11, 39[1-22] August-September 1885

39 [1]

Der Wille zur Macht.

Versuch
einer neuen Auslegung
alles Geschehens.

Von
Friedrich Nietzsche.

39 [2]

“molkichter Geist”



Wie ein Kind bei fremden Feiertagen: scheu steht es da—nie hörte es noch diese Glocke, nie sah es noch diese Zierden und Feierkleider.



Bin ich denn ein Spiegel, der gleich trübe und blind wird, weil ein fremder Athem mich anhaucht, anfaucht?



Was willst du den Flaum von solchen Dingen schaben? —



Wahrheiten, die kein Lächeln vergüldet hat.

39 [3]

Zarathustra 5 (die Jugend als Grundton) kriegerisch im höchsten Grade

Auf einer alten Festungdie Trommeln der Herolde.
(Finale)des Nachts wie am Rialto.
 das Rosenfest.

Zarathustra der gottlose Einsiedler, der erste Einsame, der nicht betete.

Seid ihr jetzt stark genug für meine Wahrheiten?

Wer gehört zu mir? was ist vornehm?

Seid ihr Solche?” (als Refrain) die Rangordnung: und ihr müßt alles in euch haben, um herrschen zu können, aber auch unter euch!

Refrain:“u wenn ihr nicht sprechen dürft: “wir ehren sie, doch sind wir höherer Art”—so seid ihr nicht von meiner Art.



Das Rosenfest.
Nachts an der Brücke.



Zarathustra glücklich darüber, daß der Kampf der Stände vorüber ist, und jetzt endlich Zeit ist für eine Rangordnung der Individuen.

Haß auf das demokratische Nivellirungs-system ist nur im Vordergrund: eigentlich ist er sehr froh, daß dies so weit ist. Nun kann er seine Aufgabe lösen. —

Seine Lehren waren bisher nur an die zukünftige Herrscher-Kaste gerichtet. Diese Herren der Erde sollen nun Gott ersetzen, und das tiefe unbedingte Vertrauen der Beherrschten sich schlaffen. Vorerst: ihre neue Heiligkeit, ihre Verzichtleistung auf Glück und Behagen. Sie geben den Niedrigsten die Anwartschaft auf Glück, nicht sich. Sie erlösen die Mißrathenen durch die Lehre vom “Schnellen Tode,” sie bieten Religionen und Systeme an, je nach der Rangordnung.

39 [4]

Die Selbst-Bespiegelung des Geistes, das Geknarr des logischen Räderwerks, die Aufdröselung der Instinkte

Gesetzt, ihr hättet alles in Formeln aufgelöst: was wäre dann? Sollen wir mit schlechtem Gewissen leben?

Ich bewundre die großen Fälschungen und Ausdeutungen: sie heben uns über das Glück des Thiers empor.

Die Überschätzung der Wahrhaftigkeit, in Kreisen des Heerdenthiers, hat guten Sinn. Sich nicht betrügen lassen—und folglich—nicht betrügen

Daß an sich der Wahrhaftige mehr werth sei als der Lügner, ist aus nichts zu erweisen: und vorausgesetzt, daß das Leben auf einem consequenten Getäuschtwerden beruht, so könnte ein consequ Lügner unter Umständen zu den höchsten Ehren kommen. Daß man schädigt, indem man nicht “die Wahrheit sagt,” ist eine Naivetät. Wenn der Werth des Lebens in gut geglaubten Irrthümern liegt, liegt das Schädigende im “Wahrheit-sagen.”

39 [5]

Das jenseitige Leben weg?—man hat dem Leben die Pointe genommen.

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Wie die Feige matador ihr Ziele verfolgt, das verderbend, was sie nur als Stütze haben will: so die Vernunft den Philos. Was bedeutet eine jede Philosophie für das Leben des Menschen? Sei es als Erhöhung des Machtgefühls: Oder als Mittel ein unerträgliches Dasein zu maskiren? Hinter dem Bewußtsein arbeiten die Triebe.

39 [7]

Ernährung Eigenthum Fortpflanzung Wollust (als Narkose Arbeit Überwindung von Schwingungen)

Der sublime Mensch hat den höchsten Werth, auch wenn er ganz zart und zerbrechlich ist, weil eine Fülle von ganz schweren und seltenen Dingen durch viele Geschlechter gezüchtet und beisammen erhalten worden ist.

Urwald-Thiere die Römer.

39 [8]

Die Vergöttlichung des Teufels—wie geschah diese himmlische Illusion!

Der Glaube an die Güte Gerechtigkeit und Wahrheit im Grunde der Dinge hat etwas Haarsträubendes.

Die Masken des Teufels.

39 [9]

Die Auslegung der Natur: wir legen uns hinein.

— der furchtbare Charakter.

39 [10]

Zarathustra 1. die Ansätze der Differenzirung.

Alles “Glück” nur als Kur oder Ausruhen erlaubt. Gegen die “Glücklichen” und “Guten” und die Heerdenthiere.

Zarathustra 2. die “Selbst-Überwindungdes Menschen.

Grösster aller Kämpfe und längste Züchtung.

Als Mittel die “Versucher” heraufbeschwören.

Zarathustra 3vom Ringe
 der Urwald, alles in furchtbarer Größe

39 [11]

Um nicht Entgegengesetztes vom Wesen der Welt auszusagen, muß man festhalten, daß jeder Augenblick eine nothwendige Gesammt-Verschiebung aller Veränderungen bedeutet; aber als Denkendes Schaffendes muß es freilich vergleichen, folglich auch seinen eigenen inneren Zuständen gegenüber zeitlos sein können.

39 [12]

Cap.Ernährung.
Zeugung.
Anpassung.
Vererbung.
Arbeits-Theilung.
Zurückgeführt auf Willen zur Macht.
Cap.Die Nebenstellung des Bewußtseins neben dem eigentlich Treibenden und Regierenden.
Cap.Die Umkehrung der Zeitordnung: auch im embryonischen Wachsthum (die organische Entwicklung umgekehrt, als sie im Gedächtniß eingelagert ist: zugleich das Älteste als das Stärkste voran). Wie die ältesten Irrthümer gleichsam das Rückgrat abgeben, an dem alles andere sich festhält.
Cap.Die Entwicklung des Logischen

39 [13]

Die Eigenschaften des organischen Wesens.

Die Entwicklung der organischen Wesen.

Der Verband des Organischen und des Unorganischen.

“Erkenntniß” im Verhältniß zu den Bedingungen des Lebens. Das “Perspektivische.”

“Naturgesetze” als Feststellung von Machtverhältnissen.

“Ursache und Folge” ein Ausdruck für die Nothwendigkeit und Unerbittlichkeit dieser Machtfestsetzung.

Freiheit des Willens und Macht.

Schmerz und Lust im Verhältniß zum Willen zur Macht.

“Person” “Subjekt” als Täuschung. Ein beherrschtes Gemeinwesen. Am Leitfaden des Leibes.

Regieren und Gehorchen als Ausdruck des Willens zur Macht, im Organischen.

Entstehung des Logischen. “Begründung.”

Gegen die Selbst-Bespiegelung. Mathem.

Die physische Welt wie die seelische beide falsch, aber dauerhafte Irrthümer.

Der Künstler und der Wille zur Macht. Der Eindruck von Neutralität ist bezaubernd für Heerdenthiere. Palazzo Pitti und Phidias. Kunst je nach der Moral, für Heerde oder Führer:

die Widerlegung Gottes, eigentlich ist nur der moral Gott widerlegt.

Rechte und Pflichten.

Die Strafen.

Ausgangspunkt. Ironie gegen Descartes: gesetzt es gäbe im Grunde der Dinge etwas Betrügerisches, aus dem wir stammten, was hülfe es, de omnibus dubitare! Es könnte das schönste Mittel sein, sich zu betrügen. Überdies: ist es möglich?

“Wille zur Wahrheit” als “ich will nicht betrogen werden” oder “ich will nicht betrügen” oder “ich will mich überzeugen und fest werden,” als Form des Willens zur Macht.

“Wille zur Gerechtigkeit”
“Wille zur Schönheit”
“Wille zum Helfen”
  alles Wille zur Macht.

zur Güte.

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Zur Vorrede.

Das menschliche Begreifen—welches zuletzt immer ein Auslegen nach uns und unseren Bedürfnissen ist—steht im Verhältniß zum Range, den der Mensch in der Ordnung aller Wesen einnimmt. Es möge als Beispiel dienen, wie viel der Finger von dem weiß, was der Klavierspieler mit ihm ausführt. Er wird nichts als mechanische Vorgänge spüren und diese logisch combiniren. Auch unter Menschen üben die Niederen ihre Kräfte, ohne Ahnung, wozu sie im Großen Ganzen dienen. Die gesammte physische Causalität ist hundertfältig ausdeutbar, je nachdem ein Mensch oder andere Wesen sie ausdeuten.— Für gröbere Arten Mensch war die menschliche Art von Güte oder Gerechtigkeit oder Weisheit nachweisbar aus der Natur. Indem feinere geistigere Menschen jetzt diese Nachweisbarkeit ablehnen, thun sie es, weil ihr Begriff von Güte Gerechtigkeit und Weisheit gewachsen ist. Der Atheismus ist die Folge einer Erhöhung des Menschen: im Grunde ist er schamhafter, tiefer und vor der Fülle des Ganzen bescheidener geworden; er hat seine Rangordnung besser begriffen. Je weiter unsere Kenntniß wächst, um so mehr empfindet sich der Mensch in seinem Winkel. Die unverschämtesten und festesten Glaubensartikel, die wir in uns tragen, stammen aus der Zeit der größten Unwissenheit z. B. daß unser Wille Ursache ist usw. Wie naiv tragen wir unsere moralischen Werthschätzungen in die Dinge z. B. wenn wir von Naturgesetzen reden! Es möchte nützlich sein, einmal den Versuch einer völlig verschiedenen Ausdeutungsweise zu machen: damit durch einen erbitterten Widerspruch begriffen werde, wie sehr unbewußt unser moralischer Kanon (Vorzug von Wahrheit, Gesetz, Vernünftigkeit usw.) in unserer ganzen sog Wissenschaft regiert.

Populär ausgedrückt: Gott ist widerlegt, aber der Teufel nicht: und alle göttlichen Funktionen gehören mit hinein in sein Wesen: das Umgekehrte gieng nicht!

Er täuscht, er schafft täuschende Intellekte

Er zerstört mit Vorliebe

Er verdirbt, indem er die Besten antreibt zur höchsten Veredelung

Im Walde: er läßt seine Unschuld anbeten

Zuletzt: warum hassen wir ein solches Wesen?

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Zur Einleitung.

Nicht der Pessimismus (eine Form des Hedonismus) ist die große Gefahr, die Abrechnung über Lust und Unlust, und ob vielleicht das menschliche Leben einen Überschuß von Unlustgefühlen mit sich bringt. Sondern die Sinnlosigkeit alles Geschehens! Die moralische Auslegung ist zugleich mit der religiösen Auslegung hinfällig geworden: das wissen sie freilich nicht, die Oberflächlichen! Instinktiv halten sie, je unfrommer sie sind, mit den Zähnen an den moralischen Werthschätzungen fest. Schopenhauer als Atheist hat einen Fluch gegen den ausgesprochen, der die Welt der moralischen Bedeutsamkeit entkleidet. In England bemüht man sich, Moral und Physik zu verbrüdern, Herr von Hartmann Moral und die Unvernünftigkeit des Daseins. Aber die eigentliche große Angst ist: die Welt hat keinen Sinn mehr

In wiefern mit “Gott” auch die bisherige Moral weggefallen ist: sie hielten sich gegenseitig.

Nun bringe ich eine neue Auslegung, eine “unmoralische,” im Verhältniß zu der unsere bisherige Moral als Spezialfall erscheint. Populär geredet: Gott ist widerlegt, der Teufel nicht. —

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Mit der närrischen und unbescheidenen Frage, ob in der Welt Lust oder Unlust überwiegt, steht man inmitten der philosophischen Dilettanterei: dergleichen sollte man sehnsüchtigen Dichtern und Weiberchen überlassen. Auf einem nahen Sterne könnte schon so viel Glück und Lustbarkeit sein, daß damit “der Menschheit ganzer Jammer” zehn Mal aufgewogen würde: was wissen wir davon! Und andererseits wollen wir doch ja nur die Erbschaft des christlichen Tiefsinns und Feinsinns sein, daß wir nicht an sich das Leiden verurtheilen: wer es nicht mehr moralisch, zum “Heil der Seele” zu nutzen weiß, der sollte es mindestens aesthetisch gelten lassen — sei es als Künstler oder Betrachter der Dinge. Die Welt, das Leiden weggedacht, ist unaesthetisch in jedem Sinne: und vielleicht ist Lust nur eine Form und rhythmische Art desselben!

Ich wollte sagen: vielleicht ist Leiden etwas vom Wesentlichen alles Daseins.

39 [17]

Man darf hoffen daß der Mensch sich so hoch erhebt, daß ihm die bisherigen höchsten Dinge, z. B. der bisherige Gottesglaube, kindlich-kindisch und rührend erscheinen, ja daß er noch einmal es macht, wie er es mit allen Mythen gemacht hat, nämlich Kindergeschichten und Mährchen verwandelt.

39 [18]

NB. Die Glaubwürdigkeit des Leibes ist erst die Basis, nach der der Werth alles Denkens abgeschätzt werden kann. Gesetzt, wir hätten lauter Dinge erdacht, die es nicht giebt! (wie z. B. Teichmüller annimmt!) usw. Der Leib erweist sich immer weniger als Schein! Wer hat bis jetzt Gründe gehabt, den Leib als Schein zu denken? Der vollendete Brahman-Verehrer.

39 [19]

Weib

Und wo einmal ein Weib zum Bewußtsein über irgend eine Begabung kommt: wie viel lächerliche Selbstbewunderung, wie viel “Gans” ist jedes Mal zugleich damit entfesselt!

39 [20]

Jude

— ich hebe mit Auszeichnung Siegfried Lipiner hervor, einen polnischen Juden, der die mannichfaltigen Formen der europäischen Lyrik auf das Zierlichste nachzubilden versteht,—“beinahe ächt,” wie ein Goldschmied sagen würde —

39 [21]

Hellwald, Naturgeschichte des Menschen.
Hermann Müller
Burmeister
  über Pflanzen.

39 [22]

Zarathustra 4.
sagt zu den Seinen: gebt Acht, wer gegen Leiden, Schein, Narrheit redet

der gehört zum Volk, auch als Philosoph. Wie man am besten zur Masse redet? Ich weiß es nicht, es gehört nicht zu meiner Aufgabe. Es scheint mir, daß man ihr das Leben sehr erschweren muß durch die Forderungen strenger Tugenden: sonst werden sie faul und genüßlich, auch im Denken.
 

Für die niederen Menschen gelten die umgekehrten Werthschätzungen: es kommt darauf an, in sie die Tugenden zu pflanzen. Die absoluten Befehle, furchtbare Zwingmeister, sie dem leichten Leben entreißen



die Bedeutung der Religionen



Zarathustra als Verführer der Jugend, die Rache der Väter, er heißt sie warten.

Zarathustra auf den Wällen der Festung gehend:—er hört den absoluten Pessimismus predigen. Die Stadt wird umringt. Er schweigt.

11, 39[1-22] August-September 1885

39 [1]

The Will to Power.

Attempt
at a New Interpretation
of All That Happens.

By
Friedrich Nietzsche.

39 [2]

“milky spirit”



Like a child at foreign festivals: shyly it stands there—never before has it heard this bell, never before has it seen these ornaments and festive garments.



Am I then a mirror that grows dull and blind at once because a stranger’s breath fogs me up, breathes on me?



Why do you want to scrape the down from such things? —



Truths that no smile has gilded.

39 [3]

Zarathustra 5 (youth as the fundamental tone) warrior-like to the highest degree

On an old fortressthe drums of the heralds.
(Finale)at night as on the Rialto.
 the Rose Festival.

Zarathustra the godless hermit, the first solitary one, who did not pray.

Are you now strong enough for my truths?

Who belongs to me? what is noble?

Are you such ones?” (as refrain) the hierarchy: and you must have everything within you to be able to rule, but also beneath you!

Refrain:“and if you may not say: “we honor them, yet we are of a higher kind”—then you are not of my kind.



The Rose Festival.
At Night by the Bridge.



Zarathustra happy that the struggle of the classes is over, and now finally time for a ranking of individuals.

Hatred of the democratic leveling system is only in the foreground: actually, he is very glad that this has gone so far. Now he can solve his task. —

His teachings have so far been directed only at the future ruling caste.These lords of the earth are now to replace God, and the deep, unconditional trust of the ruled is to slacken. For now: their new holiness, their renunciation of happiness and comfort. They give the lowest the prospect of happiness, not themselves. They redeem the misfits through the doctrine of the “Quick Death,” they offer religions and systems, according to the hierarchy.

39 [4]

The self-reflection of the mind, the creaking of the logical machinery, the unraveling of instincts

Suppose you had dissolved everything into formulas: what then? Should we live with a bad conscience?

I admire the great forgeries and interpretations: they elevate us above the happiness of the animal.

The overestimation of truthfulness, in circles of the herd animal, makes good sense.

Not letting oneself be deceived—and consequently—not deceiving

That the truthful person is inherently more valuable than the liar cannot be proven by anything: and assuming that life is based on consistent deception, a consistent liar could, under certain circumstances, attain the highest honors. That one harms by not “telling the truth” is a naivety. If the value of life lies in well-intentioned errors, then the harm lies in “truth-telling.”

39 [5]

The life beyond gone?—one has taken the point from life.

39 [6]

How the fig matador pursues her goals, corrupting what she only wants as support: so does reason with the philosopher. What does each philosophy mean for human life? Be it as an enhancement of the feeling of power: Or as a means to mask an unbearable existence? Behind consciousness, the drives work.

39 [7]

Nutrition Property Procreation Lust (as anesthesia work overcoming vibrations)

The sublime human being has the highest value, even if he is very delicate and fragile, because an abundance of very heavy and rare things has been bred and preserved together through many generations.

Primeval forest animals the Romans.

39 [8]

The deification of the devil—how this heavenly illusion came about!

The belief in goodness, justice, and truth at the core of things is something hair-raising.

The masks of the devil.

39 [9]

The interpretation of nature: we impose ourselves upon it.

— the terrible character.

39 [10]

Zarathustra 1. the beginnings of differentiation.

All “happiness” only allowed as a cure or rest. Against the “happy” and “good” and the herd animals.

Zarathustra 2. the “self-overcomingof man.

Greatest of all struggles and longest cultivation.

As a means to summon the “tempters”.

Zarathustra 3of the ring
 the primeval forest, everything in terrible grandeur

39 [11]

To avoid stating the opposite of the essence of the world, one must hold fast to the idea that every moment signifies a necessary total displacement of all changes; but as a thinking, creative being, it must indeed be able to compare, and thus also be timeless in relation to its own inner states.

39 [12]

Cap.Nutrition.
Procreation.
Adaptation.
Inheritance.
Division of labor.
Traced back to the will to power.
Cap.The subordinate role of consciousness alongside the truly driving and governing forces.
Cap.The reversal of the temporal order: also in embryonic growth (organic development reversed, as it is stored in memory: at the same time the oldest as the strongest leading). How the oldest errors, as it were, form the backbone to which everything else clings.
Cap.The development of the logical

39 [13]

The properties of the organic being.

The development of organic beings.

The connection between the organic and the inorganic.

“Knowledge” in relation to the conditions of life. The “perspectival.”

“Laws of nature” as the establishment of power relations.

“Cause and effect” an expression of the necessity and relentlessness of this establishment of power.

Freedom of the will and power.

Pain and pleasure in relation to the will to power.

“Person” “subject” as an illusion. A dominated community. Guided by the body.

Ruling and obeying as an expression of the will to power, in the organic.

The origin of logic. “Justification.”

Against self-reflection. Math.

The physical world and the psychological world both false, but enduring errors.

The artist and the will to power.The impression of neutrality is enchanting for herd animals. Palazzo Pitti and Phidias. Art depending on morality, for herd or leader:

the refutation of God, actually only the moral God is refuted.

Rights and duties.

The punishments.

Starting point. Irony against Descartes: suppose there were something deceptive at the root of things, from which we originated, what good would it do to doubt everything! It could be the finest means of deceiving oneself. Besides: is it possible?

“Will to truth” as “I do not want to be deceived” or “I do not want to deceive” or “I want to convince myself and become firm,” as a form of the will to power.

“Will to justice”
“Will to beauty”
“Will to help”
  all will to power.

to goodness.

39 [14]

On the Preface.

Human comprehension—which ultimately is always an interpretation according to ourselves and our needs—stands in proportion to the rank that humans occupy in the order of all beings. Let it serve as an example how much the finger knows of what the pianist does with it. It will sense nothing but mechanical processes and combine them logically. Even among humans, the lower ones exercise their powers without any idea of what they serve in the grand whole. The entire physical causality is a hundredfold interpretable, depending on whether a human or other beings interpret it.— For coarser types of humans, the human kind of goodness or justice or wisdom was demonstrable from nature.By rejecting this provability, finer, more spiritual people now do so because their concept of goodness, justice, and wisdom has grown. Atheism is the consequence of an elevation of humanity: fundamentally, it has become more modest, deeper, and more humble before the fullness of the whole; it has understood its ranking better. The farther our knowledge grows, the more man feels himself in his corner. The most shameless and firmest articles of faith we carry within us stem from the time of greatest ignorance, e.g., that our will is cause, etc. How naively we project our moral valuations onto things, e.g., when we speak of laws of nature!It might be useful to attempt a completely different interpretation once: so that through bitter contradiction it may be understood how deeply our moral canon (preference for truth, law, reason, etc.) unconsciously governs our entire so-called science.

Expressed popularly: God is refuted, but the devil is not: and all divine functions belong within his essence: the reverse would not work!

He deceives, he creates deceptive intellects

He destroys with preference

He corrupts by driving the best toward the highest refinement

In the forest: he lets his innocence be worshipped

Finally: why do we hate such a being?

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To the introduction.

Not pessimism (a form of hedonism) is the great danger, the reckoning of pleasure and displeasure, and whether perhaps human life brings with it an excess of unpleasant feelings. But the meaninglessness of all events! The moral interpretation has become obsolete along with the religious interpretation: the superficial ones, of course, do not know this! Instinctively, the less pious they are, the more tenaciously they cling to moral valuations with their teeth.

Schopenhauer as an atheist has pronounced a curse against the one who strips the world of moral significance. In England, they strive to reconcile morality and physics, Mr. von Hartmann morality and the unreasonableness of existence. But the real great fear is: the world no longer has any meaning

To what extent "God" has also eliminated the previous morality: they supported each other.

Now I bring a new interpretation, an "immoral" one, in relation to which our previous morality appears as a special case. Popularly speaking: God is refuted, the devil is not. —

39 [16]

With the foolish and immodest question of whether pleasure or displeasure predominates in the world, one stands in the midst of philosophical dilettantism: such things should be left to yearning poets and little women. On a nearby star there could already be so much happiness and merriment that it would outweigh "all of humanity's misery" ten times over: what do we know about it!

And on the other hand, we do indeed only want to be the heirs of Christian profundity and refinement, so that we do not condemn suffering in itself: whoever no longer knows how to use it morally, for the "salvation of the soul," should at least allow it aesthetically—whether as an artist or as an observer of things. The world, with suffering subtracted, is unaesthetic in every sense: and perhaps pleasure is only a form and rhythmic variation of the same!

I wanted to say: perhaps suffering is something essential to all existence.

39 [17]

One may hope that man will elevate himself so high that the highest things hitherto, e.g., the previous belief in God, will appear childishly naive and touching to him, yes, that he will once again do as he has done with all myths, namely transform them into children's stories and fairy tales.

39 [18]

NB. The credibility of the body is only the basis on which the value of all thinking can be assessed. Suppose we had invented things that do not exist! (as Teichmüller assumes!) etc. The body proves itself to be less and less an illusion! Who has had reasons so far to think of the body as an illusion? The perfected Brahman worshipper.

39 [19]

Female

And once a female becomes aware of any talent: how much ridiculous self-admiration, how much "goose" is unleashed every time along with it!

39 [20]

Jew

— I particularly highlight Siegfried Lipiner, a Polish Jew, who knows how to imitate the manifold forms of European lyric poetry with the utmost delicacy,—“almost genuine,” as a goldsmith would say —

39 [21]

Hellwald, Natural History of Man.
Hermann Müller
Burmeister
  on Plants.

39 [22]

Zarathustra 4.
says to his own: beware, who speaks against suffering, illusion, folly

he belongs to the people, even as a philosopher. How best to speak to the masses? I do not know, it is not part of my task. It seems to me that one must make life very difficult for them through the demands of strict virtues: otherwise they become lazy and indulgent, even in thinking.
 

For the lower people, the opposite values apply: it is about instilling virtues in them. The absolute commands, terrible taskmasters, tear them away from the easy life



the significance of religions



Zarathustra as the seducer of youth, the revenge of the fathers, he bids them wait.

Zarathustra walking on the ramparts of the fortress:—he hears the absolute pessimism being preached. The city is surrounded. He remains silent.

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