the mother who chewed her child
With a flying dagger in her skin — — —

28 [5]

You thorn of pain, how far will you drive me?
Already I have overturned heavens
With new heavens, over-spiced the spices
The gods honored—victorious to remain with you!
You thorn of pain, to whom I shortened the hand
To whom I paralyzed the lively cat's feet
What I once did, that shamed me
— — — knots girded
— — — tamed
— — — fur
— — — -yews
— — — accommodated
— — — fast
— — — drive

28 [6]

Tree in Autumn.

What have you clumsy fools shaken me for
When I stood in blissful blindness:
Never has a fright more cruelly shaken me
— My dream, my golden dream vanished!

Rhinoceroses with elephant trunks
One does not politely say: Knock! Knock?
In terror I threw the bowls
Of golden-ripe fruits —at your heads.

28 [7]

on a new path to ancient Greece
I thought to redeem the German in you
your Siegfried-distortion Parsifal!

28 [8]

Distant thunder rumbles across the land
The rain drips and drips:
Chatty early on, the pedant,
To whom nothing stops the mouth.
The day squints maliciously at me
Extinguishes my lamp!
Oh good night! Oh solitude!
Oh book! Oh inkwell!
Now everything turns gray and weary for me

28 [9]

Now, as the day
Grew weary, and all streams of longing
Murmured anew with comfort,
and all heavens, hung in golden spiderwebs,
spoke to each weary one: “rest now,” —
why do you not rest, dark heart,
what spurs you to foot-weary flight

what do you await?

you desperate one! Do you know,—
how much courage you give
to those who watch you

oh how you lament! where does my flight lead?
Oh whom you nourish!
You still nourish the captive.
How secure is a prison
for the restless!
how peacefully criminal
souls sleep, ensnared —

Now, as the mouse gave birth to the mountain —

Where are you, Creative One?

Oh warm me! love me
give hot hands
do not recoil at my ice!

Too long ghostly on glaciers — — —

driven about, whirled up
on which mirror have I not sat —
I dust on all surfaces
beside myself, in devotion
like the dog

Hollow, cave, full of poison and night birds
sung around and feared around,
lonely —.

You highwaymen! Yours I am now!
What ransom do you want?
Want much—so advises my pride.
And speak briefly—that advises my other pride.

I lie still —
stretched out,
like a half-dead man whose feet are warmed
— the beetles fear me

you fear me? You do not fear the drawn bow not?
Woe it could be that one might place his arrow on it

28 [10]

Now everything is still granted to me
The eagle of my hope found
A pure, new Greece
The healing of ears and senses —

From the dull German tone-crowd
Mozart Rossini and Chopin
I look towards Greek lands
The ship, you, German Orpheus, turning.

Oh, do not hesitate towards southern lands,
Blessed islands, Greek nymph-play
The ship's desire to turn to
No ship ever found its more beautiful goal —

Now everything is still granted to me
What my eagle ever beheld —:
Though some hopes have already grayed.
— Your sound pierces me like an arrow
The healing of ears and senses,
That struck me down from heaven

The sound that struck me down

Out, to Greek lands
To turn the most beautiful Muse-ship

28 [11]

Arthur Schopenhauer.

What he taught is done away,
What he lived will remain:
Just look!
He was subject to no one!

28 [12]

1) Your wayside-dwelling thoughts
Diligence once
Agony of creation
2) seeking love—and always finding the mask,
the cursed mask and having to shatter it!

28 [13]

It is love that bids me go with her,
The longed-for one!

28 [14]

Sheep.

Behold the eagle! longingly he stares
down into the abyss,
into his abyss, which coils there
into ever deeper depths!
Suddenly, in straight flight,
with sharp pull
he plunges upon his prey.
Do you think it is hunger?
Intestinal poverty? —
And it is not love either
— what is a lamb to an eagle!
he hates the sheep
Thus I plunge
downward, longingly,
upon these lamb-flocks
tearing, blood-dripping,
scorn for the sluggish
rage against lamb-stupidity — — —

28 [15]

— the convicts of wealth
their thoughts clatter like heavy chains

28 [16]

they invented the sacred long while
and the desire for moon- and workdays

28 [17]

Be brief: give me advice
or you will weary the pride of my spirit

28 [18]

Stubborn spirits, fine and petty

28 [19]

cowardly benevolence

28 [20]

Loving the Wicked.

You fear me?
You fear the drawn bow?
Woe, someone might place an arrow upon it!

Ah, my friends?
Where is what was once called good!
Where are all the “Good”!
Where, where is the innocence of all these lies!

Those who once saw man
as much God as goat

The poet who can lie
knowingly, willingly
He alone can speak the truth

“Man is evil”
so spoke all the wisest —
to my comfort.

sinfully-healthy and beautiful
like multicolored predators

who like cats and women
is at home in the wilderness,
and leaps through windows

what makes still, stiff, cold, smooth,
what makes into image and pillar,
what is set up before temples,
put on display
—Virtue—?

28 [21]

Truth's suitor? Did you see him?
Still, rigid, cold, smooth,
Turned to image and to pillar, erected
Before temples—speak,
Does that tempt you?
No, you seek masks
And rainbow skins,
Wildcat mischief leaping through windows,
Out into the wilderness of chance!
No, you need jungle,
To sip your honey,
Sinfully healthy and beautiful,
Like speckled predators

28 [22]

The World-Weary

more thoughtful times, more pondered times
than our today and yesterday

without women, poorly nourished
and gazing at their navel
— the fair of filth
Foul-smelling!
thus they invented the lust of God

under clouded skies
where one shoots arrows and deadly thoughts
at their enemies,
there they slandered the happy ones

they love alas! and are not loved
they tear themselves apart
because no one wants to embrace them.

you desperate ones! how much courage
you give to those who watch you!

they unlearned eating meat,
playing with women,
— they tormented themselves beyond measure.

how secure is a prison even
for the restless!
how peacefully the souls
of captured criminals sleep!
only the conscientious
suffer from conscience!

28 [23]

Beyond Time.

This time is like a sick woman
let her scream, rage, curse, and break plates and tables.

driven about, whirled up
— on all surfaces you have already sat,
on all vain mirrors you have already slept
— dust

such are made distrustful with reasons
with lofty gestures one convinces them

Back! You follow me too closely on my heels!
Back, lest my truth crush your heads!

excitable like aging peoples
in brain and genitals

beside themselves, like a dog, in devotion

28 [24]

A cry arose at midnight
— it came from the desert

28 [25]

In Praise of Poverty.

To the convicts of wealth,
whose thoughts are cold
like clinking chains, my song is dedicated

28 [26]

Oh good time that now blooms for me
Oh solemn great season of the year —
From north to south
The godly guests—strange and unknown,
the nameless ones
Your divine-royal guests
From all heights flows announcement to me
Like sweet scents
Like foreboding winds it runs
From north to south
My heart, whose festival time blooms

Hermit shall no longer be lonely!

The time is near, the solemn beautiful great season of the year,
when my guests come—the year's midpoint,
now I resemble the lover
whose longing counts the hours,
who peers and stands and watches, impatient-blessed,
until he, oppressed by cramped rooms,
throws himself into chance's dark alley
— And when the wind at night knocks at the window,
Waking sleepers mischievously with flowery branches

28 [27]

6. The Poet—Torment of the Creator

Ah, highwaymen! Now I am yours—
What do you want, ransom?
Want much—so advises my pride—and speak briefly: that’s what my other pride
advises me to do: I love to advise; it tires me quickly

where to flee?

I lie still,
stretched out,
like a half-dead man whose feet are warmed
— the beetles fear my silence
— I wait

I call everything good
leaves and grass, happiness, blessing, and rain

28 [28]

of your coming
of your nearness
— they love me

They all wait—All I spoke yes
of you, you

28 [29]

Are things not made
sharp for dancers' feet

slowly come, like clod-hoppers,
man and man passing by

28 [30]

Hollow, cave, full of night-birds
Enchanted and enfeared

28 [31]

Here I sat seeing, seeing—yet out!
The fingers playing in the plucked bouquet
And when the tear from the eyelid welled
Shamefully-curious: oh, to whom did it belong!

There — — —

Here I sat loving, loving—unmoved,
Like the lake, which — — —
Who sees this mirror-lake as magic:
Within it unite milk and violet and granite.

28 [32]

1 The red leaf
That much good does not slip away from me and I depart ungrateful
2 to the morning.
3 escaped all prisons (before Office I place etc.)
4 southern music
5 to the Greeks (in relation to Germans)
6 to the Christians (I do not need Christianity)
7 Hatred against the English (instead German-Russian)
8 Longing for a noble soul
9 Honey sacrifice-gratitude
10 against spring (scorn)
11 Praise of the warrior spirit as preparing me
12 the most serious boy—oh that you become a child in old age!
13 to Schopenhauer as the philosophical youth
14 to Napoleon (corsica) where is the man of granite?
15 From the long ladder
16 Affable with everyone, even with grasses still
17 Humor of one who has conquered everything.
18 Song of scorn about the superficiality of people
19 The most hidden one (scorn of an eternally-unnoticed masked one)
20 To Sleep (3 hours of waiting, blessing)
21 no martyr! Too cunning for that, I slip away! (and I have had it worse than all of you!)
22 the good European
23 the midnight departure
24 Calina brown-red, everything too sharp in the vicinity
in the height of summer. Ghostly (my current danger!)
25 to Richard Wagner

28 [33]

Noon Thoughts.”
By
Friedrich Nietzsche.

1 To Napoleon (Corsica: where is the man of granite?)
2 From the longest ladder
3 Affable with everyone, even with grasses.
4 Humor of one who has triumphed over everything.
5 Mocking song about the superficiality of people.
6 The Most Hidden One (Scoff at the eternally-unnoticed masquerade)
7 To Sleep (three hours of waiting. Blessing him)
8 No Martyr! (Too cunning for that: I slip away. And yet I have had it worse than all of you!
9 The Good Europeans.
10 The Departure at Midnight.
11 Calina: my present danger, in the height of summer, ghostly, brown-red, everything too sharp in proximity
12 To Richard Wagner.
13 The red leaf (so that much good does not elude me and I depart ungrateful!
14 To the morning.
15 escaped from all prisons (such as office, marriage, etc.)
16 To the Greeks (against the Germans)
17 Southern music
18 to the Christians (I do not need your Christianity nöthig)
19 Hatred against the English (in contrast, German-Russian
20 longing for a noble soul.
21 Honey offering. Great thanksgiving.
22 against spring (mockery).
Request for blindness (to the sun
23 Praise of the warrior spirit—preparing myself.
24 The most serious boy (i.e., that in old age you become a child!)
25 To Schopenhauer (as to the philosophical youth).

28 [34]

I envy the diligent for their diligence:
golden-bright and steady, the day flows up to them,
golden-bright and steady back again,
down into the dark sea,—
and around their bed blooms forgetfulness, limb-loosening.

28 [35]

At night—what is beating against my window?

28 [36]

The Honey Sacrifice.

Bring me honey, ice-fresh comb-golden honey!
With honey I sacrifice to all that gives,
That grants, that is kind—: lift up the hearts!

28 [37]

Herald's Calls

rich in spirit
created from nothing and wit

28 [38]

You who jealously listen to my breath at night
and want to sneak into my dreams

28 [39]

Once—how distant that Once! and oh! sweet the word already
“Once,” like a lost bell tone,
then came the day, the duty, the plowshare,
the bull’s bellowing, — — —

28 [40]

Oh you who play,
You children in the forest, you laughing ones,
Do not flee—no! protect me,
Hide the hunted game,
Stay, listen! For what hunts me,
since gray morning through all confusion hunts,
are they hunters? Highwaymen? are they thoughts?
I do not know yet,
and children's games — — —

28 [41]

The fairest form—a veil alone,
In which more beauty—shyly—hides —

28 [42]

To Hafis.
Question of a Water Drinker

The tavern you have built for yourself,
is larger than any house,
The drink you have brewed within,
the world cannot drink it dry.
The bird that once was Phoenix,
resides with you as guest,
The mouse that bore a mountain,
you—are nearly that yourself!
You are All and None, you are tavern and wine,
You are Phoenix, mountain and mouse,
Fall eternally into yourself,
Fly eternally out of yourself —
You are the sunken depth of all heights,
You are the shine of all depths,
You are the drunkenness of all the drunk
— why, why for you—wine?

28 [43]

Thus spoke a woman full of shyness
To me in the morning light:
“Are you already blissful in sobriety
How blissful will you be—drunk!”

28 [44]

Whoever cannot laugh here should not read here!
For if he does not laugh, "the evil being" will seize him.

28 [45]

To the German Asses.

This decent Englishman
Mediocre understander
You take as "philosophy"?
Placing Darwin next to Goethe
Means: offending the Majesty
majestatem Genii!

Of all mediocre spirits
The first—let him be a master,
And kneel before him!
To elevate him higher
Means — — —

28 [46]

Hail to you, honest Englishmen
Hail to your Darwin, he understands you
As well as his cattle!

Cheaply you honor, Englishmen
Your Darwin highly, he understands
Nothing more than breeding cattle.

But—to place him next to Goethe
Means to violate the majesty
Majestatem genii!

28 [47]

At the sight of a dressing gown.

Once, despite his slovenly attire,
The German came to his senses,
Alas, how things have changed!
Buttoned up in strict clothing,
He left his mind to his tailor,
To his Bismarck—his reason!

28 [48]

To Richard Wagner.

You who chafed at every bond,
Restless, unbound yet unfree,
Ever victorious yet still bound,
More and more estranged, more wounded,
Until from every balm you drank poison —,
Alas! That you too sank upon the cross,
You too! You too—a vanquished one!

28 [49]

To Spinoza.

Lovingly turned to the “One in All,”
Amor dei, blissful, from understanding —
Shoes off! What thrice-holy land! —
— Yet beneath this love gnawed
a secretly smoldering fire of revenge,
At the Jewish God gnawed Jew-hatred! .....
Hermit! Have I—recognized you?

28 [50]

For false friends.

You steal, your eye is not pure —
Only one thought you stole?— No,
Who dares be so boldly modest!
Take this handful on top —
Take all my mind —
And gorge yourself on it, you swine!

28 [51]

Roman Sigh.

Only German! Not Teutonic! That's what German style demands now.
Only when it comes to the “Pope,” it remains—hard!

28 [52]

The true German.”

“Ô people of the best Tartuffes,
I remain true to you, certainly!”
— He said, and with the fastest ship
He traveled to Cosmopolis.

28 [53]

The New Testament.

This the holiest prayer-
Blessing- and woe-book?
— Yet at its gate stands
God's adultery!

28 [54]

Riddle.

Solve for me the riddle that this word conceals:
“The woman invents, when the man discovers — —”

28 [55]

The Hermit Speaks.

Thoughts to have? Good!—so they are my possession.
But to make thoughts, —that I would gladly unlearn!
Whoever makes thoughts—is possessed
and serve I will never and ever.

28 [56]

Decision.

To be wise, because it pleases me
And still by my own call.
I praise God, because God the world
Created as foolish as possible.

And if I myself run my path
As crooked as possible —
The wisest began with it,
The fool—ends with it.

28 [57]

The wave does not stand still,
Night loves the bright day —
Beautiful sounds the word “I will”
Even more beautiful “I like!”

All eternal spring-fountains
Flow eternally upward:
God Himself—has He not begun?
God Himself—does He always begin?

28 [58]

The Wanderer.

There walks a wanderer through the night
With steady stride;
And crooked valleys, long heights —
He takes them in stride.
The night is fair —
He strides on and does not stand still,
Knows not where his path leads still.
Then sings a bird through the night:
“Oh bird, what have you done!
Why do you hinder my mind and foot
And pour sweet heartache
Into my ear, so I must stand
And listen — —
What lure you me with tone and greeting?” —

The good bird is silent and says:
“No, wanderer, no! I do not lure you
With the sound —
I lure a little wife from the heights —
What is it to you?
The night is not beautiful to me alone.
What is it to you? For you must go
And never, never stand still!
Why do you still stand?
What did my flute song do to you,
You wandering man?”

The good bird was silent and pondered:
“What did my flute song do to him?
Why does he still stand? —
The poor, poor wandering man!”

28 [59]

In German November.

This is autumn: it—still breaks your heart!
Fly away! fly away! —
The sun creeps to the mountain
And climbs and climbs
and rests with every step.
How the world has withered!
On wearily stretched threads plays
The wind its song.
Hope has fled —
It laments after her.

This is autumn: it—still breaks your heart.
Fly away! fly away!
Oh fruit of the tree,
You tremble, fall?
What secret did the night teach you,
That icy shudder covers your cheek,
The crimson cheek?—

You are silent, do not answer?
Who speaks now? — —

This is autumn: it—still breaks your heart.
Fly away! fly away! —
“I am not beautiful
— so says the starflower —
But I love people
And I comfort people —
they should still see flowers now,
bend down to me
oh! and break me —
then in their eyes shines
memory,
memory of something more beautiful than I: —
— I see it, I see it—and die thus.” —

This is autumn: it—still breaks your heart!
Fly away! fly away!

28 [60]

At the Glacier.

At noon, when first
The summer climbs into the mountains,
The boy with the weary, hot eyes:
Then he speaks too,
But we only see his speaking.
His breath wells up like a sick man's breath wells up
In fevered night.
The ice mountains, fir, and spring
Give him answer too,
But we only see the answer.
For faster leaps down from the rock
The torrent as if in greeting
And stands, trembling as a white column,
Yearning there.
And darker still and more faithful the fir gazes,
Than it usually gazes,
And between the ice's dead gray stone
Sudden light breaks forth — —
Such light I have seen before: it tells me so. —

Even a dead man's eye
Will surely light up once more,
When, full of grief, his child
Embraces and holds and kisses him:

Once more, the flame of light wells up there again,
The dead man's eye speaks, glowing: "Child!
Ah, child, you know, I love you!" —
And everything speaks glowing—ice mountains
And brook and fir —
With glances here the same word:
"We love you!
Ah, child, you know, we love, love you!"

And he,
The boy with the weary, burning eyes,
He kisses them sorrowfully,
Ever more fervently,
And will not go;
He blows his word like a veil only
From his mouth,
His dire word
“my greeting is farewell,
my coming going,
I die young.”

Then it listens all around
And barely breathes:
No bird sings.
Then it shudders
Like a glimmer, the mountain.
Then it thinks all around —
And falls silent — —

It was noon,
Noon, when first
The summer climbs the mountains,
The boy with the weary, burning eyes.

28 [61]

The Wanderer and His Shadow.”
A Book

No longer back? And not upward?
Not even a path for the chamois?

So I wait here and grasp firmly,
What eye and hand allow me to grasp!

Five feet of earth, dawn’s glow,
and beneath me—world, man, and death!

28 [62]

Yorick as a Gypsy.

There the gallows, here the ropes
And the hangman's red beard,
People around and poisonous glances —
Nothing is new to my kind!
I know this from a hundred walks,
I laugh it in your face:
Useless, useless, to hang me!
Die? I cannot die!

Beggars you! For to your envy,
I was given what you—never earn:
True, I suffer, true, I suffer —
But you—you die, you die!

Auch after a hundred death-walks
I am breath, mist and light —
Useless, useless, to hang myself!
Die? Die I cannot!

Once resounded, in Spain’s distance
To me that song to the clapper-sheet,
Dimly glowed the lantern,
Bright the singer, glad and bold.
Gladly I thought of my evil
Enemies there with blissful scorn:
If a curse cannot redeem you,
A bright joyful tone will do.

28 [63]

Yorick-Columbus.

Friend! spoke Columbus, trust
No more Genovese!
Always he stares into the blue —
The farthest lures him all too much!

Strangest is now dear to me!
Genoa—it sank, it vanished —
Heart, stay cold! Hand, hold the helm!
Before me sea—and land?—and land?

There I will go—and I trust
Henceforth in myself and my grip.
Open is the sea, into the blue
Drives my Genovese ship.

Everything becomes new and newer to me,
Far out gleam space and time —
And the most beautiful monster
Smiles at me: eternity

28 [64]

The Free Spirit.

Farewell

“The crows cry out
And fly in swirling flight to the city:
Soon it will snow—
Happy is he who still has—home!

Now you stand rigid,
Look back—ah! how long already!
What a fool you are
To have fled into the world—before winter!

The world—a gate
To a thousand deserts, silent and cold!
Whoever loses
What you have lost finds no rest anywhere.

Now you stand pale,
Cursed to winter’s wandering,
Like smoke,
Always seeking colder skies.

Fly, bird, buzz
Your song in desert-bird tone! —
Hide, you fool,
Your bleeding heart in ice and scorn!

The crows scream
And dart in swirling flight to the city:
Soon it will snow,
Woe to him who has no home!”

Answer.

God have mercy!
He thinks I long to return
To German warmth,
To dull German parlor-happiness!

My friend, what holds
And binds me here is your reason,
Pity for you!
Pity for German crosswise-reason!

28 [65]

I love you, tomb grotto!
You, marble deceit!
You always make my soul free
For the freest mockery.
Only today I stand, weep,
Let my tears flow
Before you, image in stone,
Before you, word upon it!

And—no one needs to know—
This image—I kissed it already.
There’s so much to kiss:
Since when does one kiss—clay!
Who would know how to interpret that!
What! I, a gravestone fool!
For, I confess, I kissed
The long word as well.

28 [66]

2.
Friend Yorick, courage!
And if your thought torments you,
As it does now,
Do not call it—“God”! For, far from it,
It is only your own child,
Your flesh and blood,
that harasses and torments you,
Your little rascal and do-no-good!
— See how the rod affects him!

And briefly, Friend Yorick! leave the gloomy
Philosophy—and that I here
Whisper another saying as medicine
And home remedy into your ear
my remedy against such spleen —:
“Who loves his ‘God’ disciplines him.”

28 [67]

There the gallows, here the ropes,
Executioner here, and executioner's manner,
Red noses, poisonous glances —
And the priest's dignified beard:
I know you from a hundred alleys —
I'd gladly spit in your face —
Why hang?
Die? Die—I never learned.

Beggars you are! For, to your disgrace
I was given what you—never earned.
True, I suffer, true, I suffer
But you—you die, you die!
Even after a hundred deaths
Find’ ich mich zurück zum Licht —
Wozu hängen?
Sterben? Sterben—lernt’ ich nicht.

Thus sounded, in Spain’s distance,
To me the song to the clapper-tin.
Gloomily gazed the lantern,
Bright the singer, glad and bold.
As I listened into the depths
Of my deepest waters sank,
Seemed to me, I slept, slept
Eternally whole and eternally sick.

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