7, 10[1] Anfang 1871

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Wem nun, durch die bisher gegebene Charakteristik, der Sinn für die beiden entgegengesetzten und doch zusammengehörigen Welten des Apollinischen und des Dionysischen erschlossen ist, der wird jetzt eine Stufe weiter gehen und, vom Standpunkte jener Erkenntniß aus, das hellenische Leben in seinen wichtigsten Erscheinungen als Vorbereitung für die höchsten Äußerungen jener Triebe, für die Geburt des Genius, erfassen. Während wir uns, nämlich jene Triebe als Naturgewalten außer allen Zusammenhang mit gesellschaftlichen staatlichen religiösen Ordnungen und Sitten denken müssen giebt es noch eine viel künstlicher und überlegter vorbereitete, gleichsam indirekte Offenbarung jener Triebe, durch den einzelnen Genius, über dessen Natur und höchste Bedeutung ich mir jetzt eine halb mystische Bilderrede gestatten muß.

Der Mensch und der Genius stehen sich in sofern gegenüber, als der erste durchaus Kunstwerk ist, ohne sich dessen bewußt zu werden, weil die Befriedigung an ihm als an einem Kunstwerke gänzlich einer anderen Erkenntniß- und Betrachtungssphaere angehört: in diesem Sinne gehört er zur Natur, die nichts als eine visionsartige Spiegelung des Ur-Einen ist. Im Genius dagegen ist—außer der ihm als Menschen zukommenden Bedeutung—zugleich noch jene der anderen Sphaere eigenthümliche Kraft, die Verzückung der Vision selbst zu fühlen, vorhanden. Wenn die Befriedigung am träumenden Menschen sich ihm selbst nur dämmernd erschließt, ist der Genius zugleich der höchsten Befriedigung an diesem Zustande fähig; wie er selbst andernseits über diesen Zustand Gewalt hat und ihn aus sich allein erzeugen kann. Nach dem, was wir über die vorwiegende Bedeutung des Traumes für das Ur-Eine bemerkt haben, dürfen wir das gesammte wache Leben des einzelnen Menschen als eine Vorbereitung für seinen Traum ansehen; jetzt müssen wir hinzufügen, daß das gesammte Traumleben vieler Menschen wiederum die Vorbereitung des Genius ist. In dieser Welt des Nicht-Seienden, des Scheines muß alles werden: und so wird auch der Genius, indem in einem Menschheitscomplexe, in einem größeren Individuum jene dämmernde Lustempfindung des Traumes sich immer mehr steigert, bis zu jenem dem Genius eigenthümlichen Genusse: welches Phänomen wir uns an dem allmählichen, durch Morgenröthe und vorausgesandte Strahlen angekündigten Aufgehen der Sonne sichtbar machen können. Die Menschheit, mit aller Natur als ihrem vorauszusetzenden Mutterschooße, darf in diesem weitesten Sinne als die fortgesetzte Geburt des Genius bezeichnet werden: von jenem ungeheuren allgegenwärtigen Gesichtspunkte des Ur-Einen aus ist in jedem Moment der Genius erreicht, die ganze Pyramide des Scheins bis zu ihrer Spitze vollkommen. Wir, in der Enge unseres Blicks und innerhalb des Vorstellungsmechanismus von Zeit, Raum und Kausalität, haben uns zu bescheiden, wenn wir den Genius als Einen unter vielen und nach vielen Menschen erkennen; ja wir dürfen glücklich sein, wenn wir ihn überhaupt erkannt haben, was im Grunde immer nur zufällig geschehn kann und in vielen Fällen gewiß nie geschehn ist.

Der Genius als der “nicht wachende und nur träumende” Mensch, der, wie ich sagte, vorbereitet wird und entsteht in dem zugleich wachenden und träumenden Menschen, ist durch und durch apollinischer Natur: eine Wahrheit, die nach der vorausgeschickten Charakteristik des Apollinischen, von selbst einleuehtet. Damit werden wir zur Definition des dionysischen Genius gedrängt, als des in völliger Selbstvergessenheit mit dem Urgrunde der Welt eins gewordenen Menschen, der jetzt aus dem Urschmerze heraus den Wiederschein desselben zu seiner Erlösung schafft: wie wir diesen Prozeß in dem Heiligen und dem großen Musiker zu verehren haben, die beide nur Wiederholungen der Welt und zweite Abgüsse derselben sind.

Wenn dieser künstlerische Wiederschein des Urschmerzes aus sich heraus noch eine zweite Spiegelung, als Nebensonne, erzeugt: so haben wir das gemeinsame dionysisch-apollinische Kunstwerk, dessen Mysterium wir uns in dieser Bildersprache zu nähern suchen.

Für jenes eine Weltenauge, vor dem sieh die empirisch-reale Welt sammt ihrem Wiederscheine im Traume ausgießt, ist somit jene dionysisch-apollinische Vereinigung eine ewige und unabänderliche, ja einzige Form des Genusses: es giebt keinen dionysischen Schein ohne einen apollinischen Wiederschein. Für unser kurzsichtiges, fast erblindetes Auge legt sich jenes Phänomen in lauter einzelne, theils apollinische, theils dionysische Genüsse auseinander, und nur in dem Kunstwerk der Tragödie hören wir jene höchste Doppelkunst zu uns reden, die, in ihrer Vereinigung des Apollinischen und des Dionysischen das Abbild jenes Urgenusses des Weltauges ist. Wie für dieses der Genius die Spitze der Pyramide des Scheins ist, so darf uns wiederum das tragische Kunstwerk als Spitze der unserem Auge erreichbaren Kunstpyramide gelten.

Wir, die wir genöthigt sind, Alles unter der Form des Werdens d. h. als Willen zu verstehn, verfolgen jetzt die Geburt der drei verschiedenartigen Genien in der uns allein bekannten Erscheinungswelt: wir untersuchen, welche wichtigsten Vorbereitungen der “Wille” braucht, um zu ihnen zu gelangen. Dabei haben wir alle Gründe, diesen Nachweis an der griechischen Welt zu geben, die über jenen Prozeß einfach und ausdrucksvoll, wie dies ihre Art ist, zu uns redet.

Falls wirklich der Genius Zielpunkt und letzte Absicht der Natur ist, so muß nun jetzt auch nachweisbar sein, daß in den anderen Erscheinungsformen des hellenischen Wesens nur nothwendige Hülfsmechanismen und Vorbereitungen jenes letzten Zieles zu erkennen sind. Dieser Gesichtspunkt zwingt uns, vielberufene Zustände des Alterthums, über die noch kein neuerer Mensch mit Symphathie gesprochen hat, auf ihre Wurzeln hin zu untersuchen: wobei sich ergeben wird, daß diese Wurzeln es gerade sind, aus denen der wunderbare Lebensbaum der griechischen Kunst einzig erwachsen konnte. Es mag sein, daß uns diese Erkenntniß mit Schauder erfüllt: gehört doch dieser Schauder fast zu den nothwendigen Wirkungen jeder tieferen Erkenntniß. Denn die Natur ist auch, wo sie das Schönste zu erschaffen angestrengt ist, etwas Entsetzliches. Diesem ihren Wesen ist es gemäß, daß die Triumphzüge der Kultur nur einer unglaublich geringen Minderheit von bevorzugten Sterblichen zu Gute kommen, daß dagegen der Sklavendienst der großen Masse eine Nothwendigkeit ist, wenn es wirklich zu einer rechten Werdelust der Kunst kommen soll. Neueren haben vor den Griechen zwei pfauenartig sich spreizende Begriffe voraus, die gleichsam als Trostmittel einer durchaus sklavisch sich gebahrenden und dabei das Wort “Sklave” ängstlich scheuenden Welt gegeben sind: wir reden von der “Würde des Menschen” und von der “würde der Arbeit.” Alles quält sich, um ein elendes Leben elend weiter zu perpetuiren; diese furchtbare Noth zwingt zur verzehrenden Arbeit, die nun der vom “Willen” verführte Mensch gelegentlich als etwas Würdevolles anstaunt. Damit aber die Arbeit Ehren und rühmliche Namen verdiene, wäre es vor allem nöthig, daß das Dasein selbst, zu dem sie doch nur ein qualvolles Mittel ist, etwas mehr Würde habe als dies ernstgemeinten Philosophieen und Religionen zu erscheinen pflegt. Was dürfen wir Anderes in der Arbeitsnoth aller der Millionen finden als den Trieb, um jeden Preis weiter zu vegetieren: und wer sähe nicht an verkümmerten Pflanzen, die in erdloses Gestein ihre Wurzeln strecken, denselben allmächtigen Trieb?

Aus diesem entsetzlichen Existenzkampfe können nur die Einzelnen auftauchen, die nun sofort wieder durch die Wahnbilder der künstlerischen Kultur beschäftigt werden, damit sie nur nicht zum praktischen Pessimismus kommen: als welchen Zustand die Natur auf das Höchste verabscheut. In der neueren Welt, die der griechischen gegenüber zu allermeist Abnormitäten und Centauren schafft, in der der einzelne Mensch, gleich jenem fabelhaften Wesen im Beginne der horazischen Poetik, aus Stücken bunt zusammengesetzt ist, zeigt sich oft an dem selben Menschen zugleich die Gier des Existenzkampfes und des Kunstbedürfnisses: aus welcher unnatürlichen Verschmelzung die Noth entstanden ist, jene erstere Gier vor dem Kunstbedürfnisse zu entschuldigen und gewissermaßen zu weihen, was durch jene trefflichen Vorstellungen von der Würde des Menschen und der Arbeit geschehen ist. Die Griechen brauchen keine solche klägliche Nothbehelfe, bei ihnen spricht sich rein aus, daß die Arbeit eine Schmach sei—nicht etwa weil das Dasein eine Schmach ist, sondern im Gefühl der Unmöglichkeit, daß der um das nackte Fortleben kämpfende Mensch Künstler sein könne. Der kunstbedürftige Mensch regiert im Alterthum mit seinen Begriffen, während in der neueren Zeit der Sklave die Vorstellungen bestimmt: er der seiner Natur nach alle seine Verhältnisse mit trügerischen glänzenden Namen bezeichnen muß, um leben zu können. Solche Phantome, wie die Würde des Menschen, die Würde der Arbeit sind die dürftigen Erzeugnisse des sich vor sich selbst verbergenden Sklaventhums. Unselige Zeit, in der der Sklave zum Nachdenken über sich und über sich hinaus gereizt worden ist! Unselige Verführer, die den Unschuldsstand des Sklaven durch die Frucht vom Baum der Erkenntniß vernichtet haben! Jetzt müssen diese, um nur leben zu können, sich mit solchen durchsichtigen Lügen hinhalten, wie sie in der angeblichen “Gleichberechtigung Aller,” in den “Grundrechten des Menschen,” des Gattungswesens Mensch, in der Würde der Arbeit für jeden tiefer Blickenden erkennbar sind. Sie dürfen ja nicht begreifen, an welchem Punkte, auf welcher Stufe erst ungefähr von “Würde” gesprochen werden kann—und die Griechen erlauben es selbst da nicht einmal—dort nämlich wo das Individuum völlig über sich hinaus geht und nicht mehr im Dienste seines individuellen Weiterlebens zeugen und arbeiten muß. Auch noch auf dieser Höhe der “Arbeit” haben die Griechen dieselbe truglose Naivetät. Selbst noch jener abgeblaßte Epigone Plutarch hat so viel griechischen Instinkt in sich, daß er uns sagen kann, kein edelgeborner Jüngling würde, wenn er den Zeus in Pisa schaue, das Verlangen haben, selbst ein Phidias, oder wenn er Hera in Argos sieht, selbst ein Polyklet zu werden: und ebensowenig würde er den Wunsch hegen Anakreon Philetas oder Archilochus zu sein, so sehr er sich auch an ihren Dichtungen ergötze. Das künstlerische Schaffen fällt für den Griechen eben so sehr unter den unehrwürdigen Begriff der Arbeit, wie jedes banausische Handwerk. Wenn aber die zwingende Kraft des künstlerischen Triebes in ihm wirkt, dann muß er schaffen und sich jener Noth der Arbeit unterziehn. Und wie ein Vater die Schönheit und Begabung seines Kindes bewundert, an den Akt der Entstehung aber mit schamhaftem Widerwillen denkt, so ergieng es dem Griechen. Das lustvolle Staunen über das Schöne hat ihn nicht über den Werdeprozeß verblendet, der ihm wie alles Schaffen in der Natur erschien, als eine gewaltige Noth, als ein gieriges Sich-Drängen zum Dasein. Dasselbe Gefühl, mit dem der Zeugungsprozeß als etwas schamhaft zu Verbergendes betrachtet wird, obwohl in ihm der Mensch einem höheren Ziele dient als seiner individuellen Erhaltung: dasselbe Gefühl umschleierte auch die Entstehung der großen Kunstwerke, trotzdem durch sie eine höhere Daseinsform inaugurirt wird, wie durch jenen Akt eine neue Generation. Die Scham scheint somit recht eigentlich dort einzutreten, wo der Mensch nur noch Werkzeug unendlich größerer Willenserscheinung ist, als er sich selbst in der Einzelgestalt des Individuums gelten darf.

Jetzt haben wir den allgemeinen Begriff, unter den die Empfindungen zu ordnen sind, welche die Griechen in Betreff der Sklaverei und der Arbeit hegten. Beide galten ihnen als eine nothwendige Schmach, vor der man Scham empfindet: in diesem Gefühle birgt sich die unbewußte Erkenntniß, daß das eigentliche Ziel jene Voraussetzungen braucht, daß hier aber das Entsetzliche und Raubthierartige der Sphinx Natur liegt, die in der gewollten Verherrlichung des künstlerisch freien Kulturlebens so schön den Jungfrauenleib vorstreckt. Die Bildung, die ich vornehmlich als wahrhaftes Kunstbedürfniß verstehe, hat einen erschrecklichen Untergrund: dieser aber giebt sich in der dämmernden Empfindung der Scham zu erkennen. Damit der Boden für eine größere Kunstentwicklung vorhanden ist, muß die ungeheure Mehrzahl im Dienste einer Minderzahl über das Maaß ihrer individuellen Nothwendigkeit hinaus der Lebensnoth sklavisch unterworfen sein. Auf ihre Unkosten, durch ihre Mehrarbeit soll jene bevorzugte Klasse dem Existenzkampfe entrückt werden, um nun eine neue Welt des Bedürfnisses zu erzeugen. Demgemäß müssen wir uns dazu verstehen als grausame Grundbedingung jeder Bildung hinzustellen, daß zum Wesen einer Kultur das Sklaventhum gehöre: eine Erkenntniß, die vor dem Dasein bereits einen gehörigen Schauder erzeugen kann. Dies sind die Geier, die dem prometheischen Förderer der Kultur an der Leber nagen. Das Elend der mühsam lebenden Masse muß noch gesteigert werden, um einer Anzahl olympischer Menschen die Produktion der Kunstwelt zu ermöglichen. Hier liegt der Quell jenes schlecht verhehlten Ingrimms, den die Kommunisten und Socialisten, und auch ihre blässeren Abkömmlinge, die weiße Raçe der Liberalen jeder Zeit gegen die Künste, aber auch gegen das klassische Alterthum genährt haben. Wenn wirklich die Kultur im Belieben eines Volkes stünde, wenn hier nicht unentrinnbare Mächte walteten, die dem Einzelnen Gesetz und Schranke sind, so wäre die Verachtung der Kultur, die Verherrlichung der Armuth des Geistes, die bilderstürmerische Vernichtung der Kunstansprüche mehr als eine Auflehnung der unterdrückten Masse gegen drohnenartige Einzelne: es wäre der Schrei des Mitleides, der die Mauern der Kultur umrisse, der Trieb nach Gerechtigkeit, nach Gleichmaß des Leidens würde alle anderen Vorstellungen überfluthen. Wirklich hat die überschwängliche Empfindung des Mitleides auf kurze Zeiten hier und da einmal alle Dämme des Kulturlebens zerbrochen: ein Regenbogen der mitleidigen Liebe und des Friedens erschien mit dem ersten Hervortreten des Christenthums, und unter ihm wurde seine schönste Frucht, das Johannesevangelium, geboren. Es giebt auch Beispiele, daß mächtige Religionen auf lange Perioden hinaus einen bestimmten Kulturgrad gewissermaßen versteinern; man denke an die mumienhafte jahrtausendalte Kultur Aegyptens. Aber eins ist nicht zu vergessen: dieselbe Grausamkeit, die wir im Wesen jeder Kultur fanden, liegt auch im Wesen jeder mächtigen Religion; so daß wir ebensogut es verstehen werden, wenn eine Kultur mit dem Schrei nach Gerechtigkeit ein allzu hoch gethürmtes Bollwerk von religiösen Forderungen zerbricht. Was in dieser entsetzlichen Konstellation der Dinge leben will d. h. leben muß, ist im Grunde seines Wesens Abbild des Urschmerzes und Urwiderspruchs, muß also in unsrer Augen “welt- und erdgemäß Organ” als Wille, als unersättliche Gier zum Dasein fallen. Deshalb dürfen wir auch die herrliche Kultur mit einem bluttriefenden Sieger vergleichen, der bei seinem Triumphzuge die an seinen Wagen gefesselten Besiegten als Sklaven mitschleppt: als welchen eine wohlthätige Macht die Augen verblendet hat, so daß sie, von den Rädern des Wagens fast zermalmt, doch noch rufen “würde der Arbeit! Würde des Menschen!”

Der moderne Mensch ist freilich an eine ganz andere verzärtelte Betrachtung der Dinge gewöhnt. Darum ist er ewig unbefriedigt, weil er niemals wagt, sich dem furchtbaren, eistreibenden Strome des Daseins vollkommen anzuvertrauen, sondern am Ufer ängstlich auf und ab läuft. Die neuere Zeit mit ihrem “Bruche” ist zu begreifen als die vor allen Konsequenzen zurückfliehende: sie will nichts ganz haben, ganz auch mit all der natürlichen Grausamkeit der Dinge. Der Tanz ihres Denkens und Treibens ist wahrhaft lächerlich, weil es sich sehnsüchtig immer auf neue Gestalten stürzt, um sie zu umarmen und dann sie plötzlich, wie Mephistopheles die verführerischen Lamien, schaudernd fahren lassen muß. Aus der Verzärtelung der neueren Menschen sind die ungeheuren socialen Nothstände der Gegenwart geboren, als deren im Wesen der Natur liegendes Gegenmittel ich die Sklaverei, sei es auch unter mildernden Namen, zu empfehlen wage; die Sklaverei, die weder dem ursprünglichen Christenthum, noch dem Germanenthum irgendwie anstößig, geschweige denn verwerflich, zu sein dünkte. Um von den griechischen Sklaven zu schweigen: wie erhebend wirkt auf uns die Betrachtung des mittelalterlichen Hörigen, mit dem innerlich kräftigen und zarten Rechts- und Sittenverhältnisse zu dem höher Geordneten, mit der tiefsinnigen und poetischen Umfriedung seines engen Daseins. Wie erhebend—und wie vorwurfsvoll!

Wer nun über die Konfiguration der Gesellschaft nicht ohne Schwermuth nachdenken kann, wer sie als die fortwährende schmerzhafte Geburt jener eximirten Kulturmenschen zu begreifen gelernt hat, in deren Dienst sich alles Andere verzehren muß, der wird auch von jenem erlogenen Glanze nicht mehr getäuscht werden, den die Neueren über Ursprung und Bedeutung des Staates gebreitet haben. Was nämlich kann uns der Staat bedeuten, wenn nicht das Mittel, mit dem jener eben geschilderte Gesellschaftsprozeß in Fluß zu bringen und in seiner ungehemmten Fortdauer zu verbürgen ist? Mag der Trieb zur Geselligkeit in den einzelnen Menschen auch noch so stark sein, erst die eiserne Klammer des Staates zwängt die größeren Massen so aneinander, daß jetzt jene chemische Scheidung der Gesellschaft, mit ihrem neuen pyramidalen Aufbau, vor sich gehen muß. Woher aber entspringt diese plötzliche Macht des Staates, dessen Ziel weit über die Einsicht, ja über den Egoismus des Einzelnen hinausliegt? Wie entstand der Sklave, der blinde Maulwurf der Kultur? Die Griechen haben es uns in ihrem völkerrechtlichen Instinkte verrathen, der, auch in der reifsten Fülle ihrer Gesittung und Menschlichkeit, nicht aufhörte, mit eherner Stimme solche Worte auszurufen: “Dem Sieger gehört der Besiegte, mit Weib und Kind, Gut und Blut. Die Gewalt giebt das erste Recht; und es giebt kein Recht, das nicht zu seinem Grunde die Gewalt hat.”

So sehen wir wiederum, mit welcher mitleidlosen Starrheit die Natur, um zur Gesellschaft zu kommen, sich die grausamen Werkzeuge des Staates schmiedet: nämlich jene Eroberer mit den eisernen Händen, die nichts als Objektivationen der bezeichneten Instinkte sind. An ihrer undefinirbaren Größe und Macht spürt der Betrachter, daß sie nur Mittel einer in ihnen sich offenbarenden und doch vor ihnen sich verbergenden Absicht sind. Gleich als ob ein magischer Wille von ihnen ausströmte, so räthselhaft schnell schließen sich die schwächeren Kräfte an sie an, so wunderbar verwandeln sie sich, bei dem plötzlichen Anschwellen jener Gewaltlawine, unter dem Zauber jenes schöpferischen Kernes, zu einer bisher nicht vorhandenen Affinität.

Wenn wir nun sehen, wie wenig sich alsbald die Unterworfenen um den erschreckenden Ursprung des Staates bekümmern, so daß im Grunde über keine Art von Ereignissen die Weltgeschichte uns schlechter unterrichtet als über das Zustandekommen jener gewaltsamen, blutigen und fast immer unerklärlichen Usurpationen: wenn vielmehr jener Magie des Staates die Herzen unwillkürlich entgegenschwellen, mit der Ahnung einer unsichtbar tiefen Absicht, dort wo der rechnende Verstand nur eine Addition von Kräften zu sehen befähigt ist: wenn jetzt der Staat sogar mit Inbrunst als Ziel und Gipfel der Aufopferungen und Pflichten des Einzelnen betrachtet wird: so spricht aus alledem die ungeheure Nothwendigkeit des Staates, ohne den es der Natur nicht gelingen möchte, durch die Gesellschaft zu ihrer Erlösung im Scheine, im Spiegel des Genius, zu kommen. Was für Erkenntnisse überwindet nicht die instinktive Lust am Staate! Man sollte doch denken, daß ein Wesen, welches in die Entstehung des Staates hineinschaut, fürderhin nur in schauervoller Entfernung von ihm sein Heil suchen werde: und wo kann man nicht die Denkmäler jener Entstehung sehen, verwüstete Länder, zerstörte Städte, verwilderte Menschen, verzehrenden Völkerhaß! Der Staat, von schmählicher Geburt, für die meisten Wesen eine fortwährend fließende Quelle der Mühsal, in häufig wiederkommenden Perioden die fressende Fackel des Menschengeschlechts—und dennoch ein Klang, bei dem wir uns vergessen, ein Schlachtruf, der zu zahllosen wahrhaft heroischen Thaten begeistert hat, vielleicht der höchste ehrwürdigste Gegenstand für die blinde und egoistische Masse, die auch nur in den ungeheuren Momenten des Staatslebens den befremdlichen Ausdruck von Größe auf ihrem Gesichte hat!

Die Griechen aber haben wir uns, im Hinblick auf die einzige Sonnenhöhe ihrer Kunst, schon a priori als “die politischen Menschen an sich” zu construiren: und wirklich kennt die Geschichte kein zweites Beispiel einer so furchtbaren Entfesselung des politischen Triebes, einer so unbedingten Hinopferung aller anderen Interessen im Dienste dieses Staateninstinktes; höchstens daß man vergleichungsweise und aus ähnlichen Gründen die Menschen der Renaissance in Italien mit einem gleichen Titel auszeichen könnte. So überladen ist bei den Griechen jener Trieb, daß er immer von neuem wieder gegen sich selbst zu wüthen anfängt und die Zähne in das eigne Fleisch schlägt. Diese blutige Eifersucht von Stadt auf Stadt, von Partei auf Partei, diese mörderische Gier jener kleinen Kriege, der tigerartige Triumph auf dem Leichnam des erlegten Feindes, kurz jene unablässige Erneuerung jener trojanischen Kampf- und Greuelscenen, in deren Anschauung lustvoll versunken Homer der typische Hellene vor uns steht—wohin deutet diese naive Barbarei des griechischen Staates, woher nimmt er seine Entschuldigung vor dem Richterstuhle der ewigen Gerechtigkeit? Stolz und ruhig tritt der Staat vor ihn hin: und an der Hand führt er das herrlich blühende Weib, die griechische Gesellschaft. Für diese Helena und ihre Kinder führte er jene Kriege: welcher Richter dürfte hier verurtheilen?

Bei diesem geheimnißvollen Zusammenhang, den wir hier zwischen Staat und Kunst, politischer Gier und künstlerischer Zeugung, Schlachtfeld und Kunstwerk ahnen, verstehn wir, wie gesagt, unter Staat nur die eiserne Klammer, die den Gesellschaftsprozeß erzwingt: während ohne Staat, im natürlichen bellum omnium contra omnes, die Gesellschaft überhaupt nicht in größerem Maaße und über das Bereich der Familie hinaus Wurzel schlagen kann. Jetzt, nach der allgemein eingetretenen Staatenbildung, concentrirt sich nun zwar jener Trieb des bellum omnium contra omnes zum schrecklichen Kriegsungewitter der Völker und entladet sich gleichsam in seltneren, aber um so stärkeren Schlägen. In den Zwischenpausen aber ist der Gesellschaft doch Zeit gelassen, unter der nach Innen gewendeten zusammengedrängten Wirkung jenes bellum, allerorts zu keimen und zu grünen, um sobald es einige wärmere Tage giebt, die leuchtenden Blüthen des Genius hervorsprießen zu lassen.

Angesichts der politischen Welt der Hellenen will ich nicht verbergen, in welchen Erscheinungen der Gegenwart ich gefährliche, für Kunst und Gesellschaft gleich bedenkliche Verkümmerungen der politischen Sphaere zu erkennen glaube. Wenn es Menschen geben sollte, die durch Geburt gleichsam außerhalb der Volks- und Staateninstinkte gestellt sind, die somit den Staat nur so weit gelten zu lassen haben als sie ihn in ihrem eignen Interesse begreifen: so werden derartige Menschen nothwendig als letztes staaliches Ziel sich das möglichst ungestörte Nebeneinanderleben großer politischer Gemeinsamkeiten vorstellen, in denen den: eignen Absichten nachzugehn ihnen vor allen ohne Beschränkung erlaubt sein dürfte. Mit dieser Vorstellung im Kopfe werden sie die Politik fördern, die diesen Absichten die größte Sicherheit bietet, während es undenkbar ist, daß sie gegen ihre Absichten, etwa durch einen unbewußten Instinkt geleitet, der Staatstendenz sich zum Opfer bringen, undenkbar, weil sie eben jenes Instinktes ermangeln. Alle anderen Bürger des Staates sind über das, was die Natur mit ihrem Staatsinstinkte bei ihnen beabsichtigt, im Dunkeln und folgen blindlings; nur jene außerhalb dieser Instinkte Stehenden wissen, was sie vom Staate wollen und was ihnen der Staat gewähren soll. Deshalb ist es geradezu unvermeidlich, daß solche Menschen einen großen Einfluß auf den Staat gewinnen, weil sie ihn als Mittel betrachten dürfen, während alle Anderen unter der Macht jener unbewußten Absichten des Staates selbst nur Mittel des Staatszwecks sind. Um nun durch das Mittel des Staats höchste Förderung ihrer eigennützigen Ziele zu erreichen, ist vor allem nöthig, daß der Staat von jenen schrecklich unberechenbaren Kriegszuckungen gänzlich befreit werde, damit er rational benutzt werden könne; und damit streben sie, so bewußt als möglich, einen Zustand an, in dem der Krieg eine Unmöglichkeit ist. Hierzu gilt es nun zuerst die politischen Sondertriebe möglichst zu beschneiden und abzuschwächen und durch Herstellung großer gleichwiegender Staatenkörper und gegenseitige Sicherstellung derselben den günstigen Erfolg eines Angriffskriegs und damit den Krieg überhaupt zur höchsten Unwahrscheinlichkeit zu machen; wie sie andernseits die Frage über Krieg und Frieden der Entscheidung einzelner Machthaber zu entreißen suchen, um vielmehr an den Egoismus der Masse oder deren Vertreter appellieren zu können: wozu sie wiederum nöthig haben, die monarchischen Instinkte der Völker langsam aufzulösen. Diesem Zwecke entsprechen sie durch die allgemeinste Verbreitung der liberal-optimistischen Weltanschauung, welche ihre Wurzel in den Lehren der französischen Aufklärung und Revolution d. h. in einer gänzlich ungermanischen, ächt romanisch flachen Philosophie hat. Ich kann nicht umhin, in der gegenwärtig herrschenden Nationalitätenbewegung und der gleichzeitigen Verbreitung des allgemeinen Stimmrechts vor allem die Wirkungen der Kriegsfurcht zu sehen, ja im Hintergrunde dieser Bewegungen, als die eigentlich Fürchtenden, jene wahrhaft internationalen heimatlosen Geldeinsiedler zu erblicken, die, bei ihrem natürlichen Mangel des staatlichen Instinktes, es gelernt haben, die Politik zum Mittel der Börse und Staat wie Gesellschaft als Bereicherungsapparate ihrer selbst zu mißbrauchen. Gegen die von dieser Seite zu befürchtende Ablenkung der Staatstendenz zur Geldtendenz ist das einzige Gegenmittel der Krieg und wiederum der Krieg: in dessen Erregungen wenigstens doch so viel klar wird, daß der Staat nicht auf der Furcht vor dem Kriegsdämon, als Schutzanstalt egoistischer Einzelner, gegründet ist, sondern in Vaterlands- und Fürstenliebe einen ethischen Schwung aus sich erzeugt, der auf eine viel höhere Bestimmung hinweist. Wenn ich also als gefährliches Charakteristikum der politischen Gegenwart die Verwendung der Revolutionsgedanken im Dienste einer eigensüchtigen staatlosen Geldaristokratie bezeichne, wenn ich die ungeheure Verbreitung des liberalen Optimismus zugleich als Resultat der in sonderbare Hände gerathenen modernen Geldwirthschaft begreife und alle Übel der socialen Zustände, sammt dem nothwendigen Verfall der Künste, entweder aus jener Wurzel entkeimt oder mit ihr verwachsen sehe: so wird man mir einen gelegentlich anzustimmenden Päan auf den Krieg zu Gute halten müssen. Fürchterlich erklingt sein silberner Bogen: und kommt er gleich daher wie die Nacht, so ist er doch Apollo der rechte Weihe- und Reinigungsgott des Staates. Zuerst aber, wie es im Beginn der Ilias heißt, schnellt er den Pfeil auf die Maulthiere und Hunde. Sodann trifft er die Menschen selbst, und überall lodern die Holzstöße mit Leichnamen. So sei es denn ausgesprochen, daß der Krieg für den Staat eine ebensolche Nothwendigkeit ist wie der Sklave für die Gesellschaft: und wer möchte sich diesen Erkenntnissen entziehen können, wenn er sich ehrlich nach den Gründen der unerreichten griechischen Kunstvollendung fragt?

Wer den Krieg und seine uniformirte Möglichkeit, den Soldatenstand in Bezug auf das bisher geschilderte Wesen des Staates betrachtet, muß zu der Einsicht kommen, daß durch den Krieg und im Soldatenstande uns ein Abbild, ja vielleicht das Urbild des Staates vor Augen gestellt wird. Hier sehen wir, als allgemeinste Wirkung der Kriegstendenz, eine sofortige Scheidung und Zertheilung der chaotischen Masse in militärische Kasten, aus denen sich pyramidenförmig, mit einer allerbreitesten sklavenartigen Basis, der Bau der “kriegerischen Gesellschaft” erhebt. Der unbewußte Zweck der ganzen Bewegung zwingt jeden Einzelnen unter sein Joch und erzeugt auch bei heterogenen Naturen eine gleichsam chemische Verwandlung ihrer Eigenschaften, bis sie mit diesem Zwecke in Affinität gebracht sind. In den höheren Kasten spürt man schon etwas mehr, um was es sich, bei diesem innerlichen Prozesse, im Grunde handelt, nämlich um die Erzeugung des militärischen Genius—den wir als den ursprünglichen Staatengründer kennen gelernt haben. An manchen Staaten zB. an der Lykurgischen Verfassung Sparta’s kann man deutlich den Abdruck jener Grundidee des Staates, der Erzeugung des militärischen Genius, wahrnehmen. Denken wir uns jetzt den militärischen Urstaat in lebhaftester Regsamkeit, in seiner eigentlichen “Arbeit” und führen wir uns die ganze Technik des Kriegs vor Augen, so können wir nicht umhin, unsere überallher eingesognen Begriffe von der “Würde der Arbeit,” und der “Würde des Menschen” durch die Frage zu corrigieren, ob denn auch zu der Arbeit, die die Vernichtung von “würdevollen” Menschen zum Zweck hat, ob auch zu dem Menschen, der mit jener “würdevollen Arbeit” betraut ist, der Begriff von “Würde” stimmt oder ob nicht, in dieser kriegerischen Aufgabe des Staates, jener Begriff als ein in sich widerspruchsvoller sich selbst aufhebt. Ich dächte, der kriegerische Mensch wäre ein Mittel des militärischen Genius und seine Arbeit wiederum nur ein Mittel desselben Genius, und nicht ihm, als absoluten Menschen und Nichtgenius, sondern ihm als Mittel des Genius—der auch seine Vernichtung als Mittel des kriegerischen Kunstwerks belieben kann—komme ein Grad von Würde zu, jene Würde nämlich, zum Mittel des Genius gewürdigt zu sein. Was hier an einem einzelnen Beispiel gezeigt ist, gilt aber im allgemeinsten Sinne: jeder Mensch, mit seiner gesammten Thätigkeit, hat nur so viel Würde als er, bewußt oder unbewußtes Werkzeug des Genius ist; woraus sofort die ethische Consequenz zu erschließen ist, daß der “Mensch an sich,” der absolute Mensch, weder Würde, noch Rechte, noch Pflichten besitzt; nur als völlig determinirtes, unbewußten Zwecken dienendes Wesen kann der Mensch seine Existenz entschuldigen.

Der vollkommene Staat Plato’s ist nach diesen Betrachtungen gewiß noch etwas Größeres als selbst. die Ernstgesinnten unter seinen Verehrern glauben, gar nicht zu reden von der lächelnden Geringschätzung, mit der unsre “historisch” Gebildeten eine solche Frucht des Alterthums abzulehnen wissen. Das eigentliche Ziel des Staates, die olympische Existenz und immer erneute Zeugung des Genius, dem gegenüber alle Andern nur vorbereitende Mittel sind, ist hier durch eine dichterische Intuition gefunden: Plato sah durch die schrecklich verwüstete Herme des damaligen Staatslebens hindurch und gewahrte auch jetzt noch etwas Göttliches in ihrem Inneren. Er glaubte daran, daß man dies Göttliche herausnehmen könnte und daß die grimmige und barbarisch verzerrte Außenseite nicht zum Wesen des Staates gehöre; die ganze Inbrunst seiner politischen Leidenschaft streckte sich nach jenem Wunsche aus.— Daß er in seinem vollkommnen Staat nicht den Genius in seinem allgemeinsten Begriff an die Spitze stellte, sondern nur den Genius der Weisheit in die oberste Rangordnung aufnahm, die genialen Künstler aber überhaupt aus seinem Staate ausschloß, das war eine starre Consequenz des bald näher zu betrachtenden sokratischen Urtheils über die Kunst, das Plato im Kampfe wider sich selbst zu dem seinigen gemacht hatte. Diese mehr äußerliche und beinahe zufällige Lücke darf durchaus nicht unter die Hauptmerkmale des platonischen Staates gerechnet werden.

Wie Plato den innersten Zweck des Staates aus allen seinen Verhüllungen und Trübungen an’s Licht zog, so begriff er auch den tiefsten Grund der Stellung des hellenischen Weibes zum Staate: in beiden Fällen erblickte er in dem um ihn Vorhandenen das Abbild der ihm offenbar gewordenen Ideen, vor denen freilich das Wirkliche nur Nebelbild und Schattenspiel war. Wer, nach allgemeiner Gewöhnung, die Stellung des hellenischen Weibes überhaupt für unwürdig und der Humanität widerstrebend hält, muß sich mit diesem Vorwurf auch gegen die platonische Auffassung dieser Stellung kehren: denn in ihr ist das Vorhandene gleichsam nur logisch präcisirt. Hier wiederholt sich also unsre Frage: sollte nicht das Wesen und die Stellung des hellenischen Weibes einen nothwendigen Bezug zu den Zielpunkten des hellenischen Willen’s haben?

Das Innerste, was Plato als Grieche über die Stellung des Weibes zum Staate sagen konnte, war die so anstößige Forderung, daß im vollkommnen Staate die Familie aufhören müsse. Sehen wir jetzt davon ab, wie er, um diese Forderung rein durchzuführen, selbst die Ehe aufhob und an deren Stelle feierliche, von Staatswegen.

7, 10[1] Anfang 1871

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Whoever now, through the characteristics given so far, has had the sense for the two opposite yet interconnected worlds of the Apollinian and the Dionysian revealed to them, will now take a step further and, from the standpoint of that knowledge, grasp Greek life in its most important manifestations as a preparation for the highest expressions of those drives, for the birth of genius. While we must conceive of those drives as natural forces outside all connection with social, political, and religious orders and customs, there is still a much more artificial and deliberate, as it were indirect, revelation of those drives through the individual genius, about whose nature and highest significance I must now allow myself a half-mystical figurative speech.

The human being and the genius stand opposed to each other insofar as the former is entirely a work of art without being aware of it, because the satisfaction derived from them as works of art belongs entirely to a different sphere of knowledge and contemplation: in this sense, they belong to nature, which is nothing but a visionary reflection of the primordial One. In the genius, however, there is—apart from the significance they possess as human beings—also present that peculiar power of the other sphere, the capacity to feel the ecstasy of the vision itself. While the satisfaction of the dreaming human being is revealed to them only dimly, the genius is simultaneously capable of the highest satisfaction in this state; just as, on the other hand, they have power over this state and can produce it from within themselves alone.

Based on what we have noted about the predominant significance of the dream for the Primordial One, we may regard the entire waking life of the individual human being as a preparation for their dream; now we must add that the entire dream life of many people in turn is the preparation of the Genius. In this world of non-being, of semblance, everything must become: and thus the Genius also becomes, as in a human complex, in a greater individual, that dawning sensation of pleasure in the dream intensifies more and more, up to that enjoyment peculiar to the Genius: a phenomenon we can visualize by the gradual rising of the sun, announced by the dawn and its preceding rays.Humanity, with all of nature as its presupposed maternal womb, may in this broadest sense be designated as the continued birth of genius: from that immense, omnipresent perspective of the primordial One, genius is attained in every moment, the entire pyramid of appearance perfected to its apex. We, confined by the narrowness of our gaze and within the representational mechanism of time, space, and causality, must be modest if we recognize genius as one among many and after many humans; indeed, we may consider ourselves fortunate if we have recognized it at all, which in essence can only happen by chance and in many cases certainly never has.

The genius as the “non-awakening and only dreaming” human being, who, as I said, is prepared and arises in the simultaneously awakening and dreaming human being, is thoroughly Apollonian in nature: a truth that, given the preceding characterization of the Apollonian, is self-evident. This compels us to define the Dionysian genius as the human being who, in complete self-forgetfulness, has become one with the primal ground of the world and now, out of the primal pain, creates its reflection for his redemption: as we must revere this process in the Saint and the great Musician, both of whom are merely repetitions of the world and second castings of it.

If this artistic reflection of the primal pain produces from itself yet a second reflection, as a parhelion: then we have the common Dionysian-Apollonian work of art, whose mystery we seek to approach in this imagery.

For that one world-eye, before which the empirical-real world together with its reflection in the dream pours out, this Dionysian-Apollonian union is thus an eternal and unalterable, indeed the only form of enjoyment: there is no Dionysian semblance without an Apollonian reflection.

For our short-sighted, almost blinded eye, that phenomenon breaks down into numerous individual, partly Apollinian, partly Dionysian pleasures, and only in the artwork of tragedy do we hear that highest dual art speak to us, which, in its union of the Apollinian and the Dionysian, is the image of that primordial pleasure of the world-eye. Just as for this the genius is the apex of the pyramid of appearance, so too may we regard the tragic artwork as the apex of the art pyramid accessible to our eye.

We, who are compelled to understand everything under the form of becoming, i.e., as Will, now follow the birth of the three different kinds of geniuses in the world of appearances known to us alone: we examine which most important preparations the "Will" requires to reach them.We have every reason to provide this proof using the Greek world, which speaks to us about that process in a simple and expressive manner, as is its way.

If the genius is indeed the focal point and ultimate intention of nature, then it must now also be demonstrable that in the other manifestations of the Hellenic spirit, only necessary auxiliary mechanisms and preparations for that final goal can be recognized. This perspective compels us to examine the much-discussed states of antiquity—about which no modern person has yet spoken with sympathy—down to their roots, revealing that these very roots are the ones from which the wondrous tree of Greek art could uniquely grow.It may be that this realization fills us with horror: for this horror is almost one of the necessary effects of any deeper insight. For nature is also, where it has striven to create the most beautiful, something terrible. In accordance with her essence, the triumphal processions of culture benefit only an incredibly small minority of favored mortals, whereas the slavery of the great mass is a necessity if there is to be a true joy in the becoming of art.More recent thinkers have two peacock-like concepts that they flaunt before the Greeks, which are given as a kind of consolation to a world that behaves in a thoroughly slavish manner while anxiously avoiding the word "slave": we are speaking of the "dignity of man" and the "dignity of labor." Everything struggles to perpetuate a miserable life in misery; this terrible necessity forces one into consuming labor, which the human being, misled by the "Will," occasionally gazes upon as something dignified. But for labor to earn honor and praiseworthy names, it would first be necessary that existence itself, of which it is merely a painful means, have more dignity than it tends to appear in earnest philosophies and religions.What else can we find in the work-related distress of all those millions but the drive to vegetate at any cost: and who would not see the same almighty drive in stunted plants that stretch their roots into barren rock?

From this terrible struggle for existence, only individuals can emerge, who are immediately preoccupied again by the illusions of artistic culture, so that they do not fall into practical pessimism: a state which nature abhors to the highest degree.In the more recent world, which, compared to the Greek one, mostly creates abnormalities and centaurs, in which the individual human, like that fabulous being at the beginning of Horatian poetics, is pieced together in a colorful manner, one often sees in the same person both the greed of the struggle for existence and the need for art: from this unnatural fusion, the necessity has arisen to excuse and, as it were, consecrate the former greed before the need for art, which has been done through those excellent ideas about the dignity of man and labor. The Greeks do not need such pitiful makeshifts; for them, it is purely expressed that labor is a disgrace—not because existence is a disgrace, but from the feeling of the impossibility that the person fighting for bare survival could be an artist.The art-needing human being rules in antiquity with his concepts, while in modern times the slave determines the ideas: he who, by his nature, must label all his relations with deceptive, glittering names in order to live. Such phantoms as the dignity of man, the dignity of labor are the meager products of slavery hiding from itself. Wretched age, in which the slave has been provoked to reflect on himself and beyond himself! Wretched seducers, who have destroyed the state of innocence of the slave through the fruit of the tree of knowledge!Now, in order to merely live, they must content themselves with such transparent lies as those recognizable in the alleged "equality of all," in the "basic rights of man," of the human species, in the dignity of labor for anyone who looks deeper. They must not understand at what point, at what stage one can even begin to speak of "dignity"—and the Greeks do not even permit it there—namely where the individual completely transcends themselves and no longer must procreate and labor in the service of their own continued existence. Even at this height of "labor," the Greeks retain the same artless naivety.Even that faded epigone Plutarch still has enough Greek instinct in him to tell us that no noble-born youth, upon seeing Zeus in Pisa, would desire to become a Phidias himself, or upon seeing Hera in Argos, to become a Polykleitos: and just as little would he wish to be an Anacreon, Philetas, or Archilochus, no matter how much he delighted in their poetry. For the Greek, artistic creation falls just as much under the undignified concept of labor as any mechanical craft. But when the compelling force of the artistic drive acts within him, then he must create and submit to that necessity of labor. And just as a father admires the beauty and talent of his child but thinks of the act of procreation with shameful aversion, so it was for the Greek.The joyful wonder at the beautiful did not blind him to the process of becoming, which appeared to him, like all creation in nature, as a mighty necessity, as a greedy pressing into existence. The same feeling with which the procreative process is regarded as something to be hidden in shame, even though in it man serves a higher purpose than his individual preservation: the same feeling also veiled the origin of great works of art, even though through them a higher form of existence is inaugurated, just as through that act a new generation is brought forth. Shame thus seems to arise precisely where man is merely the instrument of an infinitely greater manifestation of will than he may consider himself in the individual form of the person.

Now we have the general concept under which to classify the feelings that the Greeks harbored regarding slavery and labor. Both were considered by them as a necessary disgrace, before which one feels shame: in this feeling lies the unconscious recognition that the true goal requires these prerequisites, but that here lies the horrifying and predatory nature of the Sphinx, which, in the intended glorification of the artistically free cultural life, so beautifully stretches out the maiden's body. The education, which I understand primarily as a true artistic need, has a terrifying foundation: but this reveals itself in the twilight feeling of shame.To ensure that the ground is prepared for a greater development of art, the vast majority must be enslaved to the necessities of life, serving a minority beyond the measure of their individual needs. At their expense, through their surplus labor, that privileged class is to be lifted out of the struggle for existence in order to create a new world of needs. Accordingly, we must accept as a cruel fundamental condition of all culture that slavery is essential to its nature: a realization that can already evoke a proper shudder before existence itself. These are the vultures that gnaw at the liver of the Promethean promoter of culture. The misery of the toiling masses must be further increased to enable a number of Olympian individuals to produce the world of art.Here lies the source of that poorly concealed indignation which the Communists and Socialists, and also their paler descendants, the white race of Liberals, have nurtured at all times against the arts, but also against classical antiquity. If culture really depended on the whim of a people, if inexorable powers did not reign here, which are law and boundary to the individual, then the contempt for culture, the glorification of the poverty of the spirit, the iconoclastic destruction of artistic claims would be more than a rebellion of the oppressed masses against drone-like individuals: it would be the cry of compassion, which would outline the walls of culture, the drive for justice, for equality of suffering would flood all other ideas.Really, the exuberant feeling of compassion has occasionally broken all the dams of cultural life for short periods: a rainbow of compassionate love and peace appeared with the first emergence of Christianity, and under it, its most beautiful fruit, the Gospel of John, was born. There are also examples of powerful religions that, over long periods, have petrified a certain cultural level, as it were; consider the mummified, millennia-old culture of Egypt. But one thing must not be forgotten: the same cruelty that we found in the essence of every culture also lies in the essence of every powerful religion; so that we will equally understand it when a culture, with a cry for justice, shatters an all-too-loftily towering bulwark of religious demands. What in this terrible constellation of things wants to live, i.e.,must live is, in the essence of its being, an image of the primal pain and primal contradiction, and must therefore appear in our eyes as a “world- and earth-conforming organ” as will, as insatiable greed for existence. For this reason, we may also compare the splendid culture to a blood-drenched victor who, in his triumphal procession, drags along the vanquished, bound to his chariot as slaves: whose eyes a benevolent power has blinded, so that, almost crushed by the wheels of the chariot, they still cry out, “Dignity of labor! Dignity of man!”

Modern man, of course, is accustomed to a quite different, pampered view of things. That is why he is eternally dissatisfied, because he never dares to fully entrust himself to the terrible, ice-driving current of existence, but instead anxiously paces back and forth along the shore.The more recent era with its "rupture" is to be understood as the one fleeing from all consequences: it wants nothing whole, whole even with all the natural cruelty of things. The dance of its thinking and striving is truly ridiculous because it eagerly throws itself at new forms to embrace them, only to then suddenly, like Mephistopheles with the seductive Lamiae, have to let them go in horror. From the pampering of modern people, the enormous social hardships of the present have been born, and as a remedy inherent in the nature of things, I dare to recommend slavery, even if under milder names; slavery, which seemed neither offensive nor reprehensible to original Christianity or Germandom.To say nothing of the Greek slaves: how uplifting is the contemplation of the medieval serf, with his inwardly strong and delicate legal and moral relations to those higher in rank, with the profound and poetic enclosure of his narrow existence. How uplifting—and how reproachful!

Whoever now reflects on the configuration of society without melancholy, whoever has learned to understand it as the continual painful birth of those exempted cultural beings in whose service everything else must consume itself, will no longer be deceived by that fabricated splendor which the moderns have spread over the origin and significance of the state.What, then, can the state mean to us if not the means by which that very societal process just described is set in motion and guaranteed in its uninhibited continuation? No matter how strong the drive for sociability may be in individual humans, it is only the iron clamp of the state that forces the larger masses together so tightly that now that chemical separation of society, with its new pyramidal structure, must take place. But where does this sudden power of the state, whose goal far exceeds the insight, indeed the egoism of the individual, originate? How did the slave, the blind mole of culture, come into being?The Greeks have revealed it to us in their instinct for international law, which, even in the ripest fullness of their civilization and humanity, never ceased to proclaim with brazen voice such words: “To the victor belongs the vanquished, with wife and child, goods and blood. Might gives the first right; and there is no right that does not have might as its foundation.”

Thus we see again with what merciless rigidity nature, in order to arrive at society, forges for itself the cruel instruments of the state: namely those conquerors with iron hands, who are nothing but objectifications of the designated instincts. In their indefinable greatness and power, the observer senses that they are merely the means of an intention that reveals itself in them and yet conceals itself from them.As if a magical will emanated from them, so mysteriously swift are the weaker forces drawn to them, so wonderfully do they transform, at the sudden swelling of that avalanche of power, under the spell of that creative core, into an affinity hitherto unknown.

Now, when we see how little the subjugated soon concern themselves with the terrifying origin of the state, so that in truth, the world history informs us more poorly about no other kind of events than about the coming into being of those violent, bloody, and almost always inexplicable usurpations: when rather the magic of the state causes hearts to swell involuntarily, with the premonition of an invisibly profound intention, where the calculating intellect is only capable of seeing an addition of forces: when now the state is even embraced with fervor as the goal and pinnacle ofSacrifices and duties of the individual are considered: thus, all of this speaks to the immense necessity of the state, without which nature would not succeed in achieving its redemption through society, in appearance, in the mirror of genius. What insights do not overcome the instinctive pleasure in the state! One might think that a being who looks into the origin of the state would henceforth seek its salvation only in shuddering distance from it: and where can one not see the monuments of that origin, devastated lands, destroyed cities, savage people, consuming hatred between peoples!The state, of ignominious birth, for most beings a continuously flowing source of toil, in frequently recurring periods the devouring torch of mankind—and yet a sound at which we forget ourselves, a battle cry that has inspired countless truly heroic deeds, perhaps the highest and most venerable object for the blind and selfish masses, who only in the immense moments of state life have the strange expression of greatness on their faces!

The Greeks, however, we have already, with regard to the unique pinnacle of their art, a priori constructed as “the political humans par excellence”: and indeed, history knows no second example of such a terrible unleashing of the political drive, of such an unconditional sacrifice of all other interests in the service of this state instinct; at most, one could, by way of comparison and for similar reasons, bestow the same title upon the people of the Renaissance in Italy. So overloaded is this drive among the Greeks that it repeatedly begins to rage against itself and bites its own flesh.This bloody jealousy of city against city, of party against party, this murderous greed of those small wars, the tiger-like triumph over the corpse of the slain enemy, in short, that unceasing renewal of those Trojan battle and horror scenes, in the contemplation of which Homer, the typical Hellene, stands before us, lost in lustful rapture—where does this naive barbarism of the Greek state point, from where does it take its excuse before the tribunal of eternal justice? Proud and calm, the state steps before it: and by the hand it leads the magnificently blooming woman, Greek society. For this Helen and her children, it waged those wars: what judge could condemn here?

In this mysterious connection, which we here sense between state and art, political greed and artistic procreation, battlefield and artwork, we understand, as mentioned, by state only the iron clamp that forces the social process: while without the state, in the natural bellum omnium contra omnes, society cannot take root at all on a larger scale and beyond the realm of the family. Now, after the generally established formation of states, that drive of the bellum omnium contra omnes concentrates into the terrible war storm of the peoples and discharges itself, as it were, in rarer but all the more powerful blows.

In the intervals, however, society is given time, under the inwardly turned, compressed effect of that bellum, to sprout and flourish everywhere, so that as soon as there are a few warmer days, the luminous blossoms of genius may spring forth.

In view of the political world of the Hellenes, I do not wish to conceal in which phenomena of the present I believe I recognize dangerous, equally perilous for art and society, stunting of the political sphere.If there should be people who, by birth, are as it were placed outside the instincts of the people and the state, who therefore have to acknowledge the state only insofar as they comprehend it in their own interest: then such people will necessarily imagine as the ultimate state goal the most undisturbed coexistence of large political communities, in which they would be allowed, above all without restriction, to pursue their own intentions. With this idea in mind, they will promote the politics that offer the greatest security to these intentions, while it is unthinkable that they would sacrifice themselves to the state tendency against their intentions, perhaps guided by an unconscious instinct, unthinkable because they lack that very instinct.All other citizens of the state are in the dark about what nature intends with its state instinct in them and follow blindly; only those standing outside these instincts know what they want from the state and what the state should grant them. Therefore, it is almost inevitable that such people gain great influence over the state because they may regard it as a means, while all others, under the power of those unconscious intentions of the state itself, are merely means to the state's purpose. To now achieve the highest advancement of their selfish goals through the means of the state, it is first necessary that the state be completely freed from those terribly unpredictable war convulsions so that it can be used rationally; and with this, they strive, as consciously as possible, for a state in which war is an impossibility.To achieve this, it is now necessary to first trim and weaken political special drives as much as possible and, by creating large equal-weight state bodies and mutual assurance of the same, make the favorable outcome of a war of aggression—and thus war itself—as unlikely as possible; while on the other hand, they seek to wrest the question of war and peace from the decision of individual rulers, in order to appeal instead to the egoism of the masses or their representatives: for which they again need to slowly dissolve the monarchical instincts of the peoples. They serve this purpose through the most widespread dissemination of the liberal-optimistic worldview, which has its roots in the teachings of the French Enlightenment and Revolution, i.e., in a thoroughly un-German, genuinely Romanic shallow philosophy.I cannot help but see in the currently prevailing nationalities movement and the simultaneous spread of universal suffrage above all the effects of war fear, yes, in the background of these movements, as the truly fearful ones, those truly international, homeless money hermits who, due to their natural lack of state instinct, have learned to misuse politics as a means of the stock exchange and to abuse state and society as enrichment apparatuses for themselves.The only countermeasure against the distraction of the state tendency towards the money tendency, as feared by this side, is war and again war: in whose excitements at least it becomes clear that the state is not founded on the fear of the war demon, as a protective institution for selfish individuals, but rather generates an ethical momentum from itself in love of country and prince, which points to a much higher destiny.If I therefore designate as a dangerous characteristic of the present political situation the use of revolutionary ideas in the service of a selfish, stateless money aristocracy, if I understand the immense spread of liberal optimism simultaneously as the result of the modern monetary economy falling into strange hands, and see all the evils of social conditions, together with the necessary decline of the arts, either sprouting from that root or intertwined with it: then one must credit me with occasionally striking up a paean to war. Terribly resounds its silver bow: and though it comes like the night, it is still Apollo, the true god of consecration and purification of the state. First, however, as it says at the beginning of the Iliad, he shoots the arrow at the mules and dogs.Then he encounters the people themselves, and everywhere the woodpiles blaze with corpses. So let it be said that war is as much a necessity for the state as the slave is for society: and who could escape these insights if they honestly ask about the reasons for the unmatched Greek artistic perfection?

Whoever considers war and its uniformed possibility, the military class, in relation to the nature of the state as described so far, must come to the realization that through war and in the military class, an image—perhaps even the archetype—of the state is presented before our eyes.Here we see, as the most general effect of the war tendency, an immediate separation and division of the chaotic mass into military castes, from which the structure of the "warrior society" rises pyramidally, with the broadest slave-like base. The unconscious purpose of the entire movement forces every individual under its yoke and also produces, even in heterogeneous natures, a kind of chemical transformation of their properties until they are brought into affinity with this purpose. In the higher castes, one already senses more clearly what this inner process is fundamentally about, namely the production of military genius—whom we have come to know as the original founder of states. In some states, for example,In the Lykurgian constitution of Sparta, one can clearly perceive the imprint of that fundamental idea of the state, the creation of military genius. Let us now imagine the military primordial state in its most lively activity, in its true "work," and let us consider the entire technique of war before our eyes. We cannot help but correct our universally absorbed concepts of the "dignity of labor" and the "dignity of man" by asking whether the concept of "dignity" applies to the work whose purpose is the annihilation of "dignified" people, or to the person entrusted with that "dignified work," or whether, in this martial task of the state, that concept does not reveal itself as inherently contradictory and self-negating.I would think that the warlike man is a means of the military genius and his work in turn only a means of the same genius, and not to him, as an absolute man and non-genius, but to him as a means of the genius—who may also deem his destruction as a means of the warlike work of art—comes a degree of dignity, namely that dignity of being deemed a means of the genius. What is shown here in a single example applies, however, in the most general sense: every man, with all his activity, has only as much dignity as he, consciously or unconsciously, is an instrument of the genius; from which the ethical consequence is immediately to be inferred that the "man in himself," the absolute man, possesses neither dignity, nor rights, nor duties; only as a completely determined being, serving unconscious purposes, can man justify his existence.

The perfect state of Plato’s is, according to these considerations, certainly something greater than even the earnest-minded among his admirers believe, not to mention the smiling contempt with which our “historically” educated reject such a fruit of antiquity. The true purpose of the state, the Olympic existence and perpetual generation of genius, in comparison to which all others are merely preparatory means, is here discovered through poetic intuition: Plato saw through the terribly devastated herms of the contemporary political life and still perceived something divine within them.

He believed that this divine element could be extracted and that the grim and barbarically distorted exterior did not belong to the essence of the state; the entire fervor of his political passion stretched toward that desire.— That in his perfect state he did not place genius in its most general concept at the forefront, but only admitted the genius of wisdom into the highest rank, while excluding genius artists entirely from his state, was a rigid consequence of the Socratic judgment on art, which Plato, in his struggle against himself, had made his own. This more external and almost accidental gap must by no means be counted among the main characteristics of the Platonic state.

As Plato brought the innermost purpose of the state to light from all its veils and obscurities, so too did he grasp the deepest foundation of the position of the Hellenic woman in relation to the state: in both cases, he saw in what existed around him the reflection of the ideas that had been revealed to him, before which reality was merely a misty image and shadow play. Anyone who, according to common habit, considers the position of the Hellenic woman generally unworthy and contrary to humanity must also turn this accusation against the Platonic conception of this position: for in it, what exists is, as it were, only logically precisified.

Here, then, our question repeats itself: should not the essence and position of the Hellenic woman have a necessary relation to the goals of the Hellenic will?

The innermost thought that Plato, as a Greek, could express about the position of women in the state was the so offensive demand that in the perfect state the family must cease to exist. Let us now disregard how he, in order to carry out this demand purely, even abolished marriage and replaced it with solemn, state-sanctioned.

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