8, 42[1-70] Juli-August 1879

42 [1]

Curiosa unserer modernen Schriftsteller, welche einem Kenner der alten Sprachen wie Schmutzflecken anmuthen.
Kringel        (Ge-ringel)     
Kraut        (Ge-reutetes)?    die Parado
Kleben        (ge-leben)?     
zu Laut- und Geschlechts-Curiosa.

42 [2]

Ein Stück Zucker in Thee aufgelöst und ein gleiches, im Mund gehalten, während man den Thee trinkt, geben ein verschiedenes Gefühl von Süße.

42 [3]

Die Willensfreien, eine wundervolle Illusion, wodurch der Mensch sich zu einem höheren Wesen gemacht hat; der höchste Adel, am Guten wie am Schlechten bemerkbar. Doch schon thierisch. Wer sich darüber erhebt, erhebt sich über das Thier und wird eine bewußte Pflanze.

Der willensfreie Akt wäre das Wunder, der Bruch der Natur-Kette. Die Menschen wären die Wunderthäter.

Das Bewußtsein um ein Motiv bringt die Täuschung mit sich—der Intellekt der uranfängliche und einzige Lügner.

42 [4]

Plato und Rousseau über Cultur in Einem Gegensatz: Plato meint, unter Naturmenschen (Wilden) würden wir auch noch den athenischen Verbrecher umarmen (als Culturwesen). Er hat Recht gegen Rousseau.

42 [5]

Die Größe oder Kleinheit der menschlichen Kraft entscheidend bei der Constitution seiner Empfindung. Er wird erst böse und wild, wenn Mächte, die der seinen ähnlich oder unter ihm sind, ihm gegenüber treten. Gegen Gewitter ist er ohne Vorwurf.

Das Unrecht der Fürsten erträgt man leichter. Am schlimmsten ist der Nachbar daran. Wo der Mensch sich nicht unterwirft, da wird er selber Tyrann.

42 [6]

Der Türkenfatalismus ist der, welcher die individuelle Unfreiheit des handelnden Menschen als gleich der intellektuellen setzt und letztere herabstimmt zur individuellen. (Denn Blinde, deren Triebe dem Befehle gehorchen, Ein Motiv nur sehen zu wollen—)

42 [7]

1) Rache des Mächtigen gegen den Mächtigen, womöglich Vernichtung. Schonung, um sich an der Qual zu weiden.
2) Gleiche Vergeltung (um die Folgen der Rache zu schwächen).
3) Der Mächtige gegen den Unterworfenen. Das Oberhaupt Strafen verhängend (ähnlicher Gesichtspunkt wie die Gemeinde, oft persönliches Rachegelüst über den Vortheil des Oberhaupts siegend). Je größer die Gefahr, um so mehr sieht er nach, um so strenger drakonischer straft er und jedenfalls launenhafter.
4) Abschreckung und zugleich Schonung des Individuums (vom Standpunkte der Gemeinde, die es nicht verlieren will).
Grade des Schmerzes als Aequivalent der Vergehungen. Je brauchbarer einer ist, um so milder wird er bestraft.
Wird an ein ewiges Leben geglaubt, und das irdische Leben niedrig geschätzt, so ist die Schonung nicht so nöthig, also die Grausamkeit größer.
Unschädlich machen, aber doch möglichst nützlich erhalten (deshalb auch den Leib schonen)—wird Vernichtung nöthig, dann eher zu grausam, weil damit die größte Abschreckung, also der größte Nutzen erreicht wird.
5) Göttliche Strafen, als äquivalent weltlicher Gerechtigkeit (also Schicksalsschläge). Dadurch große Milderung. Die Priester kündigen diese Strafen an; der Rachedürstige wartet—viel gewonnen!
6) Die Gewissenspein als Äquivalent. Gefahr ewiger Verdammniß. Christlicher Standpunkt.

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Die Rache des Niederen am Höheren geht immer auf das Äußerste aus, Vernichtung: weil sie so allein den Rückschlag beseitigen kann.

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Strafgelder, Schaden wieder gut machen—etwas Anderes. Möglichst viel Nutzen erweisen, nachdem man Schaden gethan hat. An dem Schmerz beim Bezahlen wird nicht gedacht. Gemeinde-Vortheil, Pfändung, Einziehung des Vermögens usw.

Daraus eine Abschätzung der Vergehen nach Geld. (Schadenersatz, Ausgangspunkt.)

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Der heilige Neid und der heilige Zorn.

42 [11]

(Jeder der immer zu geben hat hat was Schamloses)

42 [12]

Melodien, die nicht fröhlich zu Ende laufen, sondern wie wasserscheue Hunde mit eingeklemmten Schwänzen plötzlich stehen bleiben. —

42 [13]

Gemälde, wo der Färber sagen will, was der Zeichner nicht sagen kann.

42 [14]

Der Ansatz zum Menschen sehr oft vergeblich gemacht, bei der geringen Fruchtbarkeit Einmal ein ganz günstiges Zusammentreffen!

42 [15]

Wir bedürfen Nahrung: aber die Bedürfnisse unseres Geschmacks sind andre, erst Zwang, dann Gewöhnung, dann Lust, welche wiederholt zu werden wünscht (Bedürfniß). Ganz wie beim moralischen Sinn, der auch so verschieden ist wie der gustus, aber der Zweck, dem er dient, ist fast derselbe (Erhaltung des Menschen durch und gegen die Menschen).

Der moralische Sinn ist ein Geschmack, mit bestimmten Bedürfnissen und Abneigungen: die Gründe der Entstehung jedes einzelnen Bedürfnisses sind vergessen, er wirkt als Geschmack, nicht als Vernunft.

Der Geschmack ist ein angepaßter und auswählender Hunger. Ebenso die Moral. (Ein Hunger, der auf bestimmte Weise befriedigt werden will, nicht chemisch.—) So wollen wir, vermöge des moralischen Sinns, uns auch nicht auf jede Weise durch und gegen die Menschen erhalten.

42 [16]

Bei körperlicher oder geistiger Vollarbeit ist der Geschlechtstrieb gering. Eine mäßige Arbeitsamkeit in Einer Hinsicht förderlich.

42 [17]

Via Appia—endlich alles ruht—die Erde einst ein schwebender Grabhügel.

42 [18]

Man wandelt nicht ungestraft fortwährend unter Bildern.

42 [19]

Socialismus—das höchste Gebot: du sollst nicht besitzen.

42 [20]

So lange Nothwehr und Abschreckung (Mensch als Mittel) innerh der Gesellschaft, so lange werden die Kriege nicht aufhören. Man vergißt den verhärtenden Einfluß aller strafenden Justiz: die Verachtung der Haß auf die Verbrecher. Stehende Heere sind ein Abschreckungsmittel —

42 [21]

Rache 1) Verhinderung der Fortsetzung (Schutz—?)
  2) der uns schädliche Mensch soll unschädlich gemacht werden (Versöhnung?),
  3) Neid über den Sieg oder das Übergewicht des Gegners,
  4) im Schwarzsehen nie übertreiben, in der Angst vor dem, was noch kommen kann ebenfalls—wir messen zu hoch.
  5) Herstellung unseres Ansehens.

42 [22]

Die sittliche Belehrung welche am leichtesten vergessen wurde, müßte am schwersten gestraft werden, als Wink.

42 [23]

Es ist erbärmlich wenig, wenn eine Musik, “Stimmung” hat. Ein Instrument soll Stimmung haben: dann aber etwas Schönes verlauten lassen: ebenso ein Mensch und eine Schrift.

42 [24]

Wechsel und Kreislauf, darnach unterscheiden sich die Menschen (Milch täglich, dann schmeckt sie anders—man genießt aus einem Gegensatz).

42 [25]

Der Willensstarke 1) er sieht das Ziel deutlich. 2) Er traut sich die Kraft zu, zu den Mitteln mindestens. 3) Er hört auf sich mehr als auf andere. 4) Er ermüdet nicht leicht, und in der Ermüdung erblassen seine Ziele nicht. Er ist ein geübter Bergsteiger. 5) Er erschrickt nicht sehr und oft. Also: diese Art Freiheit des Willens, die man an ihm rühmt, ist Bestimmtheit und Stärke des Wollens, nebst Geübtheit und Schwäche der Phantasie, sowie Herrschaft oder Herrschsucht und Selbstgefühl. Man redet von Freiheit weil diese gewöhnlich mit Kraft und Herrschaft verbunden ist.

42 [26]

Rache sehr complicirt!

42 [27]

Gleichgewicht. Das Gefühl der Willensfreiheit entsteht aus dem Schwanken und Stillestehen der Wage, bei Gleichgewicht der Motive.

42 [28]

Grade der Freiheit. Wenn er neue Motive den alten (Gewohn oder vererbten Motiven) vorzieht, bewußte den triebähnl Motiven

42 [29]

Sie haben das Gebiet der pudenda so ausgedehnt, daß ein Gespräch über Verdauung, ja über Zahnbürsten schon für unzart gilt: und die Feineren denken folglich auch nicht über solche Dinge nach.

42 [30]

Hauptfrage bei jedem Menschen einzeln zu beantworten: sind deine Gefühle mehr werth oder deine Gründe (Vernunft)? Dies hängt von der Vererbung und Übung ab. (Gute Eltern aber dumm!)

42 [31]

Wir wollen uns so freuen, daß unsere Freude den Anderen nützlich ist.

42 [32]

Möglichst viel Freude an sich haben. Aber heißt das nicht die Selbstgefälligen ermuthigen?— Sind sie so schädlich? Und die Gefahr der Enttäuschung!! Heißt es die ermuthigen, welche nur eine eingebildete Gesundheit haben?

42 [33]

Selbst-Entdeckung
Selbst-Abschätzung
Selbst-Veränderung

42 [34]

Würde des Verbrechers. Wenn der König das Recht hat, Gnade zu üben, so hat der Verbrecher das Recht, sie zurückzuweisen.

42 [35]

Gegen das Sprechen bei Tisch.

42 [36]

An den sogenannten großen Mahlzeiten, zu denen sich auch noch in diesem Zeitalter die Menschen einladen, nimm nie Theil.

42 [37]

Minderungen der Heeresmacht—ein Unsinn! Aber das Schwert zerbrechen! Sowohl das Schwert der Gerechtigkeit als des Krieges! Die kostbarste, siegreichste Waffe!

42 [38]

Armeen der Nothwehr?— Aber Nothwehr der Selbsterhaltung wegen. Wie viele Angriffs-Kriege werden der Selbsterhaltung wegen geführt! (Um einem Angriff zuvorzukommen, um das Volk abzulenken usw.) Der Eroberer sucht zuletzt auch nur seine Selbsterhaltung, als das Wesen, welches er ist: er muß erobern: “Eure Nothwehr rechtfertigt jeden Krieg. Zerbrecht das Schwert und sagt: wir wollen lieber alles leiden, ja zu Grunde gehen als die Feindschaft in der Gesellschaft aufrecht zu erhalten.”

Ebenso steht es mit der strafenden Gerechtigkeit.

Kein Staat giebt jetzt zu, das Heer aus Eroberungs-Absichten zu erhalten. So heißt dies: den Nachbar der Eroberungs-Gelüste und der Heuchelei zeihen. Dies ist eine feindselige Gesinnung.

42 [39]

Falsch gerichteter Ehrgeiz z. B. Trinken bei jungen Leuten, während Feinheit des Gehirns

42 [40]

Control-Reise eines Bäckers über Stadtgebäck.

42 [41]

Die zarteren Naturen, welchen auch die härtesten Bissen des Lebens unwillkürlich in Milch eingebrockt werden, wären zu glücklich, wenn sie ihr Gutes einsähen: und so plagt sie ein geheimer Neid auf die Gewaltsameren Kräftigeren und gar zu gern heucheln sie deren Tugenden, d. h. deren zurückgebliebenes Menschenthum: was sich vor dem Unbefangenen so ausnimmt, als wenn das Lamm im Wolfskleide unter Lämmern Schrecken machen will.

Das ist nun freilich eine Nachahmung zum Lachen, denn ihre Vorbilder, die sie beneiden, verstehen es, unter Wölfen selber Schrecken zu machen: und dazu gehört sich freilich nicht nur ein Wolfsfell, sondern ein Wolfsgebiß und eine Wolfsseele—und noch mehr.

42 [42]

Daß das Heute nicht das Morgen um seine Pflicht bestehle!

42 [43]

An den Tagesstunden, wo der Geist seinen Fluthstand hat, wer wird da nach einem Buche greifen! Da wollen wir unsre eigenen Bootsmänner und Lootsen sein.

42 [44]

Selbst bei den Worten “Kirschen und Johannisbeeren” Rührung—Melodie.

42 [45]

Eckermann das beste Prosawerk unserer Litteratur, der höchste Punkt der deutschen Humanität erreicht.

42 [46]

Erdenrund, Erdenring—.

42 [47]

Die Zunge stolperte, das Herz wußte nichts davon.

42 [48]

Socr Mem keine beglückenden curiosa, sondern einfältige Nachbarlichkeit.

42 [49]

Der See und das Hochgebirge. Ein Greis der einen Spiegel in der Hand hält (am Abend, wenn die Sonne zu tief steht, um in den See zu scheinen, scheint das Hochgebirge in ihn hinein: es ist als ob ein Greis

42 [50]

Es kommt der Tag, wo das Volk der siegreichsten Heere die Abschaffung des Heers beschließt.

42 [51]

Man hält den Verbrecher so lange im Gefängniß bis—“seine Strafzeit abgelaufen.” Absurd! Bis er der Gesellschaft nicht mehr feindlich gesinnt ist! Bis er auch für seine Strafe kein Rachegefühl mehr hat! Ihn dann noch länger zu halten wäre 1) Grausamkeit 2) Vergeudung von Kraft, die im Dienste der Gesellschaft wirken könnte 3) Gefahr, ihn rachedurstig zu machen, da er die überflüssige Härte empfindet, also moralische Verschlechterung.

42 [52]

In der Welt der Kunstwerke giebt es keinen Fortschritt, über die Jahrtausende weg. Aber in der Moral wohl: weil in der Erkenntniß und Wissenschaft.

42 [53]

Der Verbrecher beim Einfangen zart, wie ein Kranker zu behandeln. Die Polizei ganz andere Menschen!

42 [54]

Verantwortlich sein d.h. die Motive, aus denen man handelte, wissen und angeben können. Aber wissen wir von irgend einer Handlung alle Motive? Ihre verhältnißmäßige Stärke und Art?

42 [55]

Der schöne Ernst—schwarze Seide, mit rothen Fäden gleichmäßig durchsponnen, ein gedämpftes Leuchten.

42 [56]

Gegen die strafende Gerechtigkeit.
Ein Versuch zur Milderung der Sitten.

42 [57]

Paulus—welcher eine jener großen Immoralitäten ist, an denen die Bibel reicher ist als man denkt.

42 [58]

Voraussetzung, daß die Handlungen des Zwangs nicht gestraft werden. Nur die absichtlichen Handlungen—aber nicht alle absichtlichen Handlungen! Wo jemand absichtlich handelt: weil oder damit—da ist der Zwang der Motivation. Motive darf man nicht strafen. “Aber da ist kein Zwang: es giebt andere Motive: warum folgt er diesen nicht?” Eben warum nicht?! “Sie wiegen ihm nicht gleich jenen!” Warum nicht—Fehler des Urtheils? Des Charakters? Überall wäre da Zwang.— Also: sie wiegen ihm gleich jenen, die Wage ist im Gleichgewicht. “Jetzt springt der freie Wille hervor.” Aber wenn es ganz gleich ist, so oder so zu handeln, so ist da (in dieser Vollendung des Urtheils) auch ein Zwang. Unstrafbar! Also: wie ihr euch dreht, ihr straft wider eure Voraussetzungen. Ihr straft den Gezwungenen.

42 [59]

“Aber die Gesellschaft geht da zu Grunde!” So gesteht, daß Strafe Nothwehr ist. Aber mißbraucht die Moral-Worte nicht, redet nicht von Gerechtigkeit. Da sind eben die kleinlichen Abstufungen der Strafen unsinnig, bei Nothwehr. Individuelle Zumessung nöthig!— Aber das giebt Willkür!

42 [60]

“Er hat die Wahl zwischen Gutem und Bösem!— ”

42 [61]

Lehrer an Stelle der Richter.— Wider die strafende Gerechtigkeit. An deren Stelle kann nur die belehrende treten (welche die Vernunft verbessert und die Gewohnheiten eben dadurch—das Motiv-schaffende!). “Dem Kinde einen Schlag! es wird die Handlung nicht wieder thun.” Hier ist also der Schlag eine Erinnerung an die Belehrung: der Schmerz als stärkster Erreger des Gedächtnisses. Daraus ergäbe sich die allergrößte Milderung aller Strafen: und möglichste Gleichsetzung derselben! Nur als mnemotechnische Mittel! Da genügt wenig!

(Das Lob beseitigt!)

42 [62]

Wird die Strafe darnach bemessen, ne iterum peccet, so ist das Maaß individuell verschieden. Die Absicht ist, das Motiv stark genug einzuprägen, einzuschneiden: und da kommt es auf den Stoff an, in welchem geschnitten wird.— Nun aber haben wir kein individuelles Strafmaaß. Also ist die individuelle Besserung nicht die Absicht. Sondern es ist die verdiente Strafe, nach der Theorie des freien Willens: nämlich in Bezug auf den freien Willen werden Alle als gleich angesetzt: weil es ein Wunderakt ist, ohne Vorgeschichte, gar nicht individuell. Wegen dieser Gleichheit kann auch die Strafe gleich für alle Menschen sein.— Die Differerz gegen andere Strafen bezieht sich auf den Inhalt der Schuld, nicht auf den Schuldigen? Aber dann sollte auch die Strafe eine sein für alle Verbrechen.

42 [63]

Die Gleichsetzung der Strafen setzt die Gleichsetzung der Verbrechen voraus. Aber es giebt in Bezug auf Motive keine Gleichheit—und geht man bis zur Freiheit des Willens zurück, so ist nicht abzusehen, warum es verschiedene Strafen geben sollten—es müßte nur Eine geben. Aber die Motive strafen wäre unmoralisch—weil man den Unfreien nicht strafen will. Also scheint man in Bezug auf jene Freiheit Unterschiede zu machen—eine größere oder kleinere Freiheit des Willens je nach dem größeren oder kleineren Vergehen. Etwas ganz Unsinniges Unlogisches! Da dann die Freiheit eben keine absolute wäre, d. h. Gewichte da wären, welche die Wagschale nach dieser oder jener Seite sinken machten. Die Gradation der Freiheiten wäre soviel als Unfreiheit annehmen.

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: Hesiod als Heros bekam die und lebte dann nicht im Hades, sondern mit den anderen Heroen. Es gab ein doppeltes Fortleben: 1) im Hades, eigentlich potenzirtes Greisenalter, 2) im Elysium.

42 [65]

Wir machen nur verantwortlich, wenn jem seine Vernunft anwenden konnte d. h. wenn er Gründe hatte und angeben kann. Strafen wir ihn, so strafen wir, daß er die schlechten Gründe den besseren vorzog: also die absichtliche Verleugnung seiner Vernunft. Wenn er die besseren Gründe nicht gesehen hätte (aus Dummheit), so dürfte man nicht strafen. Er hätte dann einem Zwange gefolgt, er hätte keine Wahl gehabt. Ebenso wenn man annimmt, daß er zwar das Bessere sielt, aber vermöge eines inneren Zwangs das Andere thut, so ist er nicht zu strafen: er ist unfrei (wie die Mutter die ihr Kind erdrückt). “Er folgt dem bösen Hang”—aber wenn er frei sein soll, dann aus absoluter Willkür. Wie kann einer absichtlich unvernünftiger sein als er sein muß! Dies nennt man “freien Willen”: also das Belieben der schlechten Gründe als Motive—rein als unmotivirtes Sinken der Wage, als Wunder. (Oder es ist das “radikal Böse” usw.) In Wahrheit: er wählt das Schlechtere weil 1) sein Sinn für den Gemeinde-Vortheil zu schwach vererbt ist 2) weil seine Phantasie zu schwach ist, den zukünftigen Vortheil und das kommende Anpreisen sich so vorzustellen, daß es den Reiz des Gegenwärtigen überwindet. Er muß in beiden Fällen.

Also: das Wunder wird in beiden Fällen entweder gestraft oder gelobt. Das isolirte Faktum.

42 [66]

Man bestraft eigentlich die Freiheit des Willens—weil man Gebundenheit durch Gesetz und Moral verlangt? Aber da wäre nichts zu loben, nichts moralisches—auch diese Welt muß gänzlich willkürlich, grundlos sein.

42 [67]

Via Appia.
Gedanken über den Tod.

42 [68]

Als Atheist, habe ich nie das Tischgebet in Pf gesprochen und bin von den Lehrern nie zum Wochen-Inspektor gemacht worden. Takt!

42 [69]

“Das Libell der Mytus der Sophismus”—fehlerhafte Anwendung oder Schreibung fremdländischer Worte.

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Geschichte der Criminalstrafen.

8, 42[1-70] Juli-August 1879

42 [1]

Curiosities of our modern writers, which to a connoisseur of ancient languages appear like stains.
Kringel        (Ge-ringel)     
Kraut        (Ge-reutetes)?    die Parado
Kleben        (ge-leben)?     
on sound and gender curiosities.

42 [2]

A piece of sugar dissolved in tea and an equal one, held in the mouth while drinking the tea, give a different sensation of sweetness.

42 [3]

The Willensfreien, a wonderful illusion, by which man has made himself a higher being; the highest nobility, noticeable in good as in evil. But already animal-like. Whoever rises above it rises above the animal and becomes a conscious plant.

The will-free act would be the miracle, the breaking of the chain of nature. Men would be the miracle-workers.

The awareness of a motive brings the deception with it—the intellect, the primordial and only liar.

42 [4]

Plato and Rousseau on culture in one contrast: Plato believes that among natural men (savages) we would still embrace the Athenian criminal (as a cultural being). He is right against Rousseau.

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The size or smallness of human power is decisive in the constitution of his sensation. He only becomes evil and wild when forces similar to or beneath him confront him. Against thunderstorms, he is without reproach.

The injustice of princes is endured more easily. The neighbor is the worst at it. Where man does not submit, there he himself becomes a tyrant.

42 [6]

Turkish fatalism is the one that equates the individual unfreedom of the acting human being with the intellectual and degrades the latter to the individual. (For the blind, whose drives obey the command, to want to see only one motive—)

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1) Revenge of the powerful against the powerful, possibly annihilation. Mercy, to revel in the torment.
2) Equal retribution (to mitigate the consequences of revenge).
3) The powerful against the subjugated. The head imposing punishments (similar perspective as the community, often personal vengefulness over the advantage of the head prevailing). The greater the danger, the more he watches, the harsher and more draconian he punishes, and in any case more capriciously.
4) Deterrence and at the same time preservation of the individual (from the standpoint of the community, which does not want to lose him).
Degrees of pain as equivalent to the offenses. The more useful one is, the milder the punishment.
If belief in an eternal life exists and earthly life is held in low esteem, then preservation is not so necessary, thus cruelty is greater.
To render harmless, but still preserve as useful as possible (hence also spare the body)—if destruction becomes necessary, then rather too cruel, because thereby the greatest deterrence, and thus the greatest benefit, is achieved.
5) Divine punishments, as equivalent to worldly justice (i.e., strokes of fate). Thereby great mitigation. The priests announce these punishments; the vengeful wait—much gained!
6) The pangs of conscience as equivalent. Danger of eternal damnation. Christian standpoint.

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The revenge of the lower on the higher always aims for the utmost, annihilation: because only thus can it eliminate the backlash.

42 [9]

Fines, making good the damage—something different. To render as much benefit as possible after having done harm. No thought is given to the pain of paying. Community benefit, seizure, confiscation of property, etc.

From this, an assessment of offenses according to money. (Compensation for damage, starting point.)

42 [10]

The holy envy and the holy wrath.

42 [11]

(Anyone who always has to give has something shameless)

42 [12]

Melodies that do not end happily, but like water-shy dogs with tails caught, suddenly stop. —

42 [13]

Paintings, where the painter wants to say what the draftsman cannot say.

42 [14]

The approach to people very often made in vain, with the low fertility Once a very favorable coincidence!

42 [15]

We require nourishment: but the needs of our taste are different, first compulsion, then habit, then pleasure, which wishes to be repeated (need). Just as with the moral sense, which is also as varied as the gustus, but the purpose it serves is almost the same (preservation of man through and against men).

The moral sense is a taste, with specific needs and aversions: the reasons for the emergence of each individual need are forgotten, it acts as taste, not as reason.

Taste is an adapted and selective hunger. So too is morality. (A hunger that wants to be satisfied in a specific way, not chemically.—) Thus, by virtue of the moral sense, we also do not wish to preserve ourselves in every way through and against men.

42 [16]

During physical or mental full workload, the sex drive is low. A moderate workload is beneficial in one respect.

42 [17]

Via Appia—finally all is at rest—the earth once a floating burial mound.

42 [18]

One does not walk unpunished continually among images.

42 [19]

Socialism—the highest commandment: you shall not own.

42 [20]

As long as self-defense and deterrence (man as a means) within society, wars will not cease. One forgets the hardening influence of all punitive justice: the contempt, the hatred of criminals. Standing armies are a deterrent—

42 [21]

Revenge 1) Prevention of continuation (protection—?)
  2) the person harmful to us should be rendered harmless (reconciliation?),
  3) Envy over the victory or superiority of the opponent,
  4) never exaggerate in pessimism, nor in fear of what may yet come—we overestimate.
  5) Restoring our reputation.

42 [22]

The moral instruction that was most easily forgotten should be punished the most severely, as a hint.

42 [23]

It is pitifully little when a piece of music has “Stimmung”. An instrument should have tuning: but then let something beautiful sound: likewise a person and a text.

42 [24]

Change and cycle, that is how people differ (milk daily, then it tastes different—one enjoys from a contrast).

42 [25]

The strong-willed person 1) sees the goal clearly. 2) He trusts himself to have the strength, at least for the means. 3) He listens to himself more than to others. 4) He does not tire easily, and in fatigue his goals do not fade. He is a skilled mountaineer. 5) He is not easily or often frightened. So: this kind of freedom of the will, which is praised in him, is determination and strength of will, along with practice and weakness of imagination, as well as dominance or lust for power and self-confidence. One speaks of freedom because this is usually associated with strength and dominance.

42 [26]

Revenge very complicated!

42 [27]

Equilibrium. The feeling of free will arises from the swaying and stillness of the balance, when motives are in equilibrium.

42 [28]

Degree of freedom. When he prefers new motives to the old ones (habit or inherited motives), conscious ones to the drive-like motives

42 [29]

You have expanded the area of the pudenda so much that a conversation about digestion, even about toothbrushes, is already considered indelicate: and the more refined think consequently do not think about such things.

42 [30]

Main question to answer for each person individually: are your feelings worth more or your reasons (reason)? This depends on heredity and practice. (Good parents but stupid!)

42 [31]

We want to rejoice so much that our joy is useful to others.

42 [32]

Have as much joy in oneself as possible. But doesn't that mean encouraging the self-satisfied?— Are they so harmful? And the danger of disappointment!! Does it mean encouraging those who only have an imagined health?

42 [33]

Self-discovery
Self-assessment
Self-change

42 [34]

Dignity of the criminal. If the king has the right to exercise mercy, then the criminal has the right to refuse it.

42 [35]

Against speaking at the table.

42 [36]

At the so-called great meals, to which people still invite each other in this age, never take part.

42 [37]

Reductions in military power—nonsense! But breaking the sword! Both the sword of justice and of war! The most precious, most victorious weapon!

42 [38]

Armies of self-defense?— But self-defense for the sake of self-preservation. How many wars of aggression are waged for the sake of self-preservation! (To preempt an attack, to distract the people, etc.) The conqueror ultimately seeks only his self-preservation, as the being that he is: he must conquer: “Your self-defense justifies every war. Break the sword and say: we would rather suffer everything, yes, perish than maintain hostility in society.”

The same applies to punitive justice.

No state now admits to maintaining the army for purposes of conquest. To do so would be to accuse the neighbor of lust for conquest and hypocrisy. This is a hostile disposition.

42 [39]

Misguided ambition e.g. drinking among young people, while finesse of the brain

42 [40]

Control journey of a baker over city pastries.

42 [41]

The more delicate natures, to whom even the hardest morsels of life are involuntarily softened in milk, would be too happy if they reaped their good: and so a secret envy torments them for the more violent and stronger, and they all too gladly feign their virtues, i.e., their backward humanity: which appears to the unbiased as if the lamb in wolf's clothing wants to cause terror among the lambs.

This is indeed an imitation to laugh at, for their role models, whom they envy, know how to cause terror among wolves themselves: and for that, indeed, not only a wolf's skin is needed, but a wolf's teeth and a wolf's soul—and still more.

42 [42]

That the today does not rob the tomorrow of its duty!

42 [43]

At the hours of the day when the spirit is at its flood tide, who will reach for a book then! At such times we want to be our own boatmen and pilots.

42 [44]

Even at the words “cherries and currants” emotion—melody.

42 [45]

Eckermann the best prose work of our literature, the highest point of German humanity achieved.

42 [46]

Earth's sphere, Earth's ring—.

42 [47]

The tongue stumbled, the heart knew nothing of it.

42 [48]

Socr Mem no delightful curiosities, but simple neighborliness.

42 [49]

The lake and the high mountains. An old man holding a mirror in his hand (in the evening, when the sun is too low to shine into the lake, the high mountains shine into it: it is as if an old man

42 [50]

The day will come when the people of the most victorious armies will decide on the abolition of the army.

42 [51]

One keeps the criminal in prison until—“his sentence has expired.” Absurd! Until he is no longer hostile to society! Until he no longer feels a desire for revenge for his punishment! To keep him even longer would be 1) cruelty 2) a waste of energy that could serve society 3) a danger of making him thirsty for revenge, since he feels the unnecessary harshness, thus moral deterioration.

42 [52]

In the world of artworks there is no progress across the millennia. But in morality there is: because in knowledge and science.

42 [53]

The criminal when capturing tender, like a sick person to treat. The police completely different people!

42 [54]

Responsible means knowing and being able to state the motives from which one acted. But do we know all the motives of any action? Their relative strength and nature?

42 [55]

The beautiful Ernst—black silk, with red threads evenly interwoven, a muted glow.

42 [56]

Against punitive justice.
An attempt to mitigate customs.

42 [57]

Paul—who is one of those great immoralities of which the Bible is richer than one thinks.

42 [58]

Prerequisite, that the actions of compulsion are not punished. Only the intentional actions—but not all intentional actions! Where someone acts intentionally: because or so that—there is the compulsion of motivation. Motives must not be punished. “But there is no compulsion: there are other motives: why does he not follow these?” Precisely why not?! “They do not weigh equally for him as those!” Why not—error of judgment? Of character? Everywhere there would be compulsion.— Thus: they weigh equally for him as those, the scales are in balance. “Now free will leaps forth.” But if it is entirely the same to act this way or that, then there is (in this perfection of judgment) also a compulsion. Unpunishable! Thus: however you turn, you punish against your prerequisites. You punish the compelled.

42 [59]

“But society is going to ruin there!” Thus admitting that punishment is self-defense. But do not misuse moral words, do not speak of justice. There, the petty gradations of punishments are nonsensical in the case of self-defense. Individual measurement necessary!— But that leads to arbitrariness!

42 [60]

“He has the choice between good and evil!— ”

42 [61]

Teachers instead of judges.— Against punitive justice. In its place, only instructive justice can take hold (which improves reason and habits precisely through this—the motive-creating!). “Strike the child! It will not repeat the action.” Here, the strike is thus a reminder of the instruction: pain as the strongest stimulant of memory. From this would follow the greatest possible mitigation of all punishments: and their greatest possible equalization! Only as mnemonic aids! For little is enough!

(Praise is eliminated!)

42 [62]

If the punishment is measured accordingly, ne iterum peccet, then the measure is individually different. The intention is to strongly imprint, to engrave the motive: and here it depends on the material into which one cuts.— But we have no individual measure of punishment. Therefore, individual improvement is not the intention. Rather, it is the deserved punishment, according to the theory of free will: namely, with regard to the free will, all are considered equal: because it is a miraculous act, without prehistory, not at all individual. Due to this equality, the punishment can also be the same for all people.— The difference from other punishments relates to the content of the guilt, not to the guilty person? But then the punishment should also be one for all crimes.

42 [63]

The equation of punishments presupposes the equation of crimes. But there is no equality with regard to motives—and if one goes back to the freedom of the will, it is not apparent why there should be different punishments—there should only be one. But punishing motives would be immoral—because one does not want to punish the unfree. So it seems that one makes distinctions with regard to that freedom—a greater or lesser freedom of the will depending on the greater or lesser offense. Something completely nonsensical, illogical! For then freedom would not be absolute, i.e., weights would be there, which would make the scale sink to this or that side. The gradation of freedoms would be as much as assuming unfreedom.

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: Hesiod as a hero received that and then did not live in Hades, but with the other heroes. There was a double afterlife: 1) in Hades, actually intensified old age, 2) in Elysium.

42 [65]

We only hold someone responsible if they were able to use their reason, i.e., if they had reasons and can state them. If we punish them, we punish them for preferring bad reasons over better ones: thus, the intentional denial of their reason. If they had not seen the better reasons (out of stupidity), then one should not punish. They would then have followed a compulsion, they would have had no choice. Similarly, if one assumes that they do see the better option but, due to an inner compulsion, do the other, they are not to be punished: they are unfree (like the mother who smothers her child). “They follow the evil inclination”—but if they are to be free, then out of absolute arbitrariness.

How can one intentionally be more unreasonable than he must be! This is called “free will”: thus the pleasure of bad reasons as motives—purely as unmotivated sinking of the scale, as a miracle. (Or it is the “radical evil” etc.) In truth: he chooses the worse because 1) his sense of community advantage is too weakly inherited 2) because his imagination is too weak to envision future advantage and the coming praise in such a way that it overcomes the allure of the present. He must in both cases.

Thus: the miracle is in both cases either punished or praised. The isolated fact.

42 [66]

One punishes the freedom of the will—because one demands boundedness through law and morality? But then there would be nothing to praise, nothing moral—this world too must be entirely arbitrary, groundless.

42 [67]

Via Appia.
Thoughts on Death.

42 [68]

As an atheist, I never said the table prayer in Pf and was never made the weekly inspector by the teachers. Tact!

42 [69]

“The Libell of the Mytus of Sophismus”—incorrect application or spelling of foreign words.

42 [70]

History of Criminal Punishments.

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