7, 38[1-7] Ende 1874

38 [1]

Prometheus und sein Geier sind vergessen worden, als man die alte Welt der Olympier und ihre Macht vernichtete.

Prometheus erwartet seine Erlösung einmal vom Menschen.

Er hat Zeus das Geheimniss nicht verrathen, Zeus ist an seinem Sohne zu Grunde gegangen.

Die Blitze im Besitz der Adrasteia.

Zeus wollte die Menschen vernichten—durch Krieg und Weib und deren Sänger Homer: in summa die griechische Cultur, allen späteren Menschen das Leben verleiden; er wollte sie durch Nachahmung und Neid gegen die Griechen tödten.

Sein Sohn machte sie, zum Schutze vor diesem Ende, dumm und furchtsam vor dem Tode, und brachte sie zum Hass gegen das Hellenische; so vernichtete er Zeus selbst. Zeit des Mittelalters zu vergleichen den Zuständen vor der That des Prometheus, wie er ihnen das Feuer gab. Auch dieser Sohn des Zeus will die Menschen zerstören.

Prometheus schickt ihnen den Epimetheus zu Hülfe, der die ganz alte Pandora wieder aufnimmt (die Geschichte und Erinnerung). Und wirklich lebt die Menscheit wieder auf und Zeus mit ihr, letzterer aus einer Fabel im Mythus. Das fabelhafte Griechenthum verführt zum Leben—bis er, genauer erkannt, wieder davon abführt: sein Fundament wird als schrecklich und unnachahmlich erkannt. —

(Prometheus hat den Menschen den Blick auf den Tod entzogen, jeder hält sich für ein unsterbliches Individuum und lebt thatsächlich anders, als ein Glied der Kette.)

Periode des Misstrauens gegen Zeus und seinen Sohn; auch gegen Prometheus, weil er ihnen den Epimetheus geschickt hat.

Vorbereitung des Chaos.

Prometheus wird durch Epimetheus über seinen Fehler bei der Schaffung der Menschen belehrt. Er billigt seine eigne Strafe.

Der Geier will nicht mehr fressen. Prometheus’ Leber wächst zu sehr.

Zeus, der Sohn und Prometheus sprechen mit einander. Zeus löst ihn, Prometheus soll die Menschen noch einmal einstampfen, die Form neu bilden, das Individuum der Zukunft. Mittel wie man eine Masse, einen Brei erzeugt. Zur Linderung der Schmerzen der einzustampfenden Menschheit verleiht der Sohn die Musik.

Also: Concession an Prometheus, Menschen sollen wieder entstehen; Concession an Zeus und Sohn, sie sollen erst vergehen.

38 [2]

Zur Form des Ganzen: der Geier spricht allein und erzählt: ich bin der Geier des Prometheus und durch die seltsamsten Umstände seit gestern frei. Als Zeus mir aufgab, Prometheus’ Leber zu fressen, wollte er mich entfernen, denn er war eifersüchtig wegen des Ganymed.

38 [3]

Alle Religion hat etwas Nachtheiliges für den Menschen. Was wäre geschehn, wenn Prometheus nicht zu Mekone listig gewesen wäre! Der Zustand unter dem Sohn, wo die Priester alles auffressen.

38 [4]

“Ach ich Unglücksvogel, ein Mythus bin ich geworden!”

38 [5]

Die Menschen durch das Christenthum, wie die griechischen im Hades, so schattenhaft. Blut trinken. (Kriege.)

38 [6]

Bei des Prometh Bildung der Menschen hat er versehn dass Kraft und Erfahrung des Menschen zeitlich auseinanderliegen: alle Weisheit hat etwas Altersschwaches.

38 [7]

Die Götter sind dumm (der Geier schwätzt wie ein Papagei); als Zeus Achill Helena und Homer schuf, war er kurzsichtig und kannte die Menschen nicht; das wirkliche Resultat war nicht die Vernichtung der Menschen, sondern die griechische Cultur. Darauf schuf er den Welteroberer als Mann und Weib (Alexander und Roma, die Wissenschaft), sein Sohn Dionysus den Weltüberwinder (dumm-phantastisch, entzieht sich das Blut, wird ein fanatischer Hadesschatten auf Erden, Gründung des Hades auf Erden). Die Weltüberwinder nehmen den Gedanken des Welteroberers an—und nun scheint es um die Menschen gethan. Zeus geht dabei fast zu Grunde, aber auch Dionysus-Überwinder. Prometheus sieht, wie alle Menschheit zum Schatten geworden ist, im Tiefsten verdorben, furchtsam, böse. Aus Mitleiden schickt er ihr den Epimetheus mit der verführerischen Pandora (griechische Cultur). Jetzt wird es unter den Menschen ganz gespenstisch und ekelhaft und breiartig.

Prometheus verzweifelt

7, 38[1-7] Ende 1874

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Prometheus and his vulture have been forgotten when the old world of the Olympians and their power was destroyed.

Prometheus awaits his redemption once from mankind.

He did not betray the secret to Zeus; Zeus perished because of his son.

The lightning bolts in the possession of Adrasteia.

Zeus wanted to destroy mankind—through war and women and their singer Homer: in summa, Greek culture, to make life bitter for all later people; he wanted to kill them through imitation and envy of the Greeks.

His son made them, to protect them from this end, stupid and fearful of death, and brought them to hate the Hellenic; thus he destroyed Zeus himself. The time of the Middle Ages is to be compared to the conditions before the deed of Prometheus, how he gave them fire. This son of Zeus also wants to destroy mankind.

Prometheus sends them Epimetheus to help, who takes back the very old Pandora (history and memory). And indeed, humanity revives, and Zeus with it, the latter from a fable in the myth. The fabulous Greekness seduces into life—until he, more precisely recognized, leads away from it again: its foundation is recognized as terrible and inimitable. —

(Prometheus has taken away from humans the view of death, each considers himself an immortal individual and lives actually differently, as a link in the chain.)

Period of distrust against Zeus and his son; also against Prometheus, because he sent them Epimetheus.

Preparation of chaos.

Prometheus is instructed by Epimetheus about his mistake in the creation of humans. He approves his own punishment.

The vulture no longer wants to eat. Prometheus’ liver grows too much.

Zeus, the son, and Prometheus speak with each other. Zeus releases him; Prometheus is to stamp out humanity once more, reshape the form, the individual of the future. Means by which to produce a mass, a pulp. To alleviate the suffering of the humanity to be stamped out, the son bestows music.

Thus: Concession to Prometheus, humans shall arise again; concession to Zeus and son, they shall first perish.

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On the form of the whole: the vulture speaks alone and recounts: I am the vulture of Prometheus and, through the strangest circumstances, have been free since yesterday. When Zeus tasked me with eating Prometheus’ liver, he wanted to get rid of me, for he was jealous because of Ganymede.

38 [3]

All religion has something disadvantageous for man. What would have happened if Prometheus had not been cunning at Mekone! The state under the son, where the priests devour everything.

38 [4]

“Oh, what a wretch I am, I have become a myth!”

38 [5]

People through Christianity, like the Greeks in Hades, so shadowy. Drink blood. (Wars.)

38 [6]

In Prometheus' formation of humans, he overlooked that human strength and experience are temporally separated: all wisdom has something of the infirmity of old age.

38 [7]

The gods are stupid (the vulture chatter like a parrot); when Zeus created Achilles, Helen, and Homer, he was shortsighted and did not know humans; the real result was not the destruction of humans, but Greek culture. Then he created the world conqueror as man and woman (Alexander and Roma, science), his son Dionysus the world overcomer (stupid-fantastic, withdraws the blood, becomes a fanatical Hades shadow on earth, founding of Hades on earth).The world-overcomers adopt the thought of the world-conqueror—and now it seems to be over for humanity. Zeus is almost destroyed in the process, as is the Dionysus-overcomer. Prometheus sees how all of humanity has become a shadow, deeply corrupted, fearful, evil. Out of pity, he sends them Epimetheus with the seductive Pandora (Greek culture). Now things among humans become utterly ghostly, repulsive, and gruel-like.

Prometheus despairs

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